Und täglich grüßt das Erdmännchen

5 Uhr früh war wieder Tagwache, aber es hat sich gelohnt, wie die folgenden Fotos beweisen.

Aus diversen Natur-Dokus, UNIVERSUM Sendungen im ORF kannten wir Erdmännchen natürlich. Aber im wirklichen Leben sind die kleinen Kerle (und Kerlinnen, so viel gegendert muss heutzutage schließlich werden) einfach zuckersüß und hinreißend. Wir haben uns sofort in die ERDMÄNNCHEN verliebt und die Erdmännchen haben sofort WaWa als höchsten Aussichtspunkt für das „Security-Erdmännchen“ ernannt.

Die Natur ist überwältigend und die Gespräche mit unserer kompetenten Rancherin Gemmi sind es auch. Sie erzählt, dass sie, aus ärmlichen Verhältnissen stammend, bereits als Kind um 3 Uhr früh aufstehen und Frühstück kochen musste, sich mit den anderen Kindern barfuß (!!) auf den 5 km langen Schulweg machen musste. Im Gegensatz zu heute gab es damals noch keine kostenlosen Schuluniformen und Schulessen vom Staat. Trotz bester Zeugnisnoten (AAA) durfte sie nicht auf die Universität, sondern ihr Bruder. Mädchen haben zum Lebensunterhalt beizutragen bis zur Heirat. Gerne wäre Gemma Zahnärztin geworden, aber statt dessen ist sie nun (eine großartige!!! ) Rangerin. Ob mein Versuch sie zu trösten gelang? Ich sagte ihr, dass sie als Zahnärztin wohl meistens weinerliche Gesichter sehen würde und als Rangerin nur glücklich lachende und dankbare Gäste. Das Trinkgeld wurde großzügig bemessen, denn sie hatte es sich unbedingt verdient.

Wir sehen natürlich nicht nur die putzigen Erdmännchen, sondern viele andere Tiere bescheren uns ebenfalls besonders schöne Momente!

Wir sind nun endgültig und ganz tief in das Safari-Feeling eingetaucht und können gar nicht genug staunend und dankbar die Natur genießen! In Botswana leben 120.000 Elefanten. Ich glaube, wir haben jeden davon gesehen UND fotografiert.

Traumhaft schönes Okavango Delta

Für dieses Highlight hat es sich tatsächlich gelohnt, wieder um 5 Uhr früh aufzustehen. Um 6 Uhr fahren wir bei Dunkelheit und heftigem Gewitter ab. Die Piste (Straße gibt es nicht) ist rutschig, aber unser Fahrer fährt souverän.

Wir sehen am Weg nach Xakanaxa Elefanten, Giraffen, Zebras, Impalas, Vögel, also alles, was das Herz begehrt und das Auge freut. Das MOREMI WILDRESERVAT bietet tatsächlich einen unglaublichen Artenreichtum, den wir im offenen Safari-Jeep bewundern, bevor wir in ein bloß 100-PS-Boot steigen und zwei Stunden lang durch das weitverzweigte Wasserstraßen-Labyrinth tuckern.

Nach der Bootsfahrt im gleißenden Sonnenlicht bei großer Hitze und ohne Schatten (mein Gott, was war ich doch wieder einmal tapfer ;-)) fahren wir endlich zu einem kleinen Flughafen und besteigen ein Kleinflugzeug für das heutige Tages-Highlight: 30 Minuten Flug über das OKAVANGO DELTA nach Maun! Wir sind sehr aufgeregt!

Im Flugzeug ist es extrem eng und mein Sitznachbar Frank aus Münster/D witzelt die ganze Zeit launig darüber, dass wir beide „Körperflüssigkeiten austauschen“, während unsere Partner gemütliche Einzelplätze einnehmen. Also, das Kleinflugzeug ist tatsächlich nicht optimal eingerichtet für diesen Überflug, aber lustig war es dennoch!

Am Abend können wir in unserer wunderbaren GOMOTI RIVER LODGE wieder gut Essen, den Tag Revue passieren lassen und neue Kraft schöpfen. Von allen wunderbaren Unterkünften auf dieser Reise wird diese Lodge mein Lieblingsplatz sein.

Bei den San

Gleich vorweg: diese SAN leben nicht mehr im Busch, sondern sind in der für sie glücklichen Lage, in einigen der Hotels als KöchInnen, im Servicebereich oder anderen Jobs, beschäftigt zu sein.

Sie leben aber natürlich dennoch ihre Kultur, zeigen uns gerne, wie man (sehr wichtig!) aus Pflanzenfasern durch mehrfaches Verknoten ein umweltfreundliches Toilett“papier“ herstellt. Wir lernen Heilpflanzen und Nahrungsmittel in der Natur kennen und es ist sehr spannend. Zum Schluss werden uns noch einige Tänze vorgeführt und wir dürfen uns zu Idioten machen und ungelenk und , leider völlig aus dem Takt, mittanzen. Europäer halt. Ich habe natürlich den Vorteil, vor vielen Jahren unter anderem auch einen Kurs in Afro-Tanz besucht zu haben!!

Weil auch DAS sein MUSS, werden wir zu allem Überfluss von den SAN auch noch bekocht. Bei allem Respekt vor fremden Kulturen und Vertrauen in die Sauberkeit der Gastgeberin: mir ist ein wenig mulmig zumute. Mein Süßer, beherzt wie immer, stürzt sich auf alle Angebote und zwar bis zu den Raupen, Würmern etc.

Hier sehen wir auch das, was SAN und Reiseleitung uns eigentlich nicht zeigen wollen. Ich schleiche mich nämlich kurz hinter die Küche und werfe einen Blick in die Hütten. Das nimmt dann sofort ganz viel von der romantischen Folklore, denn die Wohnsituation ist erbärmlich. Wir werden allerdings später, in Südafrika, die schlimmen Slums der ZULU sehen und dagegen ist das hier das Paradies.

Die Fotos der Hüttenausstattung werde ich aus Respekt nicht herzeigen, weil ich da schließlich einen Blick erhascht habe, der von den Gastgebern nicht gewollt war. Dafür ein paar Straßenszenen:

Wir wohnen jedenfalls (ich sehr nachdenklich) im bestens ausgestatteten SYMPHONIA GUESTHOUSE mit Pool und Bar und allem erdenklichen Luxus, der den Reisenden hier geboten wird. Ich bin froh, dass einige der SAN hier Arbeit und Brot finden!

Entspannte Fuß-Safaris, Massagen, Relaxen, bevor es weiter geht

Nach wieder einmal etwas mühsamen Grenzformalitäten zwischen BOTSWANA und NAMIBIA samt Seuchenteppich für Auto und je zwei Paar Schuhe geht es nun zu unserer letzten Station der Rundreise mit CHAMÄLEON REISEN.

Zum Ende der Rundreise sind zwei Nächte in der traumhaft schönen ONJALA LODGE vorgesehen und mein lieber Mann und ich hatten die gleiche Idee. Wir buchten die Panorama Suite. Es hat sich tatsächlich gelohnt, den kleinen Aufschlag zu bezahlen! Ein weiter Blick in den 1.700 Hektar großen Naturpark nordöstlich von Windhoek von der Veranda aus und schon zieht es uns immer wieder zu kleinen Safaris zu Fuß in die Natur.

Ein heftiger Regenguss vergeht so schnell, wie er gekommen ist und die klare Fernsicht ist wieder gegeben.

Wir sehen Paviana auf Felsen Ausschau halten und auch sehr viele der anderen Tiere (Kudus, Strausse, Echsen, Vögel, Zebras, Giraffen etc.) Afrikas. Wir frühstücken sehr beeindruckt während der frühen Morgensafari und lassen uns zwischendurch mit Massagen und Wohlfühlbehandlungen verwöhnen. Die Rundreise war interessant, aber auch fordernd und deshalb lassen wir es uns jetzt mal so richtig gut gehen!

Erholt geht es nun weiter nach SÜDAFRIKA, wo wir die nächsten drei Wochen mit lieben Freunden verbringen und weitere, schöne Ausflüge und Safaris unternehmen werden.