Reisevorbereitungen für 39 Tage Afrika: Die Packliste und Tipps

Zuerst einmal „Hallo“ und das Versprechen, dass diese Seite die mit dem meisten Text sein wird. Später werden eher die Bilder sprechen und die zweckdienlichen Informationen und vielleicht ein paar Anekdoten!

Meine Urlaubscheckliste ist adaptiert und wie immer stelle ich fest, dass ich mit wenig Kleidung auskommen werde müssen. Schwierig, denn in Afrika muss ich damit rechnen, dass ich auch schwitzen werde und ein T-Shirt wahrscheinlich nicht zweimal/dreimal nach gründlichem „Auslüften“ anziehen kann. Langärmelige Blusen sind ein Muss in Ländern, wo man von giftigen Mücken, Malariafliegen etc. gebissen werden könnte. Wegen eventueller Schlangenattacken oder Skorpionen ist festes Schuhwerk anzuraten!

Letztlich gelingt es doch: 10 T-Shirts, 2 Zipp-on-Ziff-off-Safarihosen, 2 Leinenhosen sowie 2 langärmelige Baumwollblusen, 1 Safarihemd, 14 Garnituren Socken und Unterwäsche, 1 Nachthemd, 2 Westen, 1 Regenpellarine, je 1 Paar Wanderschuhe hoch und halbhoch, Badeschlapfen, 1 Bikini, 1 Outdoor-Badetuch, mein Reisebettzeug von Tchibo inkl. Kopfpolster, Medikamente (unbedingt im Handgepäck!!) und Toiletteartikel. Ganz wichtig: ausreichend Nobite für Haus und für Kleidung einpacken und bei der Tagescreme auf ausreichend Lichtschutzfaktor achten (ich nehme gerne SPF 50, damit meine Haut nicht unnötig vorschnell altert)!!! Dann noch meine Dokumente und meine Kreditkarte. That’s it! Mehr braucht Frau nicht für die Reise.

Mein Süßer braucht natürlich wesentlich mehr! Er braucht seine Foto-/Film-Ausrüstung, seine Drohne (Achtung: nicht überall erlaubt), seine Go-Pro, seinen Reise-Laptop, reichtlich Speicherkarten und Sticks, Tagesrucksack, Fotorucksack, alle Reiseunterlagen und unsere Pässe und Impfpässe in Kopie und was weiß der Teufel sonst noch.

Die Reise beginnt

Wir haben uns nach reiflicher Überlegung ausnahmsweise wieder einmal zu einer geführten Reise entschlossen und bei Chamäleon bereits zum vierten Mal gebucht.

Für die ersten 2 Wochen sind wir hier in guten Händen erfahrener afrikanischer Reiseleiter und in einer überschaubaren Reisegruppe von 12 Gleichgesinnten. Nach den ersten beiden Reisewochen werden wir uns mit in Südafrika lebenden Freunden treffen und uns das Afrika jenseits der Touristiker von Einheimischen zeigen lassen.

Wir werden 4 Länder bereisen: Simbabwe, Namibia, Botswana, Südafrika. Und wir werden in 9 verschiedenen Unterkünften wohnen.

Aber zuerst steigen wir ins Flugzeug. Wir haben gespart und keine besonderen Sitzplätze beim Notausgang oder mit mehr Beinfreiheit gebucht. Wir haben uns in der vorletzten Reihe zu Zweit drei Sitzplätze geteilt und hatten so genügend Platz. Wichtig ist mir stets, dass ich aufstehen und meine Turnübungen machen kann, damit ich beschwerdefrei am Reiseziel eintreffe.

Victoria Falls, wir kommen

Der Flug war angenehm und die rund 12 Stunden mit Filme anschauen und ein bisserl dösen leicht zu schaffen. Nun beziehen wir unser erstes, wunderschönes Hotelzimmer auf dieser Reise in der Ilala Lodge. Wir hören bereits die Vic Falls und gehen aufgeregt zum hervorragenden Abendessen.

Ein großer Schreck für mich: eine SCHWARZE MAMBA ruht entspannt auf einem Mäuerchen des Restaurants. Ein Biss von ihren gefüllten Giftzähnen und 15 Minuten später hat man eine Audienz bei Gott (oder Allah oder Buddha, je nach Konfession).

Besuch und Überflug der Victoria Fälle

An zeitiges Aufstehen dürfen wir uns ab heute gewöhnen. Heute starten wir relativ spät um 7 Uhr mit dem Frühstück in der Ilala Lodge und brechen zu den Fällen auf. Der #Sambesi ist voll, wie schon lange nicht. Rundherum ist alles voller Gischt und wir genießen herrliche Regenbogen! Der Regenponcho nützt wenig, wir sind rasch nass bis auf die Haut. Vor lauter Gischt sehe ich zuerst die #Vic Falls gar nicht, bis ich dann eine gute Perspektive finde. Nicht umsonst nennen die Einheimischen den Wasserfall „donnender Rauch“. Er ist der breiteste durchgehende Wasserfall der Erde und es schießen bis zu 10.000 m3/s Wasser in die Tiefe.

Atemberaubend zeigen sich der Sambesi und die Vic Falls von den verschiedenen Aussichtspunkten! Besonders schön wird aber der Blick vom Helikopter aus aus der Vogelperspektive!

Nach diesem tollen Tag fahren wir nach Botswana ca. 100 Kilometer in 2 Stunden zum Chobe zu unserer nächsten Lodge. Das Abenteuer schreitet voran.

Chobe Nationalpark

In SIMBABWE haben wir leider große Armut der Bevölkerung gesehen. Das tut richtig weh, wenn man aus seiner kleinen, heilen Luxuswelt der Lodge auf der Straße die Bettler sieht! Und deshalb blickt mein Schatz auch im Helikopter beim Flug über die Vic Falls sehr nachdenklich drein. Er ist eben sehr sensibel.

Es ist eine ganz andere Welt in BOTSWANA, wo es den Menschen deutlich besser geht, die Regierung Grundstücke kostenlos für den Hausbau zur Verfügung stellt, es genügend Schulen und Krankenhäuser gibt. Die Einreiseformalitäten sind rasch erledigt. Der Impfstatus wird erfragt, der Impfpass ignoriert und der Reisepass mit großem Interesse gelesen. Der Eintrag meines Hüftimplantates entsprechend bewundert und gewürdigt ;-)) Wir wandern über eine Art Seuchenteppich (eine schmutzig aussehende Pfütze) und müssen auch ein zweites Paar Schuhe auf diese Weise „reinigen“. Ja, wenn’s denn sein muss.

Zwei Tage werden wir in der wunderschönen CHOBE SAFARI LODGE übernachten und erste Safari Ausflüge (Start 05:45 !!!!) im CHOBE NATIONALPARK unternehmen. Herrlich, denn wir sehen sofort Elefanten, Büffel, Hippos, Krokodile, viele Vögel und sogar Adler und den besonders schönen „lila breasted roller“! Viel mehr Fotos werdet ihr sowohl auf Walters Website https://walterwasinger.at/ , als auch bei seinen Vorträgen sehen.

Ungefähr so erledigt kommen wir abends in unserer Lodge an. Die schwimmenden Elefanten, wo nur der Rüssel aus dem Wasser ragte, waren ein beeindruckendes Erlebnis und als uns ein aufgebrachter junger Elefantenbulle im Testosteronrausch zu jagen begann, stieg auch der Adrinalinspiegel extrem an. Unser Fahrer legte sofort den Retourgang ein und wir zogen uns demütig zurück. Ja, die Männer sind halt auch in der Tierwelt vom Testosteron gesteuert. Einwände? Wohl kaum ;-))

Die verkehrte Welt der Baobab Bäume

Baobab Bäume sehen aus, als ob sie quasi „auf dem Kopf stehen“ würden und die Wurzeln statt einer Baumkrone in den Himmel ragen. Unglaublich faszinierend sind diese gewaltigen Bäume anzusehen und deren Schatten zu genießen.

Wir sind für die nächsten zwei Nächte in das PLANET BAAOBAB CAMP übersiedelt und wohnen nun in einer typischen Lehmrundhütte, die selbstverständlich sehr bequem ausgestattet ist. Klimaanlage gibt es zwar nicht, dafür sind Luftschlitze zwischen Dach und Seitenwänden. Ich mag gar nicht darüber nachdenken, welche Tiere da eventuell kriechen könnten! Aber es ist nix passiert, also alles gut.

Diese Reise beschert mir eine gänzlich neue Erfahrung. „Bushy – Bushy“ heißt das Abenteuer. Und es ist – zumindest für mich – wirklich ein Abenteuer. Sogar in Indien fand sich auf den Fahrstrecken immer zur rechten Zeit eine ordentliche Toilette. Unser Reiseleiter Sahil hat diese immer vorab geprüft und mit 4*, 3* etc. beschrieben.

Hier gehen wir mit stampfenden Schritten in die Natur, klatschen dabei fest in die Hände und hoffen, dass uns keine MAMBA in den Popo beißt. Ich habe eine veritable Schlangenphobie und das ist für mich eine wahre Herausforderung, der ich mich hier stellen muss! Aber: der Mensch wächst an der Herausforderung und auch ich, wenn ich meine Komfortzone verlassen muss.

Kalahari und neue beste Freunde

Einst befand sich ein vom Okavango gespeister Binnensee dort, wo sich jetzt die MAKGADIKGADI-SALZPFANNEN befinden. Mit über 12.000 km2 gehören sie zu den größten Salzpfannen der Erde. Wir sind natürlich schon um 5 Uhr früh aufgestanden und nach langer, staubiger Fahrt im Safari-Jeep auf rumpeligen Pisten dort angekommen, um die KALAHARI zu erleben. Heiß war es, aber auch beeindruckend und auf der Fahrt gab es viele schöne Momente und natürlich auch Strauße zu bewundern.

Das absolute Highlight des Tages war für mich jedoch der Besuch der Grundschule! Die Kinder sind allesamt kleine Herzensbrecher. Sie haben es offensichtlich sehr genossen, im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit zu stehen und wollten gerne fotografiert und gefilmt werden. Wir hatten unendlich viel Spaß zusammen und es wird mir immer unvergesslich bleiben. Ein Stück meines Herzens wird für immer in dieser Schule im Dorf Gweta sein. Natürlich habe ich die Kids gefilmt und WaWa MUSS diese Sequenz im Vortrag einbauen, sonst hängt der Hausfrieden schief!

Über das Schulsystem und die medizinische Versorgung werde ich am Ende des Blogs über diese Reise einen gesonderten Beitrag erstellen. Das ist alles sehr interessant. Aber heute möchte ich die Konzentration auf den süßen Kindern von Botswana lassen.

Und täglich grüßt das Erdmännchen

5 Uhr früh war wieder Tagwache, aber es hat sich gelohnt, wie die folgenden Fotos beweisen.

Aus diversen Natur-Dokus, UNIVERSUM Sendungen im ORF kannten wir Erdmännchen natürlich. Aber im wirklichen Leben sind die kleinen Kerle (und Kerlinnen, so viel gegendert muss heutzutage schließlich werden) einfach zuckersüß und hinreißend. Wir haben uns sofort in die ERDMÄNNCHEN verliebt und die Erdmännchen haben sofort WaWa als höchsten Aussichtspunkt für das „Security-Erdmännchen“ ernannt.

Die Natur ist überwältigend und die Gespräche mit unserer kompetenten Rancherin Gemmi sind es auch. Sie erzählt, dass sie, aus ärmlichen Verhältnissen stammend, bereits als Kind um 3 Uhr früh aufstehen und Frühstück kochen musste, sich mit den anderen Kindern barfuß (!!) auf den 5 km langen Schulweg machen musste. Im Gegensatz zu heute gab es damals noch keine kostenlosen Schuluniformen und Schulessen vom Staat. Trotz bester Zeugnisnoten (AAA) durfte sie nicht auf die Universität, sondern ihr Bruder. Mädchen haben zum Lebensunterhalt beizutragen bis zur Heirat. Gerne wäre Gemma Zahnärztin geworden, aber statt dessen ist sie nun (eine großartige!!! ) Rangerin. Ob mein Versuch sie zu trösten gelang? Ich sagte ihr, dass sie als Zahnärztin wohl meistens weinerliche Gesichter sehen würde und als Rangerin nur glücklich lachende und dankbare Gäste. Das Trinkgeld wurde großzügig bemessen, denn sie hatte es sich unbedingt verdient.

Wir sehen natürlich nicht nur die putzigen Erdmännchen, sondern viele andere Tiere bescheren uns ebenfalls besonders schöne Momente!

Wir sind nun endgültig und ganz tief in das Safari-Feeling eingetaucht und können gar nicht genug staunend und dankbar die Natur genießen! In Botswana leben 120.000 Elefanten. Ich glaube, wir haben jeden davon gesehen UND fotografiert.

Traumhaft schönes Okavango Delta

Für dieses Highlight hat es sich tatsächlich gelohnt, wieder um 5 Uhr früh aufzustehen. Um 6 Uhr fahren wir bei Dunkelheit und heftigem Gewitter ab. Die Piste (Straße gibt es nicht) ist rutschig, aber unser Fahrer fährt souverän.

Wir sehen am Weg nach Xakanaxa Elefanten, Giraffen, Zebras, Impalas, Vögel, also alles, was das Herz begehrt und das Auge freut. Das MOREMI WILDRESERVAT bietet tatsächlich einen unglaublichen Artenreichtum, den wir im offenen Safari-Jeep bewundern, bevor wir in ein bloß 100-PS-Boot steigen und zwei Stunden lang durch das weitverzweigte Wasserstraßen-Labyrinth tuckern.

Nach der Bootsfahrt im gleißenden Sonnenlicht bei großer Hitze und ohne Schatten (mein Gott, was war ich doch wieder einmal tapfer ;-)) fahren wir endlich zu einem kleinen Flughafen und besteigen ein Kleinflugzeug für das heutige Tages-Highlight: 30 Minuten Flug über das OKAVANGO DELTA nach Maun! Wir sind sehr aufgeregt!

Im Flugzeug ist es extrem eng und mein Sitznachbar Frank aus Münster/D witzelt die ganze Zeit launig darüber, dass wir beide „Körperflüssigkeiten austauschen“, während unsere Partner gemütliche Einzelplätze einnehmen. Also, das Kleinflugzeug ist tatsächlich nicht optimal eingerichtet für diesen Überflug, aber lustig war es dennoch!

Am Abend können wir in unserer wunderbaren GOMOTI RIVER LODGE wieder gut Essen, den Tag Revue passieren lassen und neue Kraft schöpfen. Von allen wunderbaren Unterkünften auf dieser Reise wird diese Lodge mein Lieblingsplatz sein.

Bei den San

Gleich vorweg: diese SAN leben nicht mehr im Busch, sondern sind in der für sie glücklichen Lage, in einigen der Hotels als KöchInnen, im Servicebereich oder anderen Jobs, beschäftigt zu sein.

Sie leben aber natürlich dennoch ihre Kultur, zeigen uns gerne, wie man (sehr wichtig!) aus Pflanzenfasern durch mehrfaches Verknoten ein umweltfreundliches Toilett“papier“ herstellt. Wir lernen Heilpflanzen und Nahrungsmittel in der Natur kennen und es ist sehr spannend. Zum Schluss werden uns noch einige Tänze vorgeführt und wir dürfen uns zu Idioten machen und ungelenk und , leider völlig aus dem Takt, mittanzen. Europäer halt. Ich habe natürlich den Vorteil, vor vielen Jahren unter anderem auch einen Kurs in Afro-Tanz besucht zu haben!!

Weil auch DAS sein MUSS, werden wir zu allem Überfluss von den SAN auch noch bekocht. Bei allem Respekt vor fremden Kulturen und Vertrauen in die Sauberkeit der Gastgeberin: mir ist ein wenig mulmig zumute. Mein Süßer, beherzt wie immer, stürzt sich auf alle Angebote und zwar bis zu den Raupen, Würmern etc.

Hier sehen wir auch das, was SAN und Reiseleitung uns eigentlich nicht zeigen wollen. Ich schleiche mich nämlich kurz hinter die Küche und werfe einen Blick in die Hütten. Das nimmt dann sofort ganz viel von der romantischen Folklore, denn die Wohnsituation ist erbärmlich. Wir werden allerdings später, in Südafrika, die schlimmen Slums der ZULU sehen und dagegen ist das hier das Paradies.

Die Fotos der Hüttenausstattung werde ich aus Respekt nicht herzeigen, weil ich da schließlich einen Blick erhascht habe, der von den Gastgebern nicht gewollt war. Dafür ein paar Straßenszenen:

Wir wohnen jedenfalls (ich sehr nachdenklich) im bestens ausgestatteten SYMPHONIA GUESTHOUSE mit Pool und Bar und allem erdenklichen Luxus, der den Reisenden hier geboten wird. Ich bin froh, dass einige der SAN hier Arbeit und Brot finden!