Nächste öffentliche Reiseshow: 5.10.2026, 16:00 Uhr ***** Japan: Land der aufgehenden Sonne ***** im Theater in der Seniorenresidenz am Kurpark Oberlaa, Fontanastraße 10, 1100 Wien

Einmal Rundherum

Die Koffer sind gepackt, der Neffe wohnt während unserer Abwesenheit in unserer Wohnung und hütet den Labrador und wir machen uns auf den Weg zu einer grünen (etwas verrückten?) Insel. Schauen wir mal, was von den vielen Klischees über Irland tatsächlich stimmt.
● Gibt es tatsächlich dauernd Nieselregen?
● Trinken die Iren tatsächlich sehr viel Alkohol?
● Laufen tatsächlich überall Schafe auf saftig grünen Wiesen frei herum?
● Ist Irlands Küstenlinie tatsächlich so unglaublich beeindruckend?
Unsere Reiseroute:

Das Abenteuer Mietwagen-Rundreise auf der „falschen Straßenseite“ im Linksverkehr mit dem Rechtsgesteuerten kann beginnen!

Raus aus der Komfort Zone …

… und hinein mit dem rechtsgesteuerten Auto in den Linksverkehr.

Unsere Reisen sind selten Erholungsurlaube, sondern meistens springen wir einfach neugierig und tatendurstig ins Geschehen, um fremde Länder, Kulturen und Menschen kennenzulernen. Erholt wird dann daheim, wenn wir die Erlebnisse langsam verarbeiten und begreifen.

Der Flug mit Air Lingus war angenehm, die Mietwagenübernahme in Dublin zügig und schon saßen wir im VW T-Cross, auf der falschen Autoseite, wie gesagt ;-))

Bereits auf der 2stündigen Fahrt nach Belfast in unser erstes Hotel TARA LODGE gab es viel zu sehen und wir kamen auch schon in einem entzückenden kleinen Dorf namens CARLINGFORD in den Genuss unserer geliebten „Fish & Chips“. Die Portion war riesig und deshalb teilten wir uns unser Einstiegsmahl.

Heute durften wir uns bei einem ausgiebigen Spaziergang durch MOUNT STEWARD, vom herrlichen Landschaftsgarten und Familiensitz der Marquessen von Londonderry Mount Steward House bezaubern lassen.

Beeindruckt von dem mystischen Anblick der GREY ABBEY ging es am späten Nachmittag zurück nach BELFAST, um noch einen Blick auf die QUEENS UNIVERSITY OF BELFAST und den wunderbaren BOTANISCHEN GARTEN zu werfen.

Das Licht war heute sehr schön weich und die Luft war wie Seide. Ich weiß, das klingt jetzt schon ziemlich romantisch und verträumt. ABER es ist einfach so, dass diese grüne Insel mich schon völlig verzaubert hat! Ich gestehe es.

So, jetzt heißt es noch kurz „schön machen“ und dann werden sich mein lieber Mann und ich ins Nachtleben stürzen und in einem PUB erstmals auf dieser Reise IRISCHE LIVE-MUSIC hören. Mehr davon vielleicht morgen!

Cheerio, meine Lieben

Ich sag’s gleich zu Beginn: mit dem angekündigten Besuch in einem Pub wurde es gestern nichts ;-(( Der hübsche Jüngling (dezent geschminkt, mit Gladdachring am rechten Zeigefinger) hat uns einen Pub empfohlen, der sich als Szenenlokal für die LGBTIQ-Community herausgestellt hat. Nun sind wir ja grundsätzlich weltoffen und Dragqueens hätten wir durchaus interessant gefunden. Dass es aber kein Essen gab, das war inakzeptabel! Und so kamen wir weder in den Genuss von irischer Live-Musik, noch guten irischen Pub-Essens.

Kurz und bündig der heutige Bericht, denn heute waren wir 9 Stunden unterwegs, bis wir unsere Unterkunft CROWFIELD COUNTRY HOUSE erreichten und im BROWN TROUT PUB ein gutes Abendessen bekamen.

In Belfast war die BELFAST CATHEDRAL leider wegen eines privaten Events gesperrt, dafür konnten wir die wunderbare ST. PATRICKS CHURCH besichtigen und Kerzerln für unsere Lieben spenden.

Zu sehen gab es heute auf der CAUSEWAY COASTAL ROUTE unter anderem das historisch interessante CARRICKFERGUS CASTLE und für die für mich unerlässliche Bewegungseinheit Spaziergänge zum GLENOE WATERFALL sowie zu den DARK HEDGES.

Der weite Blick über die sanfte Hügellandschaft, die in allen erdenklichen Grünschattierungen leuchtet, die vielen weißen Farbtupfer der Schafe im satten Grün, unglaublich interessantes Wolkenspiel machten mich vergessen, dass wir auf der falschen Straßenseite unterwegs sind.

Nur ein einziges Mal musste ich vor Schreck quietschen. Sofort hat mein Süßer aufgehört, mein Süßer zu sein und hat fürchterlich geschimpft mit mir. Dann habe ich halt nichts mehr gesagt und schon hätte es uns fast das Leben gekostet, weil Schatzi mit Karacho eine Stopptafel übersehen hat. Für die Zukunft: lieber geschimpft bekommen, als unsere Kinder zu Vollwaisen machen !! Trotzdem ist festzuhalten, dass Walter souverän wie ein Weltmeister fährt!

Volles Programm …

war heute zwar eigentlich nicht geplant, sondern nur ein ausgedehnter Strandspaziergang bei CASTLE ROCKS. Verrückt, dass wir dort tatsächlich auf Badende trafen, obwohl der Atlantik eher „frisch“ ist. Die Lufttemperatur von 17 Grad Celsius hingegen waren sehr okay!

Die Landschaft war wieder überwältigend schön und die überbordende Blumenpracht (Palmen, wie an der Riviera inklusive) bezaubert ebenso, wie die unendlich vielen Grünschattierungen. Nicht umsonst hat Johnny Cash nach einem Urlaub 1959 den Songtext „40 Shades of Green“ geschrieben.

In BUSHMILL ist es quasi Pflicht, die älteste Whiskey-Distellerie der Welt zu besuchen und ein paar Kostproben später war ich auch tatsächlich sehr beschwingt und mit mir und der Welt zufrieden. So einfach und entspannt kann das Leben sein!

Jetzt hatte mich mein Süßer, der Schelm, soweit, dass ich zu weiteren Ausflügen bereit war und nicht nach Hause zum Ausruhen wollte. Flugs ging es durch DOWNHILL DEMESNE und MUSENDER TEMPLE. Historisch sehr interessant!

Zum „Drüberstreuen“ noch flugs zum pittoresken BALLINTOY HAVEN (die Fotos erklären alles) und, weil noch Zeit dafür war, zur ROPEBRIDGE von Carrick-a-Rede.

Derry/Londonderry

Wer erinnert sich nicht an die schockierenden Bilder in den 70er Jahren? Die blutigen Kämpfe sind bis heute im Stadtbild präsent. Ich möchte mir hierzu keine Meinung zu äußen anmaßen; tragisch ist es allemal!

Die PEACE BRIDGE wurde 2011 vom österreichischen EU-Kommisar Johannes Hahn eröffnet. Na bitte, wir Österreicher sind doch wirklich überall aktiv.

„Vote here“ sieht man flächendeckend auf den Mülleimern der Stadt. Eine Wahlempfehlung?

In der wunderschönen GUILD HALL entdeckten wir ein globales interaktives Kunstprojekt mit dem Titel „Before I die, I want to do ….“ und es ist hochinteressant, dass die meisten Menschen die gleichen Wünsche äußern. Man wünscht sich eine gute Partnerschaft, Weltfrieden, Glück und Gesundheit für Kinder und Enkelkinder, auffallend viele wünschen sich, zu reisen und manche Menschen, wollen einfach nur alle Eissorten durchprobieren. CompassionateCommunitiesNI.com/BeforeIDie

Was wir sonst noch gesehen haben?

Mit der Unterkunft haben wir diesmal „ins Klo gegriffen“. So toll unsere ersten beiden Quartiere waren, so trist schaut unser Appartement aus. ABER die Aussicht ist wunderschön und entspricht tatsächlich dem Werbematerial. Egal, wir werden das Beste daraus machen und uns halt oft in Pubs aufhalten ;-))

Doch lasst m ich noch von gestern etwas Lustiges berichten. Wir fragen grundsätzlich nach Seniorenrabatt und sparen so immer wieder Geld. Gestern bei der Ropebridge gab es keinen Seniorentarif und weil mein Süßer den jungen Mann an der Kassa so treuherzig anblickte, durften wir mit Kindertickets rein ;-)) Seniorentickets gab es nicht, weil man für diese Tour fit sein muss. Allerdings hatte ich tatsächlich oft das Gefühl, in einer Rehabilitationsklinik zu sein, so alt und schwerfällig war so mancher und Defibrilatoren waren auch reichlich vorhanden ;-))

County Donegal: Tory Island & traditionelle, echte Irish Music

Nach einer unbequemen Nacht im teuren Elendsquartier haben wir uns vom heutigen Tag nicht unbedingt so viele Highlights erwartet. Wir waren nur froh, dass wir wieder ins Freie, ins Grüne, ins Blaue dürfen!

TORY ISLAND stand heute auf unserer Bucketlist. Nur 127 Seelen, die großteils mit dem Schiff oder bei zu rauer See im Winter mit dem Helikopter auf’s Festland zur Arbeit pendeln, zählt diese winzige Insel (4,3 km x 1,5 km mit 83 HM).

Dieser Ruhetag (Walter 17.000 Schritte, ich bloß 13.000 Schritte) war ein Geschenk, war Balsam für die Nerven und die Seele, bot er doch Gelegenheit zu interessanten Gesprächen mit den Inselbewohnern. So erfahren wir auch, dass gleich neben dem Inselhotel sogar der „König von Tory Island“ wohnt – ein ehrenamtlicher „König“, der sich auf die ausgeschriebene Stelle als einziger beworben hatte und jetzt bei diversen Anlässen seinen königlichen Aufgaben nachzukommen hat.

Gestern waren in wirklich allen Pubs in DUNFANAGHY von Blues und Jazz von verschiedenen Bands Grund für Tanz, Guinesskonsum und überbordende Lebensfreude.

Das heutige Abendprogramm im PATSY DAN’S mit traditioneller irischer Live Music hat die gestrige Pub-Party-Nacht sogar noch getoppt. So ein Glück, dass wir einen Abend erwischt haben, an denen keine professionelle Musikgruppe aufspielte, sondern die Leute aus dem Dorf und Umgebung. Es waren Alte und Junge, Arbeiter, Bauern, PensionistInnen, Verkäuferinnen, Hausfrauen usw. im Pub. 15 Personen hatten die unterschiedlichen Instrumente mit und schon wurde gefiddelt und getrommelt und vor allem gesungen, was das Zeug hält! Beeindruckende Textsicherheit, ungeniertes, lautes Singen unabhängig von der Stimmqualität schufen eine von uns noch nie erlebte Stimmung. Das Schönste waren die leuchtenden Augen und die Lebenslust der DorfbewohnerInnen! Ja, und GUINNESS floss in Ströhmen in die durstigen Kehlen ;-))

County Donegal: Bade- und Wandertag

Da es im Dorf DUNFANAGHY erst ab 10 Uhr Frühstück gibt, sind wir heute wieder in den Nachbarort zum Spar gefahren und haben dort wieder köstlich und preiswert gefrühstückt. Alle Produkte frisch und das Personal äußerst zuvorkommend.

Walter war derartig gestärkt und tatendurstig, dass er sich bei unserem morgendlichen Strandspaziergang am KILLAHOEY BEACH übermütig in den immerhin 13 Grad warmen Atlantik stürzen musste ;-)) Als verantwortungsvolle Partnerin erwartete ich ihn mit Badetuch und blieb draußen, um ihn notfalls retten zu können. Jedenfalls ist klar, von wem unser großartiger Sohn den unwiderstehlichen Drang zum Eisbaden geerbt hat. Tochter Principessa steht den Männern in nichts nach ;-))

Sonst war der Tag wieder sehr gemütlich. Zuerst ein kleiner Ausflug zu den Mönchen in ARDS FRIARY, die leider, leider das Cafe schon geschlossen haben. Es ist die Hochsaison eben schon vorbei. Was wir ja so wollten. Die wunderbare Lage konnten wir auch ohne Capuccino & Kuchen genießen.

Der bisherige Höhepunkt des Tages war allerdings der Besuch des GLENVEAGH NATIONALPARKS mit dem gleichnamigen Schloss GLENVEAGH und einem traumhaft schönen Garten. Die Wanderung führte uns unter anderem entlang des LOUGH BEAGH. Bewegung kommt auf dieser Reise nicht zu kurz und das lieben wir besonders.

Jetzt sitzen wir immer noch mit kurzen Ärmeln und auch sonst leicht bekleidet an der Strandpromenade in der Sonne und schreiben den Blog. Bald werden wir wieder in einem Pub sitzen und der Live Musik lauschen. Es hat auch etwas Gutes, dass unser Appartement so schrecklich ist, denn sonst würden wir nicht so früh raus und dann lange in Pubs rumhängen ;-)) Noch eine Nacht müssen wir durchhalten, dann geht es zum Glück in ein (hoffentlich sehr schönes) 4* Hotel.

Raues Land, liebliche Strände, der Weg von Donegal -> Sligo

Halleluja, wir verlassen das schlechteste Quartier in einer der schönsten Gegenden Irlands und fahren nach STRANDHILL bei SLIGO im gleichnamigen County! Der Vermieter hat uns doch tatsächlich eine weitere Nacht angeboten, und zwar gratis. Nicht gratis und nicht mal für viel Geld wäre ich geblieben!

DONEGAL ist eine entzückende Stadt und als wir das County verlassen, schauen wir uns natürlich die Stadt noch genauer an. DONEGAL CASTLE fanden wir recht interessant, zumal sich dort der schönste Kamin Irlands mit besonders reichen Steinschnitzerein befindet. Der DONEGAL TOWER (errichtet von Red Hugh O’Donnel) feiert heuer übrigens sein 550-Jahres-Jubiläum. Die Wendeltreppe wurde absichtlich als „Stolperstein-Treppe“ angelegt, damit Eindringlinge mit Schwertern zu Sturz kommen mussten und so das Castle besser verteidigt werden konnte.

Die Fahrtstrecke war wieder von Naturschönheiten gepflastert. Kleine, verwunschene Forstwege wechselten sich mit kleinen, kaum befahrenen Straßen ab. Auf einem kleinen Friedhof, CALDRAGH CEMETERY , finden wir eine ZWEIGESICHTIGE GOTTHEIT, die ein wenig an Janus erinnert, aber nicht ist, sondern eine keltische Gottheit.

Überall 100 Shades of Green, nicht nur 40, sanfte Hügel, überall Schafe und glückliche Kühe (ich werde ab nun gern Kerry-Gold-Butter kaufen, wenn sie im Angebot im Supermarkt ist!) und natürlich sagenhaft schöne weite Strände. Iren baden gerne ihre makellos weißen Körper (haben Iren Pigmente??) im Atlantik. In BUNDORAN machten wir eher zufällig Rast und entdeckten, dass dieser Ort tatsächlich ein PREMIUM SEA SIDE RESORT ist. Hier entdecken wir Badende in einem uns aus Südafrika, den Azoren und Madeira bekannten „Granny’s Pool“.

Und so brauchen wir für eine Distanz, die in zwei Stunden locker zu bewältigen ist, einen ganzen Tag. In SLIGO bummeln wir noch genussvoll durch die Stadt und den Fluss entlang. Die ABBEY besichtigen wir bei dieser Gelegenheit selbstverständlich und diese Ruine beeindruckt uns ebenfalls sehr.

Ein schöner Tag geht am Strand von STRANDHILL mit einem stimmungsvollen Sonnenuntergang zu Ende. Heute und morgen dürfen wir unsere müden Glieder in einem schönen Zimmer in einem schönen Hotel, dem STRANDHILL LODGE AND SUITES BOUTIQUE HOTEL, betten. Halleluja (schon wieder) ;-))

Entschleunigung und Relax

Klar haben wir uns auch heute wieder ein wenig in der Gegend herumgetrieben, ABER sehr entspannt, sehr relaxed. Die Luft ist wieder glasklar und schmeckt nach Meer, also nach Salz, Jod und Freiheit.

Unser erster Halt war der malerische Ort ROSSES POINT.

Walter konnte heute endlich etliche Drohnenflüge absolvieren, weil es windstill war. Milde 21 Grad bei strahlend blauem Himmel sind wirklich himmlisch (Wortwiederholung ist Absicht). Die folgenden Bilder sind vom PARKES CASTLE und von MANORHAMILTON CASTLE (das ist die Ruine).

Der GLENCAR WATERFALL liegt sehr hübsch und ist für die Iren eine Sehenswürdigkeit, kann aber natürlich mit den uns bekannten Wasserfällen nicht mit.

Gut finde ich, dass es das Programm LOBSTER ALERT gibt und die Menschen aufmerksam gemacht werden, dass man die Ressourcen der Meere schonen und nicht ausbeuten soll!

Ursula van der Leyen würde uns ja liebend gerne ab 60 das Autofahren verbieten. Ich bin der lebende Beweis, dass man/frau (das Gendern bringt mich noch um den Verstand!) auch im zarten 69. Lebensjahr im Linksverkehr ein rechtsgesteuertes Auto zu lenken lernen kann. Und es macht sogar Spaß und weitere Synapsen im Gehirn werden auch gebildet! Gewöhnungsbedürftig ist es, mit der linken Hand zu schalten, was mir als umgelernte Linkshänderin (ich bin dadurch mit beiden Händen ziemlich gleich geschickt) eigentlich leicht fallen sollte. Nichtsdestotrotz passiert es mir pro Stunde 2-3mal, dass die rechte Hand den Schalthebel rechts sucht. Gewohnheit ist ein Luder.

Es fällt auf, dass in Irland wesentlich mehr Rothaarige leben, nämlich 13 % der Bevölkerung, während weltweit nur 2 % rotes Haar haben. Logisch, wenn man nur an Afrika und Asien denkt! Es sieht auf dieser grünen Insel jedenfalls hübsch aus in allen möglichen Schattierungen und Färbungen lebendiges Rot zu sehen.

Heute wird nicht mehr gefahren, daher ist ein GUINNESS als Schlummertrunk erlaubt ;-))

Faszinierende Landschaften in Connemara

(Anmerkung: Wie immer sind die FETT geschriebenen Worte mit einem Link hinterlegt, sodass ihr bei tieferem Interesse nähere Informationen abfragen könnt.)

Einmal mehr hat uns heute die Sonne geweckt und in dieser Stimmung sind wir vom schönen Hotel im schönen STRANDHILL ins farbenprächtige County CONNEMARA aufgebrochen. Der Tag war nicht reich an „Action“, aber mit einer Fülle herrlicher Impressionen und viel Lachen beschenkt.

Eigentlich wollten wir zuerst einen Schrein in der KILLASPUGBRONE CHURCH mit einem abgebrochenen Zahn von St. PATRICK aufsuchen. Dann hat sich allerdings herausgestellt, dass es sich hierbei bloß um eine Replik handelt und sich das Original in Dublin befindet. Das war uns dann doch zu wenig, zumal wir ja auch beim echten Zahn Buddha’s in Kandy/Bali waren. Keine halben Sachen für die Wasis!

Reisetipp des Tages: Niemals auf Turnübungen zwischendurch verzichten! Ein wenig Stretching, Kraftübungen und Mobilisation erspart Verspannungen und Schmerzen.

Dieser kleine Umweg hat uns allerdings zu einem hübschen Fluss und zu den BALLYSODARE FALLS geführt, wo Walter wieder mit seine Drohne fliegen konnte. Er liebt es so sehr.

Da wir schon 2x mit Hausboot auf Flüssen unterwegs waren, musste der Abstecher nach CARRICK-ON-SHANNON unbedingt sein. Es wäre doch bestimmt sehr schön, den SHANNON bzw. ERNE mit einem Hausboot gemütlich zu befahren. Jedenfalls ist es ratsam, vor und nach der Flussfahrt einen Tag in Carrick-on-Shannon einzuplanen, denn der Ort ist entzückend und voller Leben. Unzählige Bars und Pubs bieten täglich Live-Music!

Die Landschaft hat sich verändert. Aus Hügeln wurden Berge und die vielen wunderschönen Loughs begleiten uns auf der Fahrt schon fast inflationär. Scherz! Natürlich können wir davon gar nicht genug sehen! Walter wollte unbedingt noch ASHFORD CASTLE besichtigen. Das hat sich dann aber leider als eines der weltbesten 5* Hotel erwiesen und hätte damit den Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten in diesem Urlaub gesprengt :-((

Von der Fahrt bereichert, aber kein bisschen müde, erreichen wir unsere bezahlbare Unterkunft in CLIFDEN für die kommenden zwei Nächte. THE POTTERS COTTAGE liegt sehr ruhig und ist genauso, wie wir es uns vorgestellt hatten. Morgen erwarten uns aufregende Überraschungen !!

Was für ein vergnüglicher Tag!

Heute haben wir auf der CONNEMARA OYSTER FARM ganz viel über Austern und über Austernzucht gelernt. Diese Farm ist besonders privilegiert, weil durch den CONNEMARA NATIONALPARK geschützt. Im Preis für die Führung war auch eine Austernverkostung inklusive und mein Süßer, der bisher Austern stets verweigert hatte, ließ sich heute zur Verkostung hinreißen. Mein Walter ist jetzt „angefixt“, so sehr hat er den Geschmack genossen ;-)) Mit Austern ist es wie mit Wein: jedes Terrain entwickelt seinen speziellen Geschmack. Hier schmecken die Austern ein wenig nach Gurke. Wer also Kosten sparen will und dem vor lebendige Tiere zu essen graust, kann demnach einfach von einer Gurke abbeißen :-))

Kurz zusammengefasst, damit ihr auch was durch unsere Bildungsreiche (!!) lernt:

Jede Auster filtert 200 Liter Wasser pro Stunde, es braucht 3 Jahre vom Austernsamen bis zur Austernernte, die Samen kommen aus der Bretagne, die Arbeit auf dieser Austernfarm wird von nur 5 Mitarbeitern sowie natürlich vom Meer und Gezeiten/Strömung selbst gemacht. Die Mitarbeiter brauchen nicht ins Fitness Studio zu gehen, denn jeder Austernkorb wiegt 15 kg! Diese Farm exportiert weltweit pro Jahr 60 Tonnen, was ca. 720.000 Austern entspricht.

Der Besuch der KYLEMORE ABBEY hat mich tief beeindruckt. Ein prachtvolles Gebäude, von seinen Besitzern geschmackvoll, luxuriös gestaltet, ohne protzig zu sein. Scheinbar waren die Henry’s sehr liebenswerte Menschen, jedenfalls hatten sie Geschmack und waren bei der Bevölkerung auch als faire Arbeitgeber beliebt. Leider sind die glücklichen Beziehungen durch den tragischen Tod von zwei der Damen des Hauses beendet worden. Briefe eines Witwers „I am heartbroken….“ und der Umstand, dass der andere Witwer nie wieder geheiratet hat, lassen auf echte Lovestorys schließen. Tragisch, aber auch sehr romantisch. Später haben Nonnen auf KYLEMORE eine Schule betrieben und als Kloster verwendet, daher ABBEY.

Herrlich auch der Viktorianische Garten und auch hier dominiert der gute Geschmack!

Auch meine geliebten CONNEMARA PONYS durfte ich streicheln. Obwohl ich früher immer Pferde mit hohem Stockmaß ritt, weil eine große Frau auf einem kleinen Pferd einfach blöd aussieht, hat mein Herz immer den kleinen Rassen gehört (von denen man auch nicht so weit runterfällt !!) : Connemara, Island Pferde, Haflinger, Appaloosa.

Es gäbe noch viel zu berichten, aber das hebe ich mir für die kommenden Tage auf. Zum Abschluss noch ein kurzer Blick auf die bunte Landschaft von Connemara mit Stechginster, Fuchsien, Erika, Gräsern und Farnen.

Halbzeit ist’s

Schnell ist die erste Hälfte unserer Genussreise durch Irland vergangen. Bei unserem ersten Besuch im Jahr 2000 standen uns lediglich 10 Urlaubstage zur Verfügung, heuer sind es 24. Hurra!!!

Dass Halbzeit ist, lässt sich nicht nur am Inhalt meiner (aus medizinischen Gründen zur Vorbeugung von Reflux etc. erstandenen) Flasche BUSHMILLS WHISKEY zu erkennen. Dass wir heute Waschtag hatten, ist ein weiteres Indiz dafür. Man will ja nicht 60 kg an Gepäck herumschleppen, also wird ein Waschsalon frequentiert. Wobei es diesmal gar kein Waschsalon war, sondern Wasch-+Trockenmaschinen beim Supermarkt. Das ist hier sehr verbreitet.

Unser heutiges Programm war die Fahrt über die sensationelle SKY ROAD. Wenn der Reiseführer „eine unvergessliche Straße entlang eines eindrucksvollen Küstenstreifens“ verspricht, bin ich ja von Natur aus skeptisch. Die SKY ROAD hat allerdings das Versprechen mehr als gehalten. Die Straße hat ein Versprechen GEhalten, wir haben gefühlte 200x ANGEhalten. Jedenfalls hat mein Süßer alle, wirklich alle Akkus leer fotografiert/gefilmt. Und der Mann besitzt unzählige Akkus, das ist eine Tatsache!

Wortwiederholungen waren heute unser Sprachmodell. „Wahnsinn, diese Landschaft“, „Schau, Wahnsinn…“ Aber wenn Fuchsien als Hecken baumhoch den Weg säumen, wie bei uns vielleicht Liguster oder Thujen, wenn die Heide in allen erdenklichen Farben erstrahlt, als wäre sie photogeshopped, dann können auch Redseligen die Worte versagen ;-))

Überall, rechts, links, mitten auf der Straße: Schafe, Schafe, Hammel, Schafe… An einem speziellen Punkt war um 1€ sogar schafmagenverträgliches Futter zu kaufen und da war ich (in einem Shirt, dass schon 2000 mit mir in Irland war – das ist Nachhaltigkeit ;-)) natürlich erste Reihe fußfrei bei meiner Lieblings-Grill-Zutat. Sorry für diese rohen Worte, aber es ist die Wahrheit, dass ein saftiges Lammkotelett für mich der Himmel auf Erden ist – es können ja nicht immer Austern sein.

Es wird hier noch TORF gestochen. Das sieht interessant aus, war früher bestimmt sinnvoll und notwendig. Ich glaube allerdings, dass das heutzutage für die Umwelt eher ungünstig ist, bindet Torf doch viel CO2. Also, ich bin ja keine Ökologin und möchte deshalb keine Meinung äußern, wovon ich keine Ahnung habe….

Gestern am Abend hat es uns noch in die MULLARKEY’S BAR verschlagen, wo uns um 8:30-ish pm die Band THE HOUSCATS mit qualitativ hochwertiger Musik erfreute. Da war wirklich ALLES dabei, sogar guter Jazz, Folk, Funk usw. Die Iren schreiben zur Uhrzeit für Verabredungen und Beginn eines Auftrittes oft ein „ish“ nach der Uhrzeit. Das bedeutet zum Beispiel : 8-ish pm. so ungefähr um 20 Uhr. Eine halbe Stunde später ist noch keine Verspätung.

So ein PUB ist mehr als bloß ein Pub oder eine Bar; es ist ein erstklassiges Kommunikationszentrum! Die Iren lernen wir als extrem gesellige Menschen kennen. Ohne jegliche Scheu wird man angesprochen, in Gespräche und Diskussionen verwickelt und alle, vom Barkeeper bis zu den Gästen, sind gut drauf, gut gelaunt und sehr, sehr auf Annäherung bedacht. Und weil sich immer so viele Menschen auf engstem Raum zusammendrängen, wird Irish-Dance auch getanzt, wie er eben getanzt wird. Das werden wir hoffentlich auch noch sehen!

Heute wohnen wir im hervorragenden CONNEMARA SANDS HOTEL & SPA. Durch ein Upgrade residieren wir in einem Palast mit Blick auf eine der schönsten Buchten, die sogar ausgezeichnet wurde mit einem Preis.

The weather has changed now

Heute morgen zeigte der herrliche Blick vom Schlafzimmerfenster zum Meeresstrand endlich gutes irisches Wetter bei 14,5 Grad Celsius, aber weiterhin trocken. Ich persönlich mag es ja, wenn der Horizont mit den Wolken verschwimmt und der blaue Himmel nicht von den Farben der Natur ablenkt. Und die Farben sind auch heute tatsächlich noch so, als wäre der Photoshop drüber gegangen, dabei sind es nach wie vor hauptsächlich meine schlichten Handyfotos, die ich hier poste.

Gleich beim Morgenspaziergang wurden uns magische Momente mit einer Schafherde, dem Schäfer und seinem Hirtenhund geschenkt. Walter hatte den Fernblick (no na, er ist immerhin auch ein begnadeter Schwammerlfinder und nicht -sucher) und am Horizont die Bewegung der Schafe in unsere Richtung wahrgenommen. Und da waren sie plötzlich, die knuddeligen, süßen Schafe samt emsigem Hirtenhund (Border Collie) und typisch irisch kontaktfreudigem Schäfer. Man nahm sich Zeit für ein ausführliches Gespräch über das Wetter, die Schafe, besprach die kommenden Urlaubspläne und versprach sich Freundschaft und Kontakt bis zum nächsten Treffen :-))

Die Fahrt nach GALWAY führte wieder am WILD ATLANTIC HIGHWAY entlang und verwöhnte uns mit grandiosen Szenerien!

Unsere Unterkunft für die kommenden zwei Nächte ist PRAICINS SEAFOOD LODGE B&B und nur 13 km von Galway entfernt. Unser komfortables Zimmer bietet auf zwei Seiten Meerblick und die Küche des Restaurants ist rundherum völlig zurecht bekannt und beliebt. Wir haben schon heute köstlich geschmaust und wissen auch bereits, was wir morgen zum Dinner bestellen werden. Die Gastro-Szene ist in Irland tatsächlich in irischer Hand!

Einen kleinen Schock habe ich Sparmeisterin heute erlitten, als ich zwei Briefmarken kaufte. 2,20 € für eine Briefmarke von Irland ins Ausland ist doch Wucher, oder nicht? Aber was soll’s, ich brauchte zwei Stück für meine sehr liebe Nachbarin und meinen Sohn, der mir auch immer und von jeder Reise eine Postkarte schreibt. Mit dem Töchterchen Principessa kommunizieren wir ganz modern per WhatsApp ;-))

Gut gestärkt wagen wir uns jetzt ins Nachtleben von Galway und schauen, was uns hier erwartet!

Typisch „gutes irisches Wetter“

8,5 – 9,5 Grad Celsius, stetiger Regen sanft aus grauem Himmel und die Wiesen auf den Hügeln wie frisch gewaschen. So typisch, so irisch, so beruhigend, wie ich Irland in Erinnerung in meinem Herzen hatte. Gutes Reisewetter und auch ideale Stimmungen für unsere Fotos hatten wir heute jedenfalls! Immer blauer Himmel ist auf Fotos ja auch fad.

Eine kurze Replik noch zu gestern Abend zu TRAD ON THE PROM: alle unsere Erwartungen wurden haushoch übertroffen. Die KünstlerInnen waren ausnahmslos Weltmeister sowie vom Ensemble von LORD OF THE DANCE; es war auch der Chefdramaturg und Komponist von LORD OF THE DANCE sowie ein ehemaliger, erfolgreicher Songcontest Teilnehmer auf der Bühne. Ausschnitte werden im Vortrag von Walter gezeigt. Wir konnten uns nach der Show sogar mit den sympatisch nahbaren KünstlerInnen unterhalten und auch Erinnerungsfotos schießen.

Kleines „Wasinger-Hoppala“ am Rande: am Vorabend trafen wir in einem versteckten Pub in Galway in einem versteckten Hinterzimmer auf einige Musiker, die phantastisch spielten, aber so gar nicht auf Stimmung machen aus waren. Sie probierten, unterbrachen, besprachen, spielten usw. Wir waren die einzigen Gäste in dem Hinterzimmer und sind dann nach ca. 20 Minuten gegangen, nicht ohne 5 € Trinkgeld generös zu deren offensichtlichem Erstaunen auf den Tisch zu legen. Tja, diese Musiker waren von TRAD OF THE PROM und wollten wohl eigentlich nur für sich sein :-)) Peinlich! (Ich habe allerdings auch schon einmal in Prag einem verdutzten Pianisten 2 € hingelegt, weil ich ihn für den WC-Wart hielt; warum steht er auch vor dem Klo herum…)

Das nächste „Wasinger-Hoppala“ ist uns dann in einer Hazel Mountain Chocolate & SHOP, die ich zufällig beim Vorbeifahren entdeckte und meinen Süßen sofort davon überzeugen konnte, dass wir unbedingt und sofort eine Pause brauchen. Im Shop fand ich toll aussehende Pralinen mit dem Preisschild € 2,50 und nahm natürlich an, dass sich der Preis auf 100 g bezieht. Weit gefehlt – € 2,50 kostete 1 einziges Stück! Für 8 Stück Pralinen und eine 75 g Tafel Schokolade bezahlte mein verdatterter Walter € 28,– und damit bloß 1 € weniger als gestern für die Austern ;-))

Der heutige Reisetag war jedenfalls wieder – nicht nur schokoladenmäßig – ein Genuss, denn es gab natürlich auch wieder viele interessanten Gebäude zu sehen, wie z.B. DRUMACOO CHURCH, DUNGUAIRE CASTEL und die CORCOMROE ABBEY. Fotos siehe folgend.

THE BURREN ist eine karge Landschaft und vermittelt sehr gut das Gefühl, wie hart das Leben für die Menschen hier immer schon gewesen sein muss. Heute mit den Einnahmen aus dem Tourismus hat man es wohl leichter. Immerhin reiht sich eine Bar an den nächsten Pub, es gibt Unterkünfte, Surfschulen, Tauchbasen usw.

In den BURREN finden wir auch die berühmte PORTAL TOMB, die wir schon 2000 fotografiert haben und die einzigartige Atmosphäre auf dieser Steinwüste aufgesogen hatten.

Heute haben wir wieder für zwei Tage Quartier bezogen, diesmal in der COAST LODGE in einem hübschen Zimmer mit direktem Blick auf den goldfarbenen Strand und das sanft bewegte Meer. Hier werden wir bestimmt gut schlafen, damit wir uns morgen unseren nächsten Reisehighlight ausgeruht zuwenden können. Mehr davon morgen.

Wenn das Abenteuer Pause macht,

weil es plötzlich doch ziemlich kalt (9 Grad Celsius) und nass und windig wurde, dann ist es noch lange nicht langweilig!

Ein Blick aus dem Fenster zeigt uns 6 Badende im Meer. Wir wollen überleben und entscheiden uns dagegen und für ausreichend warme Kleidung. Am Vormittag stehen die beeindruckenden und stets von heftigen Winden umwehten CLIFFS OF MOHER am Programm. Selbst ein Wollpullover, 3 Fleecejacken, 1 Softshelljacke und mein Regencape sowie 1 Kapuze vom Hoody, 1 Buff und zwei weite Kapuzen schützen mich unzureichend und ich friere nämlich ganz erbärmlich. Walter, mein Waldviertler, steht natürlich über den Dingen und versteht mich nicht.

Die CLIFFS OF MOHER zeigen sich heute von ihrer mystischen Seite mit ein wenig Nebel in der Ferne und dicken Wolken. Die Wiesen rundherum leuchten dadurch umso grüner. An der höchsten Stelle sind die steil ins Meer fallenden Klippen 214 Meter hoch. Mehr dazu findet ihr über den Link oben zu wikipedia.

Besonders gespannt war ich auf das MATCHMAKING FESTIVAL im kleinen Ort LISDOONVARNA. Seit 160 Jahren finden sich hier Menschen auf der Suche nach einem Partner/einer Partnerin ein. Es ist also quasi der Vorgänger von PARSHIP und ähnlichen Partnersuchplattformen. Der findige Pub-Inhaber Willy hatte die grandiose Idee, in seinem Pub eine Heiratsvermittlung zu betreiben.

Diese Idee hat sich durchgesetzt und wir wurden heute – ziemlich verblüffte – Zeugen, wie sich durchwegs ältere Damen und Herren neugierig beäugten und dann das Tanzbein schwingend annäherten.

Damen saßen brav aufgereiht auf Stühlen auf einer Seite des Lokals, während die Herren lässig an der Bar saßen.

In allen Hotels des kleinen Städtchens Lisdoonvarna gibt es ab Mittag Tanzmusik. Wir haben ein besonders arriviertes Traditionshotel für unseren Besuch gewählt, das RATHBAUN HOTEL. Irgendwie waren die Räumlichkeiten wie aus der Zeit gefallen und in manchen Bereichen fast ein bisserl gruselig. Im Tanzsaal war allerdings was los! Ein Alleinunterhalter spielte die Musik und die „einsamen Herzen“, Damen und Herren, kamen sich näher. Dass manch‘ Schlitzohr vorher den Ehering abgenommen hat, kann und will ich nicht glauben!!!

Von einer Kellnerin erfuhren wir, dass sich die Pärchen an den Tischen wohl in den vergangenen Tagen hier gefunden haben werden. So viel Hoffnung auf ein paar schöne Momente, so viel Sehnsucht nach Nähe, so viel Angst vor der Einsamkeit im Alter. Das Matchmaking-Festival in Lisdoovarna wird wohl niemals an Bedeutung verlieren. Und schließlich verlangt sogar im kleinen Österreich ein kleiner Politiker das Recht auf ein analoges Leben!

Am Abend wollen wir noch versuchen, in ENNIS ein wenig in die irische Atmospähre in KNOX’S PUB zu genießen, morgen geht es schließlich wieder weiter.

Tag 17. Ich bin heute im Krankenstand

Das hat sich ausgezahlt! Wir haben bei den CLIFFS OF MOHER wirklich gefroren und schon am Abend wurde genießt und geschnupft. Heute habe ich mich mit Gliederschmerzen und Kopfschmerzen und kranken Äuglein gerade noch ins Auto geschleppt. Mein Süßer ist deutlich robuster und vor allem unendlich tapfer.

Ich habe heute, am Beifahrersitz liegend und fest eingepackt, nur den Himmel gesehen. Ein zartes Blau, wie der Mantel der Muttergottes, und weiße Wölkchen und manchmal hellgraue Wolkenbänder. Die Sonne (12 Grad) hat meinen VapoRub gesalbten Brustkorb gewärmt und mehr habe ich nicht zu berichten und gebe hiermit an Walter weiter, der heute ausnahmsweise den Blog schreiben wird.

Zum Glück sind wir nun für 3 Nächte in einem sehr angenehmen Hotel, dem LOCH LEIN COUNTRY HOUSE untergebracht, wo wir sicherlich genesen werden.

So schnell wird man vom Fotografen und technischen Support zum Autor befördert! Nun denn, heute waren wir rund 200km meist auf kaum befahrenen Nebenstraßen unterwegs. Alleine das ist schon ein Abenteuer, denn die Straßen sind unglaublich eng. Richtig schwierig wird es bei Gegenverkehr, aber die meisten Autofahrer hier sind sehr geduldig und man findet immer einen Weg um sich aneinander – möglichst ohne Fahrzeugkontakt – vorbei zu schmiegen.

Die Landschaft hat sich auch verändert, keine Berge mehr und auch keine steinigen Hochebenen, sondern sanft hügelige Landschaften, fast wie im Weinviertel – halt Schafe statt Wein!

Erster Halt BUNRATTY CASTLE, erbaut im 15. Jhdt. Endlich einmal eine vollständig erhaltene Burg, die man auch besichtigen kann. Die meisten sind nämlich entweder in Privatbesitz, oder, die größeren Anwesen, wurden einfach zu Hotel umgebaut, was leider unser Reisebudget sprengen würde.

Auch für die Inneneinrichtung hat man versucht mit mit Möbeln, Kunstwerken und Alltagsgegenständen aus der Zeit zu füllen, was, meiner Ansicht nach, recht gut gelungen ist.

Im Park des Schlosses hat man dann eine Dorfstraße aus dem Ende des 19. Jahrhunderts nachgebildet. Sehr interessant z.B. das Schulgebäude oder auch die Arztpraxis (da wird dir Angst und Bang). Sämtliche Guides, die durch das Schloss führen, sind außerdem in mittelalterliche Kleidung gehüllt, was das Ambiente natürlich noch authentischer erscheinen lässt.

Nächster kurzer Zwischenstopp war dann bei der St. Brendan Cathedral in Ardfert. Dort habe ich allerdings nur mit der Drohne gefilmt. Wenn ihr diese Aufnahmen sehen wollt, müsst ihr schon zu meiner Reiseshow kommen (wann und wo wird im Blog rechtzeitig bekannt gegeben).

Letzter Halt war dann am berühmten Banna Strand, angeblich der schönste Sandstrand Irlands – war auch wirklich beeindruckend und kann mit so manchem Strand in der Karibik locker mithalten – aber Wassertemperatur halt, nach wir vor, um die 13 Grad.

Zweiter Tag ohne „Chefin“

Leider geht es meiner Liebsten noch immer nicht besser und so hat sie beschlossen wie Dornröschen den Tag im Bett zu verbringen.

Bis dann am späten Nachmittag der Frosch sie wieder wach küsste – äh,… oder nein -ich glaube es war der Prinz. Na ja, wie auch immer, mache ich mich gegen Mittag auf, um den Killarney National Park auf eher abgelegenen, fern der touristischen, Routen, zu erkunden.

Den Ring of Kerry (übrigens, mit dem PKW immer gegen den Uhrzeigersinn fahren – im Uhrzeigersinn fahren die großen Reisebusse und dann zockelst du stundenlang hinter denen her. Überholen wäre lebensgefährlich) heben wir uns für morgen auf. Heute gibt es Natur pur, wie es in der Werbung so schön heißt. Keine Burgen, Schlösser, Klöster, Kirchen, sondern nur Landschaft, Landschaft, Landschaft,…… und natürlich ein paar Schafe und Ziegen. Das heißt aber auch, es gibt wenig zu erzählen, außer, dass die Straßen abenteuerlich und sehr schmal sind und die Landschaft wunderschön.

Der ganze Park lädt mit traumhaften Wanderwegen zu größeren und kleineren Touren ein, wobei viele den Park auch in einer Pferdekutsche erkunden – gibt es hier an jeder Ecke zu mieten. So, und jetzt genießt die Fotos, ich lege mich hin – der Tag war anstrengend!

Ring of Kerry

und das nicht bei gutem (da würde der Regen ja ab und zu nachlassen oder sogar kurzzeitig aussetzen) sondern bei richtig grausigem irischem Wetter.

Übrigens meine Liebste kränkelt noch immer und so mache ich mich heute alleine auf den langen Weg auf dem berühmten Ring of Kerry. Es ist eine 179 km lange Panoramaküstenstraße im County Kerry im Südwesten Irlands. Viele Sehenswürdigkeiten, fantastische Landschaften und keltische Kultstätten befinden sich entlang der Strecke. Ich fahre natürlich, wie gestern schon empfohlen, gegen den Uhrzeigersinn. Den ersten Teil durch den Killarney National Park hatten wir gestern schon, deshalb beginne ich mit dem Kenmare Stone Circle. In der Mitte ein eindrucksvoller Dolmen wird von 15 Felsbrocken umkreist.

Weiter geht es durch liebliche – aber verregnete – Landschaften zum Staigue Fort. Leider wirkt aus der normalen Perspektive recht unspektakulär. Wäre ideal mit der Drohne aufzunehmen, aber leider regnet es und meine Fluggerät ist nicht wasserfest.

Langsam wird das Wasser auch in der Landschaft immer sichtbarer. Scheinbar ist auch diese Insel für die Aufnahme solche Regenmengen nicht geschaffen.

Nächstes Ziel sind die Cliffs of Kerry. Nach den wirklich spektakulären von Moher erwarte ich mir hier nicht allzu viel, werde aber ziemlich überrascht. Nicht nur, dass sie mit 300m wesentlich höher sind, zeigen sie sich mit vielen kleinen vorgelagerten, teilweise auch grünen, Inseln auch wesentlich farbenfroher. Noch dazu klart das Wetter auf und ich kann sogar ein paar Sonnenstrahlen auf meinen Bildern einfangen.

Bei der Weiterfahrt zeigt sich, als wollte sich Petrus bei mir für das Wetter entschuldigen, ein wunderschöner kräftiger, doppelter Regenbogen.

Durch den aussetzenden Regen und die herausblitzenden Sonnenstrahlen wird auch die Landschaft wieder farbenfroher.

Mein letztes Ziel heute ist das Cahergall Stone Ringfort. Das genaue Baudatum ließ sich bis heute nicht feststellen, es muss aber mindestens 1000 Jahre alt sein, Da sich mittlerweile die Sonne eingestellt und auch der Wind ziemlich nachgelassen hat, kann ich eine Runde mit der Drohne wagen und es gelingen tatsächlich fantastische Bilder, die man normalerweise – weil nur vom Boden aus – nicht zu sehen bekommt.

So, das wars für heute und jetzt muss ich schnell nach Hause, denn ich fürchte es gibt Schelte. Meine Frau ist allein zu Hause und hat nichts zu essen, auch keine Auto mit dem sie zu einem Restaurant fahren könnte – und mit Hunger kann meine Liebste ganz schlecht umgehen, da wird sie ganz schnell fuchtig.

Wild Atlantic Way

Bis um ca. 13 Uhr waschen uns immer wieder kurze „Sprühregen“ die staubige Windschutzscheibe sauber und schenken uns prächtige, opulente Regenbogen in Serie, weil gleich darauf wieder die Sonne hervorblitzt. Ab dann verwöhnt uns wieder die milde Spätsommersonne mit 14-17,5 Grad Celsius. Die vielen Seen und auch das Meer, jedes Gewässer zeigt sich strahlend blau. Wir genießen diese kitschige Pracht und auch den weiten Blick über sanfte, grüne Hügel vor dem Hintergrund höherer Berge.

Ich bin heute wieder fast ganz „die Alte“ und dafür sind wir beide dankbar. WaWa leidet ja immer fast mehr als ich, wenn ich nicht fit bin. Er hält das gar nicht aus ;-))

Ein netter Halt bei MOLLY GALLIVANS COTTAGE hat sich ausgezahlt, denn die Geschichte dieser tüchtigen Frau ist mehr als spannend und beeindruckend. Im Gespräch mit der reizenden Ladenbesitzerin erfahre ich, dass wir den richtigen Zeitpunkt für unseren Irland-Trip gewählt haben und ja nicht später hätten reisen sollen. Es wäre ab Mitte Oktober nämlich so ziemlich alles bzw. das meiste schon zugesperrt; Restaurants inbegriffen. Heute konnte mein Süßer noch seine keltische Musik für den Vortrag shoppen!

Ganz versteckt liegt der Steinkreis von DROMBEG. Walter war in seinem Element, weil er dort wieder Luftaufnahmen mit seiner geliebten Drohne machen konnte. Wir waren zuerst ganz alleine dort, später kam noch eine französische Familie dazu. Leider blockierten sie mit ihrem Picknick zum Lunch eine der Sehenswürdigkeiten dieser alten Kultstätte und so konnten wir davon mit der Nikon keine Aufnahmen machen. Ich habe aber schon während WaWa mit seiner Drohne flog, ein hübsches Foto aufgenommen. Die KELTEN haben ein Becken mit Wasser gefüllt, mit heißen Steinen das Wasser innerhalb von einer Viertelstunde zum Kochen gebracht und dann darin ihr Essen gekocht. Genial, nicht wahr? Der Steinkreis besteht aus 17 Steinen und wirkt wie ein sehr mystischer Kraftplatz. Ich bin in die Mitte und habe mich im Kreis gedreht und „gespürt“…

Wenn eine Küstenstraße schon den klangvollen Namen „WILD ATLANTIC WAY“ trägt, dann überrascht ein Strand, wie der INCHYDONEY BEACH nicht wirklich! Aber wenn man dann plötzlich davor steht, ist er schon atemberaubend! Traumhaft! Wahnsinn! Unglaublich! Dort könnte man gut und gerne eine ganze Woche verbringen und den Wellen und den Wellenreitern zusehen – oder einfach nur da sitzen und schauen!

Am frühen Abend war dann unser Hotel für die kommenden zwei Nächte erreicht: KINSALE HOTEL & SPA Manchmal hat man Glück und bekommt um 30 € pro Nacht ein Upgrade auf ein superschönes Zimmer mit Meerblick. Wir sind begeistert, denn bis auf das eine schreckliche (und teure) Elendsappartement haben wir immer nur wundervolle Unterkünfte gehabt.

Da ich ja gestern fast verhungert wäre waren wir heute in KINSALE hübsch im DINO’S essen. Köstliche Seafood Chowder und die unvermeidlichen Fish & Chips. Das Essen war exzellent und das Personal bezaubernd: eine süße Chinesin, ein temperamentvoller Inder aus Goa und eine ältere Irin, die singend durch das Lokal tanzte und dabei bediente. Großartig! DAS nenne ich Diversität vom Feinsten! Gute Nacht jetzt, ich muss noch ein bisserl arbeiten und morgen geht es mit neuen Highlights weiter auf unserer Reise.

BLARNEY CASTLE & GARDENS & THE STONE OF ELOQUENCE

Es hat durchaus einige Vorteile, alt zu sein:

1.) Wir zahlen für das Ticket pro Person statt 22 € nur 17 € und können die so ersparten 10 € hinterher im Burg-Cafe in Kaffee und einen winzigen Brownie investieren.

2.) Wir verfügen über die Zeit-Hoheit unseres Lebens und können uns erlauben, einen ganzen Tag im BLARNEY CASTLE verbringen. Bei einer Kurzreise wäre das undenkbar, leider.

Wie vor 24 Jahren haben wir den mühevollen Weg über viele ungleichen und unebenen Stufen bis zur Burgspitze auf uns genommen, um den BLARNEY STONE zu küssen. Dieser Stein wird auch „Stone of Eloquence“ genannt, weil er dem Küsser die Gabe der Sprachgewandtheit verleiht; das ist Fakt ;-)) Uns können somit ab sofort nicht mehr „die Worte fehlen“ !

Lehrreich bzw. tief beeindruckend die unterschiedlichen Gärten! So haben wir zum Beispiel im „Giftgarten“ erfahren, dass die Blätter des Rhabarbers tödlich giftig sind. Gut zu wissen in Zeiten, wo No-Waste-Cooking modern ist!! Man hört, dass man von Erdbeeren die Stiele noch für Tee verwenden kann usw. Im 2. Weltkrieg sind viele Menschen ums Leben gekommen, weil sie (wohl aus Hunger und Not) gutgemeintem Rat zufolge, den Rhabarber samt Blättern verzehrten.

Im Farngarten hingegen wähnt man sich im Dschungel. Der Vorteil hier ist allerdings die fehlende Luftfeuchtigkeit sowie der Umstand, dass es in Irland keine Schlangen gibt, seit St. Patrick alle aus Irland vertrieben hat!

Der Weg um den BLARNEY LAKE (oder auch Lough) bietet zauberhafte, romantische Perspektiven. Der See selbst ist ein Juwel des Gartens und bietet zahlreichen Tieren und Insekten ein sicheres Habitat.

Andere Länder, andere Sitten! Vor 24 Jahren waren wir anlässlich eines Kinobesuches ziemlich erstaunt, dass das Publikum bei Kuss-Szenen freudig applaudierte und den Bösewicht ausbuhten. In Österreich geht das Publikum bei weitem nicht so mit der Handlung mit. Heute stammt unsere Lernerfahrung aus dem Bereich SAUNA/DAMPFBAD/SCHWIMMBAD/JACUZZI und es ist eine eher unerfreuliche. In Irland setzt man sich in Badekleidung in Sauna und Dampfbad. Das ist für mich an sich schon ekelig genug, aber es kommt hinzu, dass es im Dampfbad keinen Wasserschlauch zum Abspritzen der gekachelten Bänke gibt und man sich tatsächlich in den Schweiß des Vorgastes setzen würde. Konjunktiv, weil wir das natürlich ausschließen!!! Das gleiche traurige Schauspiel in der Saunakabine, in der man sich in Badekleidung OHNE Handtuch auf die verschwitzte Holzbank setzten sollte! Der Jacuzzi glich einem Schaumbad, warum auch immer! Igitt!!! Im Hotelschwimmbad tummelten sich 30 Kinder einer Schwimmschule. Ich liebe Kinder, aber Schwimmkurse gehören nicht in den sogenannten Spa-Bereich eines 4* Hotels.

Das alles raubt mir nicht die Laune und in bester Stimmung freue ich mich auf morgen und auf die Weiterreise zu unserer vorletzten Etappe :-)) Mein Süßer freut sich ebenfalls :-))

Durch den Süden

Ein zauberhafter Sonnenaufgang, der uns im Bett anstrahlt, versöhnt uns mit dem merkwürdigen Spa-Bereich des an sich sehr schönen Hotels. Nichts hält uns mehr im Zimmer und schon sind wir unterwegs.

Der Tidenhub ist in Dungarvan beachtlich! So liegen die Schiffe auf dem Trockenen. So habe ich das noch nie gesehen.

DUNHILL, was für ein Ortsname! Während der Fahrt habe ich gewitzelt, dass wir hier wohl auf die Reste einer Zigarettenfabrik stoßen werden. Es gibt ja Zigaretten dieser Marke, nicht wahr? Entdeckt haben wir dann eine sehr mystische Ruine, die allen Klischees Irlands entspricht. Sehr romantisch!!

Ich habe an vieles gedacht, wenn ich an Irland dachte. Seebäder, Strandbäder und endlos lange Sandstrände kamen in meiner Gedankenwelt nicht vor. Auf dieser Reise wurde ich eines Besseren belehrt. Heute fanden wir unseren Traumstrand für einen ausgedehnten Strandspaziergang in TRAMORE. Sehr entspannend!!!

WATERFORD ist die älteste Stadt Irlands. Ich wünschte, es wäre so wie in Landshut gelungen, das alte Ensemble zu bewahren. Walter nannte es ein „Durcheinander“. Aber trotzdem war es sehr interessant, durch diese Stadt zu bummeln, die so sehr auf die VIKINGER hinweist. Sogar ein Langboot steht auf einer Ecke.

Wie auf Knopfdruck gab es um 18 Uhr wie jeden Tag das schönste Licht, die schönsten Sonnenreflexe. Auch heute wurden die weiten Wiesen von der Sonne „gefotoshoppt“ und strahlten im hellen Grün frischer, junger Erbsen.

Besinnlicher Ausklang in der Natur

Heute wollten wir noch einmal die wundervolle Natur des ländlichen Irlands in vollen Zügen genießen. Die märchenhafte Umgebung von GLENDALOUGH schien uns dafür bestens geeignet. Wir ließen uns ausgiebig Zeit für die ausführliche Besichtigung der über 1200 Jahre alten Klosteranlage GLENDALOUGH CATHEDRAL samt freistehendem Turm (die Eingangstür befindet sich übrigens im ersten Stock – da gab es früher wohl eine Leiter für den diensthabenden Mönch 😉

Der GLENDALOUGH FOREST PARK ist von einem sehr alten, historischen Friedhof umgeben, der auch in der Neuzeit noch genutzt wird. Wahrscheinlich müssen die Grabstätten nicht alle 10 Jahre nachgekauft werden, wie es bei uns üblich ist. Sind ja immerhin Historic Monuments.

Das gesamte Areal ist riesengroß mit Wäldern, Wiesen, Bachläufen, zwei Seen und kleineren Wasserfällen.

Unsere Rundreise führt uns sogar bis auf 450 HM über einen Pass namens SALLY GAP. Traumhafte, weite und grandiose Aussichten, so weit das Auge reicht, ist -außer der schmalen Straße- nichts von Menschenhand gemacht! Wir befinden uns quasi in der „irischen Pampa“ und finden das ziemlich gut!

Heute besuchen wir noch einen sehr netten und empfehlenswerten Pub, der für Wanderer auch Fremdenzimmer vermietet. Heute sind wir mitten in eine Hochzeitsfeier geraten. Man fand dennoch Zeit und vor allem hervorrangendes Essen für uns. Es hat göttlich geschmeckt und war preislich absolut fair!

Prähistorische Kultstätten und kultiges Nightlife

Die letzte Etappe von Rathdrum nach DUBLIN waren nur schlappe 50 km, aber diese 50 km haben wir zelebriert und genossen. Immerhin war die gesamte Reise ja als stressfreie Genusstour geplant und (!!) durchgeführt.

HILL OF TARA war bereits in prähistorischer Zeit eine Stätte von religiöser Bedeutung. Später wurde HILL OF TARA zum Nabel der irisch-keltischen Welt (600 VCHR bis 400 NCHR). Man sieht die Anlage heutzutage am besten aus der Luft, aber auch wenn man einfach über das Gelände schlendert, bekommt man einen guten Eindruck vom Ausmaß und von der Atmosphäre. Zentral ragt immer noch der sogenannte „Königsstein“ gen Himmel. Dieser STONE OF DESTINY (Stein des Schicksals) schrie der Legende nach, wenn er von einer Person berührt wurde, die würdig war, König von Tara zu werden. Da half eine königliche Geburt nichts, wenn der Stein still blieb, dann war’s das! Der König von Tara war auch automatisch der Hochkönig von ganz Irland. Bei uns blieb er stumm. Wir haben es wenigstens probiert….

Noch von den Winden um den Hill of Tara ein wenig erfroren, kamen wir schon bald nach MONASTERBOICE und dieser von außen unscheinbare Ort hat es tatsächlich „in sich“, aber Hallo! Hier fanden wir drei beeindruckende Kreuze aus Stein auf einem alten Friedhof rund um die Ruinen der Klosteranlage.

Das 3 Meter hohe Nordkreuz ist eines der älteste Steinkreuz Irlands und schlicht gehalten. Das MUIREADACH’s Kreuz (Ostseite + Westseite) ist 5,5 Meter hoch, am besten erhalten und mit den meisten Ornamenten gearbeitet. Das 7 Meter hohe Westkreuz steht direkt neben dem Rundturm und ist das höchste, stehende Kreuz in ganz Irland.

Weil aller Guten Dinge 3 sind, haben wir auch gleich BRU NA BIONNE besucht. 3500-2500 vor Christus erbaut, ist es eine Ansammlung prähistorischer Kultstätten. Heute sieht man noch den beeindruckenden mit großen Megalithen eingefassten Grabhügel. Alles natürlich in frischem Erbengrün, wie es in Irland halt so ist :-))

Die Fahrt war recht kurzweilig, weil immer wieder Schafe unseren Weg kreuzten und einmal – bitte das war eine Premiere – eine Herde von Jungrindern (jedenfalls schon größeren Kälbern) vor uns eine Straßensperre errichteten. Mein Gott, was waren die süß! Sie begannen unser Auto abzulecken und sahen mit ihren riesengroßen Augen so unschuldig beim Autofenster rein, dass man gar nicht hupen konnte. Irgendwann kam dann der Bauer mit einem Stock und trieb meine neuen besten Freunde wieder Richtung Weide.

Natürlich haben wir uns nach dem Check-in im ARIEL HOUSE (unsere Unterkunft für die letzten zwei Nächte unserer Reise) sofort nach Dublin aufgemacht, um ein paar Pubs zu besuchen. Das geht gut, weil man in irischen Pubs nichts konsumieren muss. An jeder Ecke finden sich Straßenmusiker, die sich die Seele aus dem Leib singen. Ein Nachwuchs-Ed-Sheeran war leider nicht dabei! Ein MUSS ist natürlich der Besuch der legendären TEMPLE BAR und da sind wir selbstverständlich gleich wieder mit den Einheimischen in Kontakt gekommen. Die Mädels auf dem Foto feiern einen runden Geburtstag und waren sehr guter Stimmung.

Der Kreis schließt sich

Unglaublich schnell sind unsere 26 Reisetage vergangen. Gestern haben wir es uns in Dublin zum Abschluss noch einmal so richtig gut gehen lassen. Ab 12:30 geht in den Pubs bereits „die Post ab“ und ausgezeichnete Musik heizt die Stimmung ein. Wir waren mittendrin und haben mitgesungen und getanzt.

Natürlich mussten wir uns noch die TRINITIY UNIVERSITY anschauen. Sie wurde 1592 gegründet und ist somit die erste Universität Irlands und auch eine der ältesten Universitäten Westeuropas. So richtig begeistert hat uns das Areal nicht, da fanden wir YALE und HARVARD beeindruckender. Dafür gibt es hier ein UNESCO Weltbucherbe, das berühmte BOOK OF SKELLS aus dem 8. Jahrhundert zu besichtigen. Geschrieben wurde es in Schottland im Kloster IONA, dann aber wegen kriegerischer Auseinandersetzungen nach Irland in Sicherheit gebracht. Und hier ist es dann auch geblieben.

Die Iren sind ein extrem freiheitsliebendes Volk. Rote Ampeln interessieren hier keinen Menschen, werden vielmehr als unnötige Empfehlung verstanden. Irgendwie überleben es dann scheinbar doch (meistens) die Passanten 😉

Für den Nachmittag haben wir eine IRISH DANCE PARTY gebucht und das war gut so! Klar, dass es eine rein touristische Party war. Internationale Gäste, quasi der gesamte Globus, schwangen hier nach Einführung und mit Anleitung das Tanzbein. Wir waren mittendrin und voll Enthusiasmus und, wie wir finden, durchaus begabt, dabei.

Ein paar Stunden später war es dann soweit und wir sind bei unserem Abschlussevent, der CELTIC NIGHT, angekommen. Ein ausgesprochen köstliches 3-Gang-Dinner und hervorragend gespielte Musik von Musikern, die wir in den Tagen davor bereits in diversen Pubs kennenlernen konnten. Höchstes Niveau! Es traten auch Tänzer und Tänzerinnen auf, wobei die Männer eindeutig bessere Tänzer waren. Vielleicht sind wir auch einfach schon zu verwöhnt, denn TRAD ON THE PROM war natürlich die allererste Liga des Irish Dance. Gelohnt hat es sich jedenfalls, dass wir am Nachmittag erste Tanzerfahrungen gesammelt hatten! Denn nach dem ersten Auftritt der Tänzer packte mich einer der beiden jungen Männer am Arm und schon fand ich mich auf der Bühne im Rampenlicht wieder ;-)) Zum Glück bin ich nicht schüchtern und er hat sehr deutlich angezeigt, was ich zu tanzen hatte. Ich bin es gewohnt, mich (von meinem Süßen normalerweise) führen zu lassen. Es hat Spaß gemacht! Und so ging unser letzter Abend nach vielen Tänzen und viel Gesang spät und glücklich zu Ende.

Heute fliegen wir wieder nach Hause in unser schönes Alltagsleben. Über das Datum des ersten Vortrages über Irland werde ich rechtzeitig informieren.

Ein kleiner Rückblick in Wehmut

Tja, die Zeit ist wieder einmal viel zu schnell vergangen.

  • 26 volle Reisetage liegen hinter uns, in denen wir die wunderschöne grüne Insel Irland umrundet hatten.
  • 3.458 km haben wir mit dem Mietwagen zurückgelegt
  • 250 km waren wir zu Fuß unterwegs (viele Stufen sind hier enthalten)
  • 22 Countys haben wir bereist

Heute möchte ich noch einmal ein paar Impressionen dieser Reise herzeigen und auch einige Beobachtungen in Erinnerung rufen.

Auffallend war für uns,

dass es kaum Kreuzungen gibt, sondern fast durchgängig Kreisverkehr, auch wenn dieser noch so klein und unscheinbar ist.

dass die Verkehrstafeln, Straßentafeln und Ortstafeln durchgängig zweisprachig (Irisch und Englisch) beschriftet sind. So wird das Irisch (Landessprache) gepflegt, obwohl Englisch die Amtssprache ist. Auch sonst war alles zweisprachig und nicht wie in Österreich, wo im öffentlichen Bereich oft mehr als 5 Sprachen verwendet werden (Deutsch, Türkisch, Serbisch-Bosnisch-Kroatisch, Farsi, Urdu, Englisch, Ukrainisch); das zwingt, Englisch zu verwenden und zu erlernen, was für alle ein Vorteil zu sein scheint.

dass die Parkgebühren deutlich billiger sind, als in Europa und den USA und Kanada. Oft kostete die Stunde 30 Cent oder 50 Cent oder war überhaupt kostenfrei!

dass die SchülerInnen durchwegs in den Schuluniformen ihrer Schule unterwegs sind. Die Röcke der Mädchen sind extrem kurz und die Burschen tragen dafür lange Hosen. Somit herrscht im Durchschnitt vom Stoffverbrauch Gleichstand ;-))

dass viele Iren mit Take-away-Packungen zu sehen waren. Wir hatten den Eindruck, dass in Irland nicht soooo viel daheim gekocht wird, wie bei uns in Österreich.

dass es überall extrem sauber war, obwohl Mülleimer im öffentlichen Raum von uns oft lange gesucht werden mussten.

dass abends im Pub bei viel Guiness, Ale, Lager und Cider besonders im ländlichen Bereich mehrheitlich Iren anzutreffen waren, während in Dublin ausländische Gäste in der Überzahl schienen.

dass die Iren ein außerordentlich freundliches und geselliges Volk sind, die extrem kommunikativ auch auf ausländische Gäste zugehen. Schön, fand ich, dass das irische Englisch für mich sehr leicht verständlich war. Wenn Iren irisch sprechen, ist es mit der Verständlichkeit allerdings komplett vorbei.

dass in den Pubs kein Konsumationszwang herrscht. Man holt sich sein Getränk von der Bar und steht oder sitzt, wo man möchte. Das fand ich sehr hilfreich, denn auf unseren abendlichen Touren waren wir oft in 3-5 Lokalen. Hätte ich überall auch nur ein kleines Glas Alkohol trinken müssen, wäre ich schon beim vierten Lokal vom Barhocker gefallen :-((

dass die Gastro/Pub-Szene fest in irischer Hand ist. Lediglich in Derry und vor allem in Dublin fanden wir auch häufig China-Restaurants, Kebap-Läden, Pizza-Buden, arabische Lokale und Fast Food Ketten. Schön war, dass wir eine echte italienische Bäckerei samt hervorragendem italienischen Kaffee fanden. Die Cannoli und der Cappuchino schmeckten sensationell gut!!!

Auf meine mir vor Reiseantritt gestellten Fragen fand ich folgende Antworten:

  • Es nieselt tatsächlich nahezu täglich ein wenig in Irland.
  • Die Iren trinken tatsächlich das Guiness nicht mehr lauwarm, sondern schön kalt.
  • Die Iren vertragen die Menge konsumierten Alkohols, denn wir haben kaum Betrunkene Iren wahrgenommen.
  • Es laufen tatsächlich überall Schafe auf saftig grünen Wiesen herum. Wir haben allerdings festgestellt, dass auch auf kleinen Landstraßen immer wieder Schafe frei auf der Straße unterwegs sind. Manchmal sind auch Kühe unterwegs.
  • Irlands Küstenlinie ist mehr als unglaublich beeindruckend. Irlands Küstenlinie ist atemberaubend schön! Es hat uns überrascht, dass es so viele karibisch anmutende Buchten und Sandstrände gibt. Es hat uns verwundert, dass so viele Menschen im 14 Grad kalten Meer baden!

Irland IST unbedingt eine Reise wert! Ich habe ein Stück Irland in meinem Herzen mitgenommen und ein Stückchen meines Herzens an Irland verloren.