Nächste öffentliche Reiseshow: 5.10.2026, 16:00 Uhr ***** Japan: Land der aufgehenden Sonne ***** im Theater in der Seniorenresidenz am Kurpark Oberlaa, Fontanastraße 10, 1100 Wien

Tag 8: Invenness -> Insel Orkney

Heute hieß es zeitig aufstehen und dann mit dem Auto durch herrliches Grün und Weizenfeldgelb zur Fähre nach SCRABSTER, die uns in eineinhalb Stunden nach STROMNESS brachte. Ich habe mich mit Tabletten gegen Seekrankheit und einer kleinen Flasche Smirnoff Wodka gewappnet und tatsächlich geschafft, mich nicht übergeben zu müssen. Die See war doch ziemlich rauh, leider!

Die Inseln haben uns sofort in ihren Bann gezogen. Sie sind wirklich schön und haben uns viel zu bieten. Unser Quartier für die kommenden zwei Nächte haben wir im wunderbaren B&B Bed & Whisky gefunden, wo wir von Chris und Stefan gleich mit Tipps und Hilfestellung bei Buchungen sehr gut aufgenommen wurden.

Zuerst haben wir uns die STONES OF STENNESS angesehen. Zum Glück waren keine anderen Besucher da. Morgen wird ein Kreuzfahrtschiff mit 4.000 Passagieren die Insel überrennen ;-( Heute hat uns alles fast alleine gehört. Diese Stones of Stennes hätten fast nicht überlebt, weil ein Bauer sich dadurch gestört fühlte und etliche Stelen einfach wegbrachte. Ein Sturm der Empörung im Dorf hat die restlichen vier von den ursprünglichen elf Säulen (ca. 3000 vor Christi) gerettet. War es doch eine wichtige Kultstätte!

Ein Stück weiter befindet sich ein weit größeres Zeugnis vergangener Kultur, THE RING OF BRODGAR. Das hier ist wirklich riesig und sehr mysteriös und muss einmal das Herz der hier ansässigen Gemeinschaft gewesen sein. So sehr auch geforscht wird, ganz wird man es wohl nie -oder noch lange nicht- ergründen.

Morgen wird der Tag sehr intensiv genutzt werden, aber das verrate ich erst morgen am Abend 😉

Tag 7: Aberlour – > Inverness

Ein wenig Wehmut habe ich heute beim Aufbruch von unserem Übernachtungsquartier schon verspürt. Es war das ein ungemein entzückender Pub in dem man zu Kochen verstand. Das Personal war außerdem absolut outstanding und die Lage ganz nahe am RIVER SPEY. Das Frühstück hat heute alle Stückerln gespielt, wie man in Wien sagen würde. Tolle Eierspeise und großzügig auf den Teller gehäufter Stremmellachs!

Weil ABERLOUR direkt am MALT WHISKY TRAIL liegt, lag es nahe, dass wir wenigstens bei drei der Destillerien neugierig reingeschaut haben.

Die erste Destillerie war natürlich der „Platzhirsch“, ein familiengeführter Traditionsbetrieb. GLENFARCLAS. Die Flaschen und das Logo wie in alten Zeiten. Hier konzentriert man sich auf die Produktion und hält offenbar wenig von modernem Marketing.

Der zweite Betrieb war die nach der Stadt benannte Destillerie ABERLOUR. Hier wurde ich sehr kompetent beraten und habe auch zwei Kostproben genommen. Dieser Whisky war mir nicht mild genug.

Den absoluten Marketing/Vertriebs“hammer“ haben wir bei MACALLAN erlebt! Wir traten durch die sich automatisch öffnende Empfangstore (das waren keine Türen, das war riesig!) ein und es kam unwillkürlich ein bewunderndes „Wow“ über unsere Lippen. Sofort stand ein perfekt geschulter Jüngling vor uns und erklärte uns seine Whiskywelt. Die folgenden Fotos sind selbsterklärend. Und natürlich habe ich auch hier wieder zwei Whiskys ausprobiert und ein wenig kennengelernt. Köstlich – mehr ist dazu nicht zu sagen. (Obwohl der DALWHINNIE WINTER’S GOLD bleibt mein Liebling)

Weil wir uns für Geschichte interessieren UND weil wir die Eltern eines Oberst des Generalstabsdienstes sind, mussten wir unbedingt CULLODEN BATTLEFIELD einen Besuch abstatten. Dieses Schlachtfeld ist so klein, dass wir es in nur 30 Minuten umrunden konnten. Trotzdem haben hier die JAKOBITEN ihre letzte (und natürlich verlorenene) Schlacht gegen die Engländer geschlagen. Es müssen ca. 13.000 Krieger auf diesem kleinen Feld gewesen sein. Die Schotten hatten mit BONNIE PRINCE CHARLIE offensichtlich keinen guten Feldherrn. In weniger als einer Stunde verloren 1600 Krieger ihr Leben. 1500 davon waren Schotten. Es war das Ende des Clan Systems. Dass an diesem schönen Ort so viel Leid widerfahren ist, tut mir immer besonders weh. So viele verlorene Leben, so viele Leidtragende und Hinterbliebene…. heute grasen dort friedlich Rinder und traben Heerscharen an Touristen über die „Blutwiese“.

Einen ruhigen Abschluss fand dieser Tag bei einer Keltenstätte namens CLAVA CAIRN. Unter großen alten Bäumen konnte ich zwischen den einzelnen Resten der Bauwerke flanieren und wieder ein paar weitere Fotos für Walters Vortrag machen. Der Chef überflog das Areal mit seiner Drohne und danach konnten wir zu unserem Quartier für diese Nacht weiter fahren.

Wir haben auch heute wieder unglaublich beeindruckende Landschaften sehen dürfen und uns trotz des intensiven Programmes gut erholt. Morgen geht’s auf Orkney.

Tag 6: Aberdeen -> Aberlour

Heute gab es unser erstes richtiges „traditional scothish breakfast“ von dem ich mich allerdings nur über das pochierte Ei gewagt habe, weil alles andere zwar sehr gut und interessant aussah, aber eben auch sehr, sehr deftig. Ich vertrags halt einfach nicht.

Danach sind wir frohen Mutes zum CRATHES CASTLE & GARDEN & PARK gefahren, weil wir uns das Gebäude von außen anschauen wollten um uns und unseren Gelenken danach einen ausgiebigen Spaziergang zu gönnen. Das Castle ist momentan zur Hälfte eingerüstet, aber die Vorderseite sah recht nett aus. Der Garten wurde gerade kunstvoll im französischen Stil geschnitten, was mir total imponiert. Der Spaziergang durch den Park war erholsam, obwohl wir unsere Route mangels Beschilderung nicht finden konnten. 1000 Rosen, im Wald waren wir trotzdem 😉

Weiter ging es – heute wieder gemeinsam zufrieden schweigend – vorbei an Feldern, die an das „Majestätsgelb“ von Sterling Castle erinnert, an Wäldern und Wiesen auf denen entweder Rinder oder Schafe gleichmütig grasen. Das Getreide der Felder wird meiner Meinung nach wohl in beachtlichem Umfang für das Brennen von Whisky verwendet, statt für Brot. Denn ich habe hier schon wundervollen Whisky verkostet, aber leider habe ich noch kein gutes Brot zwischen die Zähne bekommen.

Aus Vorfreude auf BALMORAL CASTLE haben wir in BALLATER zuerst den HIGHLAND GAMES einen Besuch abgestattet und anschließend dem BALMORAL PUB. Im Pub war großartige Stimmung und es gab sehr solides, gutes, typisches Pub-Essen. Ein schöner Programmpunkt am heutigen Tag.

BALMORAL hofften wir besichtigen zu dürfen, zumindestens von der Ferne von außen. Leider weilt im August die Royal Family auf Balmoral und damit war dieses für den heutigen Tag geplante Highlight gestorben. Ich habe trotzig das Eingangstor fotografiert und ein bisschen die Gegend rundherum. Die Royals wissen genau, wo es besonders schön ist!

Um dem Flop ein gutes Ende zu geben, sind wir dann die letzte Meile zur ROYAL WHISKY DISTILLERY gefahren und ich habe im Shop noch zwei Whiskys verkostet. Aus medizinischen Gründen, weil ich doch das schottische Essen so furchtbar schlecht vertrage, habe ich mir für unterwegs eine Flasche von phantastischen „Dalwhinnie Winter’s Gold“ gegönnt. Der ist so weich, samtig, süße und brennt überhaupt nicht auf der Zunge. Meine Gesundheit ist gerettet! Oder doch nicht, denn den Dahlwhinnie Winter’s Gold MUSS man unbedingt eiskalt genießen. Ich muss mir also morgen einen anderen Whisky aus medizinischen Gründen besorgen 😉

Tag 5: Dundee -> Aberdeen

Heute war ein schweigsamer Tag. Nach der überaus positiven Überraschung, dass meine Tasche in der Distillery gefunden wurde, sind wir sofort nach dem Frühstück die eine Autostunde zurück nach Glenturret gefahren. Dort habe ich aus Dankbarkeit noch einen anderen Whisky verkostet, den ich dann aber doch nicht kaufen wollte. Wir werden noch so viele Orte mit unglaublich gutem Whisky (und Gin) besuchen, dass ich nicht alles an einem Ort einkaufen kann.

Jedenfalls hat uns dieser unfreiwillige Ausflug die Gelegenheit verschafft, uns die tolle Umgebung noch einmal genauer anzusehen. Und weil es so viel Schönes gab, bedurfte es keiner Worte. Und so tuckerten wir gemütlich durch die Gegend und genossen, was wir sahen.

Außerdem war ich diesmal auf die Beschilderung auf der Autobahn und den Schnellstraßen vorbereitet und konnte „Pedestrians crossing“ fotografieren. Auch den Kreisverkehr mitten auf der A90 habe ich dokumentiert. Ohne Beweisfoto glaubt uns das daheim niemand 😉

Mein Schatz konnte wieder zu pittoresken Ruinen mit der Drohne fliegen, während ich selig meine Dehn- und Entspannungs- und Kräftigungsübungen praktizierte.

Am Ende des Tages haben wir uns Hotel erreicht, welches in einer herrlichen Parkanlage liegt. Ich bemühe mich immer um Vielfalt bei den Urlaubsbuchungen. Hotel, Motel, B&B, Cottage, Farm, Herrenhaus – alles soll vorkommen. Heute ist es ein feudales Herrenhaus mit ganz viel Charme und Patina. Leider wird im Festsaal derzeit eine große Hochzeit gefeiert und das könnte deshalb eine etwas unruhige Nacht werden. Schau ma mal.

Wegen des Trubels sind wir dann doch noch nach ABERDEEN zum Abendessen gefahren. Parken in Schottland ist generell schwierig und teuer und in Aberdeen ist das natürlich auch so Deshalb mussten wir in erster Linie einen Parkplatz und dann erst ein Lokal finden. Hungrig haben wir eine Fehlentscheidung getroffen, die wir dann mit zwei Whisky Verkostungen reparieren mussten. Heute habe ich LAPHROAIG 10y und BALVENIE DOUBLE WOOD 12y probiert. Mein heutiger Favorit ist der Laphroaig 10y

Tag 4: Sterling -> Dundee

Ein grundsätzlich sehr schöner Reisetag hat einen bitteren Nachgeschmack bekommen ;-(( Ich habe nämlich in Stirling im Café Pompei meine Crossbag samt 50 Pfund und allen meinen Ausweispapieren (Mastercard, Bankomatkarte, Personalausweis, Führerschein) auf der Sessellehne hängen gelassen. Ich weiß bereits, dass die Tasche nicht gefunden und abgegeben wurde und das macht mich traurig. Dabei waren mein Süßer und ich dort so glücklich, weil es seine geliebten Canolli (der Mensch lebt nicht vom Lobster allein, manchmal muss es auch was Süßes sein !) und hervorragenden Capuccino gab. Und das muss man in Schottland erst finden!

Zuerst aber sind wir tapfer 3000 Schritte stramm steil bergauf vom Hotel zum STIRLING CASTLE marschiert. Die von einem übermotivierten Tourguide geleitete Führung haben wir bald abgebrochen, weil die so schrill und semilustig war. Da war uns der nüchterne Audioguide viel lieber. Über Humor läßt sich treffflich streiten. Jedenfalls hat uns die schwierige Geschichte Schottlands wieder tief berührt und uns MARIA STUART wieder ein Stück näher gebracht. Dazu sollte man sich unbedingt tiefer informieren, so mein Rat.

Seinen dritten Drohnenflug auf dieser Reise hat Walter zum Turm, der DAS Denkmal für WILLIAM WALLACE, auch als BRAVEHEART bekannt, ist. Die Flugbedingungen gestalteten sich zwar schwierig, aber mein Lieblingsdrohnenpilot war doch erfolgreich. Ich habe in der Zwischenzeit wieder …. ??? …. was wohl? – richtig: meine diversen Gesundheitsübungen praktiziert. Gut genutzte Wartezeit!

Zufällig sah ich ein Schild auf der A90 mit dem Hinweis auf die ÄLTESTE DISTILLERY SCHOTTLANDS, DIE NOCH PRODUZIERT. Also nichts wie hin! THE GLENTURRET ist wirklich ein Schmuckstück und produziert erstklassige Whiskys der Luxuskategorie. Ich habe gewissenhaft einige davon gekostet und auch sofort „meinen“ Whisky gefunden: „aged 14 years Peat Smoked“ zu 150 Pfund (ohnehin zu teuer für mich) und leider seit drei Monaten sold out. Wieso man den dann noch verkosten soll weiß ich nicht.

Ein paar Besonderheiten an diesem (traurige) Tag war der Umstand, dass es auf der A90 tatsächlich einen Kreisverkehr gab UND NOCH SCHLIMMER einen Fußgängerübergang! Wenn wir im urbanen Bereich unterwegs sind, ist es auch gewöhnungsbedürftig, dass es keine Fußgängerampeln gibt, sondern lediglich am Straßenrand ein Bord mit dem Knopf um eine Grünphase auszulösen. Irgendwann wechselt das Männchen von rot auf grün und das muss man erst bemerken.

Tag 3: Edinburg -> Stirling

Was für ein großartiger Tag! Perfektes, ganz und gar „unschottisches“ Wetter mit 20 Grad Celsius und sanfter Brise. Mein Süßer hat sich einige Überraschungen für mich auf dem nur rund 100 km langen Weg nach STIRLING ausgedacht. Da Stirling ein hinreißender Ort mit etlichen Sehenswürdigkeiten ist, hatten wir ursprünglich sonst nichts auf unserem Reiseplan.

Doch dann kam BLACKNESS CASTLE, eine wunderschön am Meer gelegene Burganlage und Walter zu seinem ersten Drohnenflug. Da werden seine Gäste bei den Vorträgen Auge machen! Ich habe in der Zwischenzeit meine diversen Gesundheitsübungen absolviert, damit ich diese drei herrlichen Urlaubswochen fit und elastisch verbringen kann.

BLACKNESS selbst ist reizend und überschaubar mit einer eigenen, alten Distillerie, die einen blended Whisky mit dem Namen von Queen Mary produzieren. Der Partnerort von Blackness ist übrigens St. Tropez ;-)) Ich habe den Whisky pflichtbewußt verkostet und für ganz gut, aber doch ein wenig scharf empfunden. Köstlich hingegen war der Hummer den wir uns ehrlich teilten !

Die nächste Burg wäre in LINLITHGOW zu besichtigen gewesen, was wir aber aufgrund der Überzahl an noch zu besichtigenden Burgen ausgelassen haben. Der vordere Burghof war außerdem von parkenden Autos verschandelt und das hat uns gar nicht gefallen. Immerhin wurde in Linlithgow die schottische Königin Mary geboren, die bereits im Alter von 6 Tagen (!) zur Königin wurde. Mit 19 war die Gute dann Witwe und mußte für Nachwuchs sorgen, indem sie ihre Cousin heiratete. Hier blickt sie wehmütig auf ihr Castle.

Weil’s so schön war und wir übermütig, sind wir durch romantische, verschlungene schmale „Straßen“ weiter zum CAIRNPAPPLE HILL. Mein Gott, war das ein endloser, herrlicher weiter Blick bis über das FORTH VALLEY! Während Walter ehrfürchtig im Untergrund eine antike Begräbnisstelle unterhalb eines von einem Steinkreis umgebenen Hügel besuchte, fand ich Erholung und selige Ruhe auf einem Bankerl bis er seinen Ausflug und seinen zweiten Drohnenflug des Tages absolviert hatte. Das nennt man Arbeitsteilung auf Reisen ;-))

So viel mit schönen Erlebnissen und Eindrücken „vertrödelte“ Zeit hat uns natürlich den Besuch von STIRLING CASTLE gekostet. Egal, diese Besichtigung werden wir morgen nachholen, zumal hier ja viele schottische Könige gekrönt wurden und dieses Castle von historischer Bedeutung ist.

Heute haben wir jedenfalls noch ROBERT THE BRUCE einen Besuch abgestattet, oder vielmehr seiner Statue. Über diesen Mann gibt es viel nachzulesen und das empfehle ich ausdrücklich! Hier würde es den Rahmen sprengen, wenn ich alle Infos geben würde.

Einen großartigen Blick von hier oben auf das WALLACE MONUMENT, gewidmet dem spätestens seit dem Film bekannten BRAVEHEART, haben wir zum Abschluss auch noch mitgenommen.

Und schon war wieder ein ereignisreicher Tag wie im Flug vergangen. Das Hotel ist Spitze und im dazugehörigen Restaurant wird sensationell gut gekocht. Nach dem köstlichen Hummer und einer Kaffeepause bei den riesigen Pferdeskulpturen THE KELPIES im HELIX PARK hatten wir nur einen kleinen Hunger und waren mit einer geteilten Portion gut satt.

Morgen wartet STIRLING CASTLE auf uns und vielleicht gibt es auch morgen wieder Unvorhergesehenes, wer weiß…

2. Tag: Edinburgh

Ausgeschlafen erobern wir heute mit dem „Hop on – Hop off – Bus“ die Stadt. Das ist der Plan und wir schlendern bei gutem schottischen Wetter (es nieselt und ist kühl!) durch die Stadt, wo wir auf das Denkmal von GREYFRIARS BOBBY stoßen. Es handelt sich hier um die Legende eines treuen Hundes, der ab 1858 nach dem Tod seines Herrchens (Polizist John Gray) vierzehn Jahre lang an seinem Grab wachte und das nur beim „13 Uhr Läuten“ zum Fressen im Coffee House verließ. Ob das wirklich so war? Es erinnert die Geschichte doch stark an den Hund Argos in Homers Odysee.

Von all den beeindruckenden Punkten unserer heutigen Besichtigung ist besonders HOLLYROOD HOUSE PALACE hervorzuheben. Der teure Eintrittspreis von mehr als € 30,– pro Person war eine lohnende Investition. Immerhin veranstaltet die Königliche Familie bis heute im Garten grandiose Gartenpartys und nutzt die feudalen Räumlichkeiten.

Es war verboten im Palast zu fotografieren. Das fanden wir angesichts der hohen Eintrittspreise unverschämt und haben uns deshalb ganz, ganz heimlich doch einige Fotos erschlichen ;-)) Bei den tollen Schmuckstücken und dem großen Speisesaal hat uns eine besonders aufmerksame Aufseherin leider nicht aus den Augen gelassen und deshalb gibt es keine Foto davon und auch keines vom immer noch sichtbaren Blutfleck, der an ein schreckliches Drama erinnert. Am 9. März 1566 wurde die schottische Königin MARIA STEWARD nämlich Zeugin des Mordes an ihrem Privatsekretär DAVID RIZZIO. Der arme Mann wurde vom eifersüchtigen Gemahl (Lord Darnley) und dessen Gefolgsmännern mit 50 (!) Dolchstichen niedergemetzelt. Ein klassischer Overkill, wie man das in modernen Krimis nennt. Ich habe die Blutspuren im Parkett tatsächlich wahrgenommen. Schaurig. Ob die Eifersucht tatsächlich begründet war? In meinen Augen gilt für Maria Steward die berühmte Unschuldsvermutung!

HOLLYROOD ABBEY, die zum Palast gehörende wunderschöne mittelalterliche Abtei, war früher doppelt so groß. Mich hat auch die aktuelle Größe dieser Ruine schon beeindruckt. Wie muss es hier bei Hochzeiten und anderen Feierlichkeiten wohl gewesen sein?

Nach einem kurzen Besuch im BLACK CAT Pub, wo es Live Musik gab, beenden wir den heutigen Tag. Morgen ziehen wir weiter.

Tag 1: Edinburgh

Nach über 41 Grad Celsius in der vergangenen Woche in Wien haben wir uns verzweifelt nach der regnerischen Kühle Schottlands gesehnt. Nach 2:40 Stunden verschlafener Flugzeug sind wir dann bei vorerst 22 Grad gelandet und haben unseren bequemen Mietwagen übernommen. Wir hatten uns für ein großes Auto entschieden, weil außer uns ja auch noch unser Gepräck Platz braucht. Die vierköpfige Familie, die das neben uns geparkte kleine Auto gemietet hatte, musste verzweifelt auf einen größeren Wagen umbuchen. Mein Rat, die Kinder auszusetzen, wurde abgelehnt.

Unser Hotel liegt ideal nahe der Innenstadt und ist mit mehr als € 300,– pro Nacht dass teuerste Hotel auf dieser Rundreise. Ich hoffe sehr, dass das miserable Frühstück das schlechteste sein wird.

EDINBURGH ist überfüllt! Man könnte meinen in Japan zu sein, weil wir diese unglaublichen Menschenmassen bisher nur in Japan erlebt haben.

Der Grund für diesen Massenauflauf ist THE FRINGE, ein seit Jahren an Bedeutung gewinnendes Straßenfestival. Auf 260 Veranstaltungsplätzen werden von Artisten/Künstlern aus 71 Nationen Sage und Schreibe 54.000 Performances geboten! Es gibt alles von Tanz, Musik, Zirkus, Kabarett, Theater etc. etc. Witzig, dass wir sogar ein Plakat mit unseren SUMO RINGERN sahen, die uns in Japan so begeistert hatten! Die Welt ist klein für Reisende ;-))

Für die Besichtigung von EDINBURGH CASTLE konnten wir leider keine Tickets kaufen, weil für viele Tage voraus ausverkauft. Kein Problem, denn wir werden das am Ende der Rundreise nachholen. Diesmal haben wir nämlich die Tickets bereits gekauft!

Eine Radreise pro Jahr ist ein Muss!

Ja es ist wieder einmal soweit. Eine mehrtägige Radreise pro Jahr ist für uns ein absolutes „Muss“ und einer der Höhepunkte in unserem Reisejahr. Also haben wir wieder unsere minimalistische Radreiseausstattung in unsere bewährten Radtaschen gepackt. Unsere Reise führt uns von Hamburg nach Sylt.

Wie man auf diesem Foto sieht, ist wirklich nur das Allernötigste mitgenommen worden. Ich kann am Ende gerne eine Packliste und die Reiseroute angeben.

Da die Anreise nach Hamburg mit dem Zug ein sehr mühsames Unterfangen ist, haben wir uns zur auf zwei Reisetage aufgeteilten Anreise mit dem Auto entschlossen. Über die Anreise gibt es nicht viel zu sagen außer, dass es zwei Tage lang unaufhörlich geregnet hat. Wir blieben optimistisch.

Unser Optimismus wurde belohnt, hurra! In Hamburg gibt es feines Wetter und wir genießen den frühen Abend bei den Landungsbrücken und essen zur Einstimmung auf die Nordsee unsere ersten Fischbrötchen. Die ELBPHILAMONIE erfreut jedes Mal unser Auge. Dass es das Musical „KÖNIG DER LÖWEN“ immer noch spielt ist eine Überraschung. Daneben wird nun auch „MICHAEL JACKSON“

Der Härtetest: Etappe 1 von Hamburg nach Elmshorn

Wir setzen uns in Hamburg bei Schönwetter auf unsere e-Bikes und es beginnt in der gleichen Sekunde zu regnen. Nein, eigentlich regnet es nicht, sondern es ergeht ein sintflutartiges Unwetter, von Sturm begleitet, über uns arme Radfahrer. Die entzückenden Aussichten auf den Elbestrand und Elbchaussee, die hübschen Villen von Blankenese sehen wir nur durch einen Wasserschleier. Jetzt heißt es durchbeissen, durchhalten, nicht aufgeben und vor allem nicht gleich eine Pause in einem der einladenden Strandlokale machen. Nur wer radelt, wird sein Ziel erreichen.

Nach ca. einer Stunde im Regen reißt plötzlich der Regen ab und es wird etwas freundlicher. Gerade rechtzeitig, denn wir haben einen Kindersegelkurs der Klasse „Optimist“ zu beobachten. Da sind einige Talente unterwegs.

Zu früh gefreut. Wir steigen auf die e-Bikes und der Regen setzt promt wieder ein. Diesmal ist der Regen gekommen um zu bleiben. Es war die absolute Härte unter diesen Bedingungen zu radeln. Wir stemmen uns gegen Starkwind mit heftigen Böen von der Seite. Wir fahren auf schlammigen Feldwegen die mit den „Hinterlassenschaften“ der stoisch lagernden Schafe vermischt sind. Bei Seitenwind ein rutschiges Gewackel.

Die Schafe weichen nicht aus und wir müssen zwischen den Lämmern Slalom fahren. Aber auch das kriegen wir hin. Nach 55,7 km haben wir es geschafft und wir selbst sind auch geschafft. Wie gut, dass wir ein gemütliches und komfortables Hotelzimmer gebucht haben. Jetzt ab unter die heiße Dusche, rein ins Hotelrestaurant und dann ab ins Bett. Morgen müssen wir wieder fit und belastbar sein.

Etappe 2: Elmshorn nach Glückstadt

Petrus hat Mitleid mit uns armen Radfahrern und stoppt heute den Regen ein wenig. Schlau wie wir sind, warten wir bis 11:30 mit der Abreise bis der morgentliche Regen weniger wird. Und tatsächlich schaffen wir es heute trocken zu unserem Tagesziel nach GLÜCKSTADT. Ohne Regen, aber wieder mit heftigen Windboen im Sturm. Wir sind aber trotzdem sehr glücklich, denn ohne Regen fühlt sich das Radeln doch deutlich mehr nach Freude und Vernügen an.

Es geht auch heute durch zauberhafte Dörfer mit hübschen Häusern und gepflegten Gärten.

Die Fischbude kommt uns wie gerufen. Walter hat hier vor rund 20 Jahren schon einmal Rast gemacht und dieses Erlebnis gehört aufgefrischt! Mit seinem Backfischbrötchen ist mein Süßer total glücklich! Ich bin noch vom Frühstück satt und bedaure das im Moment sehr. Hier sind die Fische frischer, die Portionen größer und die Preise kleiner!

Immer wieder haben wir nette Begegnungen. Eine junge Mutter steht an einem der Absperrtore am Watt mit ihrer ca. 3jährigen Tochter und das Kind freut sich, uns die schwere Türe (gemeinsam mit Mama) aufhalten zu dürfen ;-)) Dafür gibt es von mir ein Zuckerl als Belohnung.

Die Felder bieten einen weiten Blick und die Ähren und Büsche und Bäume werden vom Sturm gepeitscht. Das heißt aber auch, dass wir auch heute die Aussichten nicht so richtig genießen können, weil wir uns auf das Radfahren konzentrieren müssen. Oft haben wir gerade mal 40 cm Wegbreite und bei seitlichen Böen muss man sich schon sehr konzentrieren um die Spur zu halten.

GLÜCKSTADT feiert heute die „Matjeswoche“ und wir haben da wirklich großes Glück hier mitfeiern zu können. Mitessen zu können ist natürlich auch ein großes Privileg und wir nutzen das auch gerne und gut.

Etappe 3: Glückstadt nach Brunsbüttel

Heute sind bloß 30 km an Radstrecke zu bewältigen und das ist für uns normalerweise keine, gar keine Herausforderung. Heute wurden diese 30 km eine Tour der Qual. 6 Beaufort von vorne und seitlich bei Eiseskälte sind wirklich schwierige Bedingungen. Wir sind hart im Nehmen, aber trotzdem leiden und frieren wir heute.

Einmal blies der Gegenwind so stark, dass ich selbst mit voller Akkuleistung das e-Bike nicht anfahren konnte. Mein Schatz musste mir helfen. Auch er hatte heute einen starken Verbrauch vom Akku und erreichte unser Hotel mit gerade mal 3 % Ladung. Glück gehabt!

Ein anderesmal musste ich kurz anhalten und Walter sah das nicht, weil er das Navi im Blick hatte. Kurz gesagt: er fuhr auf mein stehendes Rad auf und wir hatten schon wieder Glück, denn ich fiel nicht um, es löst sich bloß die eine Packtasche. Kein Ding, sowas passiert schon mal. Was auch passieren kann, ist, dass die Äste der Bäume abbrechen und auf die Straße fallen bzw. auf den Radweg.

Das Hotel ist klein, aber fein. Absolute Ruhelage direkt neben dem örtlichen Bestattungsinstitut :-((

In Brunsbüttel sind die meisten Restaurants und Gaststätten am Montag geschlossen. Ein großartiges Asia Restaurant hatte geöffnet und wir fanden Wärme durch Pho-Suppe und ein exotisches Entengericht. Jetzt heißt es für uns wieder ab ins warme Bettchen, Kraft tanken für morgen.

Etappe 4: Brunsbüttel -> Büsum

Heute hatten wir endlich das Wetter, das wir für eine mehrtägige Radtour brauchen. Es war trocken mit wenig Wind und ab 13:30 sogar etwas sonnig. Radlerherz, was willst du mehr?

Weil wir schon kurz nach 13 Uhr in Meldorf (unser heutiges Etappenziel eigentlich) angekommen waren und das Wetter so freundlich war, haben wir uns kurzerhand eine kleine Pause bei der örtlichen Bäckerei gegönnt. Fünf Minuten vor Ablauf der Frist für kostenlose Stornierung fiel meinem Süßen ein, dass wir doch den schönen Tag für weitere 20 km Fahrt nach BÜSUM nutzen könnten. Wer weiß schon, wie das Wetter morgen sein wird….. gesagt, getan. Walter storniert und ich buche zeitgleich ein Appartement in Büsum und wir radeln glücklich weiter.

BÜSUM ist touristisch, da ist was los, aber das stört uns nicht, denn es gibt viele nette Plätze zum Verweilen. Es gibt auch einen großzügigen Strand und Walter macht gleich eine Wattwanderung, während ich mich mit einer bezaubernden 80jährigen Dame aus Bochum am Strand unterhalte. Phantastisch, wie klar und fit sie im Kopf und auch körperlich ist.

Mit der heutigen „Fleißaufgabe“ haben wir die morgige Tour nach Sankt Peter Ording verkürzt und dann dort mehr Zeit.

Etappe 5: Büsum -> Sankt Peter Ording

Heute sollte es ein entspannter Radtag werden. Sollte werden. Das Wetter war ganz okay, kaum Wind und für 500 m sogar zarter Rückenwind, bewölkt, kein Regen. Leider gab es auf der gesamten Strecke auch keine einladende Raststelle zum die Landschaft genießen, plaudern, relaxen, was trinken….. Und damit wird die Strecke dann doch …. wie soll ich sagen? …. doof, es zieht sich dahin, der Popo tut weh, die Schultern verspannen sich.

Genug gejammert! Zwischendurch hat es sich wirklich so angefühlt, aber großteils war es ein superschöner Radtag. Alleine schon die Schafe und Kühe oben am Damm zu sehen mit nur Himmel als Hintergrund zu sehen, war Balsam für die Seele.

Die Menschen an der Küste sind ausgesprochen einfallsreich, wenn es um „Landgewinn“ geht. Mit einem ausgeklügelten System wird hier dem Meer Land abgetrotzt. Toll!

Eine Kolonie aus den unterschiedlichsten Möwenarten nistet auf einer Landzunge vor einer mächtigen Schleuse.

Das Naturschutzgebiet in SANKT PETER ORDNING mit seinen Salzwiesen, Dünen und dieser eigenen Wildnis ist wunderschön anzusehen. Erfreulicherweise gibt es dort auch ein großes „Gosch“-Fischrestaurant ;-))

Die Strecke heute betrug 49 km, Fahrzeit 3:32, in Fahrt 2:23. Morgen bleiben wir hier und erkunden die Umgebung und entspannen uns.

1. Ruhetag: Sankt Peter Ording

Aktivität muss sein, aber auch Regeneration und Ruhe muss sein. Deshalb haben wir uns heute den ersten unserer Ruhetage gegönnt. Weitere Pausen auf Föhr und Sylt werden auf dieser Radtour noch folgen.

Zuerst ein ausgedehnter Spaziergang über den weitläufigen Sandstrand zum Meer, ein bisserl im Wasser „pritscheln“ und dann gemütlich auf einer der Sitzgelegenheiten am Strand rasten und die Sonne genießen. Das macht Appetit auf eine gute Fischsuppe von Gosch am Strand.

Den Tagesabschluss zelebrierten wir in der menschenleeren DÜNEN THERME. Hier standen Dehnübungen und Massagedüsen am Programm. Das war alles, sonst brauchten wir gar nichts ;-))

Warum Radfahrenn so gesund ist?

Radfahren trainiert die Oberschenkel und das entlastet die Knie. Es werden die Bandscheiben durchgepumpt, die Wirbelsäule federt mit den Unebenheiten der Stecke mit, der Schultergürtel wird gestärkt, das Herz-Kreislauf-System aktiviert und trainiert, die Lungen gestärkt und für die Seele und Psyche ist es wie Balsam. Ich kann es sehr empfehlen!

Etappe 6: Sankt Peter Ording -> Husum

55 km bei strahlendem Sonnenschein über Wiesen und Felder und entzückende kleine Dörfer haben mich auch heute wieder rechtschaffen müde gemacht. Bei praller Sonne ist es ungemein wichtig, dass man viel, sehr viel, Wasser trinkt!

Ich frage mich, wer die vielen Schafe essen soll. Auf den Speisekarten findet man neben all den Fischgerichtnn auch das „Salzwiesen Lamm“, aber ich kann mir trotzdem nicht vorstellen, dass die lieben Tiere alle in Deutschland auf den Tisch kommen.

Heute können wir auch zweimal Rast machen und das ist gut, denn es gibt auch wieder lange Strecken auf Feldwegen zurückzulegen und das ist für den Schultergürtel und die Handgelenke anstrengend.

HUSUM gefällt uns sehr. Das ist ein hübscher Ort, an dem man gut zwei Tage verbringen könnte. Leider haben wir keine Zeit für das THEODOR STORM HAUS und das WEIHNACHTSHAUS oder das Museum. Wir begnügen uns damit, durch das Zentrum zu flanieren, uns kulinarisch zu stärken und mit einem Eis zu belohnen.

Etappe 7: Husum -> Nordstrand

Yippie! Ideale Radfahrbedingungen! Die direkte Verbindung von unserem letzten Hotel zum heutigen wären bloß 12 km Distanz gewesen. Es wäre aber ewig schade, diese Abkürzung zu nehmen. Wir haben natürlich die Halbinsel komplett umrundet (gehalbrundet ;-)) und das herrliche Radfahrwetter und die schöne Streckenführung genossen!

Diesmal gab es auch wunderbare kleine Lokale für eine idyllische Rast! Der Popo dankt es uns und die zauberhafte Landschaft hat ein gerüttelt Maß an Muße auch verdient.

Unser heutiges Quartier liegt mitten in einem Naturschutzgebiet zwischen einem Kanal und den Salzwiesen an der Nordsee. Außer unserem Hotel und dem Kanal und den Salzwiesen gibt es hier nichts; nur Natur pur. Schafe wohin das Auge blickt Sogar am Teller des Abendessen.

Etappe 8: Nordstrand -> Insel Föhr

Besser geht es wirklich nicht! Gestern der wundervolle Tagesabschluß im entzückenden Hotel an der ARLAU SCHLEUSE mit einem köstlichen Abendessen auf der Terasse mit Blick auf den Kanal. Herrlich weiches Licht, eine milde Brise und absolute Entspannung inmitten großartiger Natur mit Vogelgezwitscher.

Und heute ging es in dieser Art und Weise weiter. Die zurückzulegende Strecke betrug 34 km auf gut ausgebauten Wegen durch das Naturschutzgebiet. Einzig das häufige Ab- und Aufsteigen auf das Rad bei den Absperrungen wegen der Schafe war ein wenig lästig, aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

Weiter Blick, immer wieder interessante Begegnungen mit anderen Radfahrern und einmal sogar sehr intimer Kontakt mit zwei Schafen. Als ich einmal auf meinen fotografierenden Schatz wartete, kamen zwei Schäfchen und rieben sich die Köpfchen an meinem Vorderrad, steckten die Näschen zwischen die Fahrradspeichen und rieben sich daran. Dabei blickten sie mich aus seelenvollen Augen vertrauensvoll an.

Das Wetter heute ist perfekt zum Radfahren, der Himmel betört mit liquiden Blautönen und Schäfchenwolken. Herrlich. Und so kommen wir bald zur Fähre und setzen in knapp 50 Minuten zur Insel Föhr über.

In WYK auf FÖHR haben wir uns in ein wunderschönes (wenn auch teures) Hotel direkt an der Strandpromenade und dem Strand mit weißem, karibisch anmutenden, Sand. Die Luft ist weich wie Seide, es herrscht eine frohe, friedliche und entspannte Atmosphäre. Wir suchen uns eine Strandbar und stecken die Füße in den weichen Sand. Genug Aktivität für heute ;-)) Morgen ist auch noch ein Tag …

Ich habe mich in Föhr verliebt

Ich habe einen neuen Lieblingsort auf der Welt! Kilometerlange weiße Sandstrände lassen Föhr karibisch wirken, „Friesische Karibik“, während ein Stück vom Strand entfernt alles herrlich grün ist.

Wir starten gleich mit einem ausgedehnten Spaziergang auf dem Watt und bewundern die Löcher der Sandwürmer. Entschleunigung pur! Unser wunderschönes Hotel liegt direkt am Strand und an der Strandpromenade und so kommen wir heute auf 17.700 Schritte (!!), weil wir gar nicht genug kriegen können

Weil ein 5* Hotel für uns keine Selbstverständlichkeit ist und wir alle Annehmlichkeiten nutzen wollen, verschieben wir Ausflüge in die hübschen Dörfer auf unseren nächsten Aufenthalt auf der Insel Föhr. Dann wollen wir uns NIEBLUM, WITSUM usw. genau ansehen und mit dem Fahrrad erobern. Aber jetzt haben wir gerade mal 2 Übernachtungen, also zwei halbe Tage und einen ganzen Tag und diese Zeit brauchen wir zum Relaxen (oder Relaxieren, wie meine liebe Freundin Tjasa sagt ;-))

Etappe 9: Endpunkt Sylt

Heute ist die Weiterreise von FÖHR nach SYLT spannend, denn zuerst radeln wir zur Fähre, dann setzen wir mit der Fähre von WYK nach DAGEBÜLL über, radeln danach gemütlich 20 km nach NIEBÜLL, von wo es mit einem Bummelzug nach Westerland auf Sylt geht.

Am frühen Nachmittag kommen wir tatendurstig an und beziehen ein kleines Appartement in einer freundlichen kleinen 3*-Pension. Teuer genug auf Sylt und „es kann nicht immer Kaviar sein“ wie es schon in einem Bestseller Roman so schön heißt. Sylt ist nochmal ein schönes Stück teurer als Föhr und da heißt es ein wenig zurückschrauben der Ansprüche.

Der Strand ist jedoch absolut 5 Sterne! So ein schöner Vanilleton und so breit und so unendlich lang. Ich bin mir sicher, dass es weltweit keinen so langen breiten Strand gibt, wie auf Sylt.

Weil gerade Ebbe herrscht, können wir wieder am Watt spazieren gehen, um wieder auf unsere täglichen rund 10.000 Schritte zu kommen. Wenn man sich wie wir täglich mit einer Kugel Eis belohnt, dann muss man kräftig Kalorien verbrauchen;-))

Essen auf Sylt ist ebenso köstlich wie teuer. Als erfahrene Foodfinder werden wir morgen eine Quergasse vom Strand entfernt ein hervorragendes Fischlokal finden und dort die Fisch-Spezialitäten um ein Drittel günstiger genießen, als heute bei GOSCH AM KLIFF (wo auch alles solide und gut gekocht wurde).

Zwei Relaxe-Tage auf Sylt

Obwohl wir eigentlich schon tiefenentspannt von Föhr auf Sylt angekommen sind, ist es extrem wohltuend, dass wir hier drei Nächte gebucht haben und dadurch 2 volle Tage zum Ausspannen haben.

Am ersten Tag nutzen wir unsere Gästekarten für den Bus bis LIST. Dort war es übermäßig touristisch und überrannt, weshalb wir gleich kehrt machten zum FKK-Strand nach WENNINGSTEDT. Es ist eine Augenweide, wie die Heckenrosen die Dünen fast vollständig bewachsen haben.

Da der Bus aber ungemütlich und überfüllt ist, wiederholen wir das am zweiten Tag nicht mehr. Wir sausen lieber mit unseren Fahrrädern auf den gut ausgebauten Radwegen in der Dünenlandschaft bis nach KEMPEN und KLAPPOLDTAL und genießen die herrlichen Ausblicke.

Am Nachmittag landen wir wieder am FKK-Strand. SYLT verfügt über einen 40 km langen Strand. Nur USEDOM an der Ostsee hat mit 42 km Strandlänge mehr Strand in Deutschland zu bieten.

Als besonderes Abschiedsgeschenk „winken“ uns noch einige SCHWEINSWALE (Minkywhales) mit ihren Rückenflossen. Es sind sehr lebhafte und verspielte Tiere, die im hüfttiefen Wasser durch das blaugrüne Meer ganz knapp an uns vorbei ziehen.

19. – 21.7.25: Rothenburg ob der Tauber

Endlich finden wir Zeit für diese wunderschöne ALTMÜHL-RADTOUR. Wir starten im romantischen, mittelalterlichen Städtchen ROTHENBURG OB DER TAUBER. Sofort sind wir „schockverliebt“. Jedes Haus atmet Geschichte. Jedes Haus hat Könige und Kaiser beherbergt; na ja, fast jedes Haus. Wir marschieren an zwei Tagen gut und gerne jeweils über 20.000 Schritte ohne dass es uns langweilig wird.

Auf Rothenburg wurden im 2. Weltkrieg von 9 Tonnen Bomben laut US-Bericht „erfolgreich abgesetzt“. Daher musste ein Großteil der historischen Gebäude originalgetreu wieder aufgebaut werden. Es ist sehr gut gelungen!

Aber schon davor, 1631, wurde die Stadt vor der endgültigen Zerstörung durch den sogenannten MEISTERTRUNK gerettet. Der Eroberer wollte die Stadt niederbrennen, ließ sich dann aber mit dem Bürgermeister auf einen Deal ein. Wenn der Burgermeister 3 1/4 Liter Wein auf einen Zug austrinken kann, dann wird die Stadt verschont. Gesagt, getrunken und Rothenburg war gerettet.

Alle zwei Jahre kommen aus einigen Bundesstaaten der USA die „AMBASSADORS OF MUSIC“ nach Rothenburg ob der Tauber. Wir hatten das Glück, dass gerade 250 jugendliche MusikerInnen aus Utah gastierten. Die Gelegenheit, sowohl in der Kirche, als auch am Rathausplatz, die Konzerte zu genießen, war ein großes Geschenk. Alle Ami-Jugendlichen lieben Deutschland – wahrscheinlich wegen der Gelegenheit, vor dem 21. Geburtstag Alkohol zu konsumieren ;-))

21.7.25: Rothenburg nach Herrieden

50 km war unsere erste Etappe nach HERRIEDEN und musste leider vorwiegend bei Regen zurückgelegt werden. Das ist natürlich nicht so angenehm, aber man muss das Wetter nehmen, wie es kommt.

Grundsätzlich verfügen wir ja über eine komplette Regenausrüstung. Da laut Wetterprognose eine Hitzewelle in Europa zu erwarten war, haben wir diese zu Hause gelassen. Ein großer Fehler, wie wir bald erkannten.

„Food Desert“ war das, was mir immer in Erinnerung bleiben wird. Gab es in Rothenburg noch unzähliche Restaurants und Gaststätten, fanden wir am Weg nach HERRIEDEN keine einzige offene Lokalität. Aufwärmen und ein bisserl ausrasten, das blieb uns versagt. Wir mussten nass, aber unverdrossen die Strecke ohne Pause zurücklegen.

Die heiße Dusche im schönen Hotel wurde ein besonderer Genuss!!

22.7.25: Herrieden nach Gunzenhausen

Es hat die ganze Nacht heftig geregnet. Es hat auch am Morgen heftig geregnet. Wir sind ohne Regenausrüstung 90 Minuten abwartend in der Hotelhalle gesessen und haben auf eine trockene Phase gewartet. Dann rasch auf den Fahrradsattel und tüchtig in die Pedale getreten!

Die heutige Etappe war lediglich 36 km lang und das kam uns zugute, denn wir konnten den nächsten Regenguss bei einem wunderbaren fränkischen Biergarten bei „SAUREN ZIPFELN“ im Trockenen überbrücken.

Trocken schaffen wir es nach GUNZENHAUSEN in das wunderbare Zimmer im HOTEL ADLERBRÄU. Ich kaufe mir sofort Goretex-Schuhe für trockene Füße, denn die Wetterprognose schaut düster, bzw. nass, aus! GUNZENHAUSEN kommt uns wie eine Metropole vor, weil es so viele Shops und Gaststätten gibt! Wir essen phantastisch bei MR AN, zumal die fränkische Küche doch eher deftig ist und wir ja schlank sein (wohl eher: werden) wollen.

23.7.25: Gunzenhausen nach Dollnstein

Ein idealer Radreisetag, hurra! Bewölkt bis leicht sonnig, trocken mit wenig Wind. Die 60 km lange (oder kurze, wenn man so mag) Strecke war in Mitten von Wäldern, Wiesen, der Altmühl und kleinen Seen gelegen. Unzähliche Störche ruhten in Feldern oder zogen am Himmel ihre Kreise. Es war wunderschön, bei diesen Bedingungen zu radeln!

Auf der ALTMÜHL tummelten sich die Kanus mit ausgelassen lachenden Familien und Freundesgruppen. Ein längerer Aufenthalt in dieser schönen Gegend ist durchaus anzudenken.

Besonders angetan hat uns das Dorf (oder ist es gar schon ein Städchen??) PAPPENHEIM. Allein der Name zur Redewendung „ich kenn‘ doch meine Pappenheimer und Sie mein Herr, sind auch so einer“ ;-))

Beeindruckt hat uns vor allem eine NATURKIRCHE, aus Weiden geformt, mit der Einladung an E-Bike-Fahrer, doch das E-Bike hier an der Ladestation aufzuladen und derweil ein wenig Einkehr zu halten. Mein Süßer hat sofort den Plan geschmiedet, dass wir hier in drei Jahren unsere Goldhochzeit feiern. Sehr romantisch, mein Schatz!

Gesteinsformationen, genannt die ZWÖLF APOSTEL, mussten von einem Rastplatz genauer studiert und gezählt werden. Jede Zählung ergab ein anderes Ergebnis….

Wenn nur noch mehr so schöne und vor allem regenfreie Radtage möglich wären.

24.7.25: Urdonautal-Radweg

Es regnet in Strömen und so ziehen wir uns mit unseren E-Book-Readern am Vormittag in unser Zimmer zurück. Zu Mittag scheint der Regen nachzulassen und wir schwingen uns auf unsere Fahrräder, um das URDONAUTAL zu besuchen. Deshalb haben wir hier schließlich zwei Übernachtungen in einem etwas aus der Zeit gefallenen Gasthof gebucht. Wir wollen den 80er-Jahre-Style gerne „charmant“ nennen, denn „man bemüht sich“ ;-))

Rechts und links des Radweges kann man erahnen, wie früher ein europäischer Urwald ausgesehen haben mag. Wo sich auch jetzt noch mehrere, kleine Flußarme verzweigen, muss früher der Strom unberechenbar und mächtig gewesen sein, bevor der Mensch regulierend eingegriffen hatte.

Irgendwie verständlich, wenn man bedenkt, dass dadurch Ackerflächen geschaffen werden konnten, die für die Versorgung der Menschen notwendig war. Die Äcker gibt es immer noch und sie sehen wunderschön aus. Manche Felder sind schon „Stoppelfelder“ (super gut geeignet für Galoppstrecken beim Ausreiten!), auf anderen Felder wogt noch das Korn.

Am Wegesrand findet man simple Wildpflanzen, die uns auch sehr erfreuen! Es war nicht viel, aber immerhin konnten wir im Regen doch zumindest 26 km Radfahrvergnügen genießen. Danach waren wir nass bis auf die Haut und, wieder einmal, dankbar für eine heiße Dusche!

25.7.25: Dollnstein nach Kipfenberg

Heute selig 46 km bei trockenem Wetter durch Wiesen und Wälder und bezaubernde kleine Dörfer/Städtchen. Erst nach dem Einchecken im Hotel in KIPFENBERG beginnt es wieder zu regnen. Was sind wir doch für Glückskinder!!! Unser Zimmer ist modern und stylisch und sehr gemütlich und bietet direkten Blick auf die BURG KIPFENBERG. Im Ort werden wir sogar noch Zeugen einer standesamtlichen Hochzeit mit historisch gekleideten Musikern.

Entlang der ALTMÜHL mit ihren vielen Seerosen und Rastplätzen für Vögel, bezauberte uns EICHSTÄTT mit seinem schönen Marktplatz und ebenso schönem Dom. Die WILLIBALDSBURG thront auf einem Felsstock und wacht über den Ort. Ich wache auf meinen Schatz und dass er sein tägliches Eisstanitzel bekommt. Heute eben in Eichstätt und es war köstlich gemacht von einem tunesischen Eiskonditor, der sein Handwerk in Italien erlernt hatte.

Es war heute wieder ein atemberaubend schöner Abschnitt des Radweges. Jetzt bitte, bitte noch zwei Tage ein wenig Wetterglück.

26.7.25: Kipfenberg nach Riedenburg

Jubel!!! Erst auf den letzten 5 km der insgesamt 51 km langen Strecke von KIPFENBERG nach RIEDENBURG hat uns der Regen erwischt. Aber da waren wir scon so dankbar für die 46 regenfrei gefahrenen Kilometer, dass wir das lächelnd hinnehmen konnten.

Die Strecke heute ist vielleicht sogar der schönste, romantischste Teil des Altmühlradweges. Hinter jeder Wegbiegung verbirgt sich eine neue Überraschung: mal eine kleine Wasserstelle mit rastenden Vögeln, mal eine kleine Insel aus Seerosen, mal ein besonders hübsches Wäldchen oder einfach nur ein wogendes Weizenfeld. Wir finden, diese Gegend sollte ein Weltnaturerbe oder zumindest Europaschutzgebiet sein! Aber immerhin befinden wir uns im NATURPARK ALTMÜHLTAL (südliche Frankenalb) mit 3.000 km2 Fläche und somit einer der größten Naturparks Deutschlands.

Durch die Regenfälle der letzten Tage ist die Luft herrlich. Samtig, staubfrei, frisch – eine Wohltat für die Bronchien, die Lungen und die Haut. Ich werde verjüngt wieder nach Hause reisen, soviel ist gewiß!

27.7.2025: Riedenburg nach Regensburg

Das Ziel ist erreicht! Der Weg von Riedenburg nach REGENSBURG war genußvolle 58 km zu radeln und ich möchte keinen Kilometer davon missen. Dunkle Wolken standen bedrohlich am Himmel. Der Regen setzte erst ein, als wir im Hotel eingecheckt hatten und mein Süßer das Abenteuer „Deutsche Bahn“ in Angriff genommen hatte. Schließlich mußte er unser Auto aus Rothenburg holen, damit wir mit unseren Rädern huckepack wieder nach Hause düsen können.

Der Flußlauf wird immer breite, da in DIETFURT der MAIN-DONAU-KANAL in die ALTMÜHL mündet. Da der Mensch ja immer in die Natur eingreift, wurde auch hier das Flußbett begradigt und an einigen Stellen aufgestaut.

Das Ende des Altmühlradweges passierten wir in KELHEIM, wo die Altmühl in die DONAU mündet. Ab da sind wir wieder einmal am DONAURADWEG unterwegs. Jeden Meter radeln wir jetzt schon ein wenig wehmütig, denn es ist klar, dass unsere schöne Radtour bald beendet sein wird. Jetzt fürchen wir nicht einmal mehr einen Regenguss – soll er nur kommen, das Hotel mit der heißen Dusche wartet schließlich in Regensburg auf uns.

Wir sind gemütlich 326 km mit unseren E-Bikes geradelt, haben wie immer ein klein wenig zu viel Gepäck mitgeführt und hatten trotz düsterer Wolken und wiederkehrenden Regenschauern eine wundervolle Radtour mit wertvollen Erfahrungen. Ich kann diese Art des Reisens unbedingt empfehlen!!

In Regensburg werden wir zwei Nächte bleiben, planlos durch die wunderschöne Altstadt wandern und liebe Freunde aus Landshut treffen. Dann geht’s wieder heimwärts, denn die nächste Reise wartet und will vorbereitet werden.

Salve, Sicilia !

Schon lange bin ich nicht mehr in solch‘ schlechter Verfassung abgereist. Aber einer langwierigen Bronchitis verdanke ich, dass der Start der Reise diesmal etwas anstrengend ist. Egal! Sonne und Meeresluft werden mich rasch heilen!

Meine Berichte kommen wegen meiner Schwäche mit einer Verzögerung von einer Woche, meine lieben Freunde und Familienangehörige. Nicht böse sein deswegen, bitte! Freut euch einfach über ein paar nette Fotos und unsere Erfahrungen und Hoppalas.

Erste Lernerfahrung: NIE WIEDER EINE BILLIG-FLUGLINIE BUCHEN! Billigfluglinien sind alles, nur nicht billig. Für ein bezahltes Zusatzgepäckstück (Handgepäck mit Medikamenten) mussten nochmals € 60,– vor dem Einsteigen bezahlt werden, damit wir es in die Kabine mitnehmen dürfen.

Zweite Lernerfahrung: Für das Mietauto werden bei Übernahme zusätzlich € 500,– für das Weglassen von € 1.800,– (!!!!) Selbstbehalt sowie einige andere Zusatzleistungen fällig. Aber was soll’s, so ist es eben. Andere Länder, andere Sitten. Dafür ist das Mietauto ein tolles Gefährt mit allem erdenklichen technischen Schnick-Schnack und schön ist es auch noch, und bequem! Und wahrscheinlich werden wir bei den engen Gässchen der Dörfer noch dankbar sein, dass wir keinen Selbstbehalt im Schadenfall befürchten müssen ;-))

Eigentlich nah und doch so anders

Sizilien liegt nur ungefähr 2 Flugstunden von Wien entfernt. Trotzdem wähnt man sich in einer anderen Welt. Rund um Palermo erinnert der Straßenverkehr frappant an Kairo und das Fahrverhalten der ItalienerInnen ebenso. Immerhin haben sich in historischen Zeiten hier die arabischen Eroberer angesiedelt. Dieses Temperament ist hier immer noch ebenso spürbar, wie der Einfluss auf die Küche. Rechts überholen ist keine Seltenheit, dafür habe ich wenige „Blinker“ gesehen. Erstaunlich, dass wir unfallfrei in unserer netten B&B-Unterkunft angekommen ist. Das Appartement ist bestens ausgestattet und wir haben vom Balkon einen wunderbaren Blick auf das Meer.

Das Abendessen in einem kleinen Restaurant, fern jeder Touristenmeile, stimmt uns auf die kommenden Wochen auf der schönen Insel Sizilien ein. Die bewegte Vergangenheit Siziliens mit Eroberern/Besatzern (u.a. Araber, Griechen, Römer, Normannen) spiegelt sich nicht nur in der Architektur, im Straßenverkehr rund um Palermo (dort waren die Araber; später werden wir noch auf die Griechen und Römer und Normannen stoßen), sondern vor allem in der vielseitigen, köstlichen Küche wider. Wie meine weise Mama schon immer sagte: „Nichts Schlechtes (Erobert werden), was nicht auch sein Gutes (vielseitige Küche) hat.“

Palermo

Trotz körperlicher Schwäche treibt uns das pulsierende Leben einen ganzen Tag lang durch PALERMO (16.000 Schritte laut Smartwatch) mit seinem schönen BOTANISCHEN GARTEN und durch die engen Gassen und den Hafen entlang. Witzig, dass man uns zuerst die Seniorentickets verweigert hat, weil wir angeblich nicht alt genug aussehen. Mit dem Personalausweis konnten wir dann doch überzeugen. Ein bisserl geschmeichelt gefühlt haben wir uns trotzdem! Tut auch gut!

Es hat uns sehr überrascht, dass im 21. Jahrhundert noch so gewohnt wird, wie in Palermo. Immer noch die engen Gassen mit den alten Häusern. Immer noch die Wäsche auf Leinen vor den Fenstern. Immer noch die Stoffmarkisen gegen die Sonneneinstrahlung an den Fenstern.

Schön finde ich, dass in Sizilien generell alles noch kleinteiliger ist, als bei uns in Österreich. Es gibt eine Vielzahl netter kleiner Geschäfte, Shops, Boutiquen statt gesichtsloser und seelenloser Filialketten! Es gibt ganz viel Flair und Persönlichkeit. Bei uns daheim ist es traurig, dass vor jedem Dorf beim Kreisverkehr die ewig gleichen Supermärkte, Schuhketten, Drogeriemärkte, Fastfood“restaurants“ etc. angesiedelt werden, während im Dorfzentrum die Läden aufgelassen wurden.

In PALERMO tummeln sich natürlich viele Touristen. Hier liegen Kreuzfahrtschiffe und „spucken“ hunderte Passagiere in geführten Reisegruppen aus. In unserem kleinen Altavilla war es da schon sehr viel beschaulicher, sprich: es war nichts los. Hier in Palermo, wälzen sich Menschenmassen durch die engen Gassen. Schön ist es trotzdem hier. Besonders die KATHEDRALE VON PALERMO hat es uns angetan.

Palermo -> Cefalu

Vor vielen, vielen Jahren waren wir ein paar Tage in CEFALU und weil wir den kleinen Ort am Meer damals so ins Herz geschlossen hatten, haben wir auch für diese Reise hier ein paar Nächte eingeplant.

Am Weg nach Cefalu haben wir uns einen kleinen Zwischenstop in der Bucht von Sant‘ Elia gegönnt und hier typisches, lebendiges, sizilianisches Leben an einem Sonntag erleben dürfen. Alte Männer, die Karten spielen. Familien am Strand. Jungs, die auf der Straße Fußball spielen. Junge Männer in rührendem Macho-Gehabe am Nebentisch. Cappuchino mit Schoko-Cornetto, Campari Soda mit Chips um € 7,50.

Danach wollten wir uns BAGHERIA ansehen und die VILLA CATTOLICA mit dem GUTTUSO MUSEUM besuchen. Ich war von Sant‘ Elia noch erschöpft und habe im Auto geschlafen, während mio Amore alleine im Museum war. Tja, Kunst soll ja zur Diskussion einladen und das hat das Museum tatsächlich bei Walter erreicht. Er rätselt immer noch, was der Künstler z.B. mit aufgeschichteten Pölstern oder einem 5-Meter-langen-BH sagen will ;-))

Wir bewohnen wieder ein B&B (B&B Le Suites di Constanza), diesmal im 3. Stock ohne Lift, was mit Gepäch durchaus herausfordernd ist, wenn man nicht ganz fit ist. Aber: Mio grande Amore Walter hat alles auch für mich nach oben geschleppt! Dieser Mann ist sensationell, stark, lieb – und die schönsten blauen Augen hat er auch noch dazu!

Es gibt unendlich viele B&B in Cefalu.

Damit haben die BewohnerInnen das gleiche Problem, wie viele Einheimische in von Besuchern/Touristen gestürmten Orten. Der Wohnraum für die Einheimischen ist knapp und teuer! Daher wohnen die meisten Cefaluer (sagt man das so??) außerhalb. Schade eigentlich. Obwohl: wir haben auch in einem B&B eingecheckt….

Das Abendessen in einem Restaurant an der Strandpromenade war ein schöner Abschluß eines gelungenen Tages und mit € 42,– wohlfeil.

Mein Geburtstag in den Bergen Siziliens

Was für ein Tag! In unserem entzückenden B&B LE SUITES DI CONSTANZA in CEFALU wurde ich mit einem Kerzerl in einem Muffin überrascht und alle Gäste brachten mir ein Geburtstagsständchen. Zu einem Strandtag mit Schwimmen konnte ich mich noch nicht entschließen, obwohl das Meer ungefähr 19 – 20 Grad Celsius hat. Walter konnte natürlich nicht widerstehen, ich schon ;-)) Die Preise für die Sonnenbetten und Sonnenschirme sind übrigens mit € 55,– pro Tag schon recht saftig. In anderen Regionen werden wahrscheinlich noch höhere Tarife verlangt.

Cefalu ist in jedem Fall ein guter Ort für ein paar unbeschwerte Urlaubstage!

Da ich immer noch immer sehr müde und nicht wirklich fit bin, hat mein Süßer beschlossen, mich mit dem Auto durch das einsame MADONIE Gebirge zu fahren. So konnte ich ohne große Anstrengungen die Weite und die herrliche Naturlandschaft genießen. Immerhin befindet sich hier das zweitgrößte Naturschutzgebiet der Insel. Rund 3000 verschiedene Pflanzenarten wachsen hier bis auf 1979 Meter Seehöhe!

Natürlich haben wir zwei besonders schöne Bergdörfer besucht. PETRALIA SOPRANA ist mit 1147 Meter Seehöhe der höchstgelegene Ort der Madonie. PETRALIA SOTTANA ist der etwas tiefer gelegene Nachbarort. Beide Dörfer sind sehr, sehr verwinckelt und die Gassen extrem eng. Leider gab es keinen Hinweis darauf, WIE ENG die Gassen tatsächlich sind und so sind wir einmal fast steckengeblieben. Nur der Nervenstärke und Fahrkunst von Walter war es zu verdanken, dass wir dieses Abenteuer (nahezu) unbeschadet überstanden haben. Tja, und das war der Moment, wo wir sehr dankbar waren, dass wir € 500,– aufgezahlt haben für 0 Selbstbehalt!!!! Es wäre hilfreich gewesen, wenn an den Ortseinfahrten bekanntgegeben wird, wie schmal die für Autos zugelassenen Gassen tatsächlich sind. Ich habe nur einmal in einem Dorf so ein Verkehrszeichen gesehen. In den beiden Petralia Dörfern gab es keinen Hinweis. Mir ist mittlerweile klar, warum Ape und Puch 500 in Sizilien so stark verbreitet sind.

Zwischendurch immer wieder mal ein kleiner Halt in einer einfachen Bar. Zwischendurch immer wieder mal einen Campari Soda oder einen Capuccino. So lässt es sich Geburtstag feiern.

Noch mehr Bergdörfer

Wir sind im Urlaubs/Reisemodus angelangt. Wir haben uns an das bemerkenswerte Fahrverhalten und die Art zu Parken gewöhnt. Nach dem gestrigen Abenteuer schreckt uns so schnell nichts mehr. Ich zeige euch einfach zwei Beispiele, wie hier geparkt wird und ihr werdet verstehen.

Walter hat für heute CACCAMO und POLLINA als Ziele ausgewählt. Beides sind bezaubernde, pittoreske, kleine Bergdörfer mit viel Charme. Und wieder haben wir hervorragend gegessen. Diesmal nicht in Cefalu, sondern in Pollina, wo auch die Einheimischen lieber essen, als in Cefalu selbst.

Zum Glück sind wir in der Vorsaison hier und es sind die Straßen und Gassen noch nicht so arg überlaufen. In den Sommermonaten soll hier die Hölle los sein, wie uns unsere Gastgeberin stöhnend versichert. Bitte uns reicht es schon jetzt. Mehr Autos und mehr Menschen brauchen wir definitiv nicht.

Spannend finde ich, dass wir in den verschiedenen Bergdörfern häufig Männergruppen friedlich tratschend (nein – Männer tratschen nicht, bei ihnen heißt es „diskutieren“ ;-)) ) auf Dorfplätzen sitzen sehen. Keine Frauen sind zu sehen! Wie das mit der hier permanent gezeigten Madonnenverehrung zusammen passt, muss mir erst jemand erklären. Oder auch nicht.

Auf den Spuren von „Der Pate“

Heute war uns nicht nach dem wahren, echten Sizilien. Heute wollten wir unbedingt auf ausgetretenen Pfaden des Massentourismus wandeln. Bewusst und mit einem Augenzwinkern.

Weil wir von Cefalu nach RIPOSTO übersiedelt sind, lagen zwei Drehorte für „Der Pate“ quasi am Weg. In Riposto werden wir für die nächsten vier Nächte wohnen in einem wunderbaren B&B wohnen und von hier aus TAORMINA und den ÄTNA anschauen.

In SAVOCA gibt es nicht nur BAR VITELLI, sondern auch die Kirche, in der im Film Michael Corleone seine Appolonia geheiratet hat.

In den verwunschenen Gassen mit sogenanntem „Katzenkopfpflaster“ von FORZA D’AGRO wiederum wurden viele der Außenszenen gedreht.

Ein Tag in Taormina

Schon die Anfahrt nach TAORMINA war sehr interessant. Wir hatten das Glück, einen Markttag zu erleben. Knackig frisches Obst und Gemüse – das Wasser läuft einem unweigerlich im Mund zusammen. Von solchen Zwiebeln und Knoblauch können wir in Wien maximal träumen. Ich habe ja nichts gegen China, aber den Knoblauch brauche ich nicht aus China. Knoblauch wünsche ich mir regional.

Taormina liegt entzückend, quasi am Fuße des ÄTNA, und die klimatischen Bedingungen sind sehr gesund. In vorigen Jahrhunderten hat sich die Haut Volée ganz Europas hier versammelt. Damals gab es noch keinen Massentourismus im Gegensatz zu heute. Heute herrschen hier Zustände, wie in der Getreidegasse in Salzburg im Sommer, bzw. wie in Hallstadt oder in Venedig. Trotzdem ist Taormina sehenswert, wenn man durch die engen Gassen schlendert. Alleine ist man natürlich zu Zeiten des Overtourism nicht. Egal, wir haben alle wesentlichen Sehenswürdigkeiten gewissenhaft abgeklappert: Corso Umberto – Porta Catania – Porta Messina – Dom – Piazza IX Aprile – Villa Comunale di Taormina mit Garten, sowie Isola Bella.

Zum Abschluß haben wir uns in einem sehr guten Eissalon für diese Ausdauer belohnt.

Natürlich herrscht hier modernes Raubrittertum. Für einen Parkplatz zahlt man pro Stunde € 4,–, wobei jegliche Verantwortung für Diebstahl oder Beschädigung „natürlich! (!!) ausgeschlossen wird.

Castelmola & Alcantara

Heute sind wir einer Empfehlung unseres Gastgebers gefolgt und sind wieder in die schönen Berge von Taormina gefahren. Zuerst hat er uns natürlich , wie jeden Tag, ein phantastisches und ungewöhnliches Frühstück serviert. Ich darf gar nicht davon zu schwärmen beginnen, sonst gibt es „Zungenaquaplaning“.

In der Gegend von ALCANTARA gibt es einen sehr schönen Fluss, der sich in Kaskaden durch das Lavagestein seinen Weg bahnt. Es ist sehr angenehm an einem heißen Tag wie heute, dort Zeit zu verbringen, zu faulenzen und ein wenig entlang zu wandern. Gesagt, getan.

CASTELMOLA liegt oberhalb von Palermo und ist über sehr schmales Wegenetz (aber befahrbar!!!) zu erreichen. Man muss allerdings die vielen Haarnadelkurven mit dem Magen vertragen, ODER einen behutsamen und rücksichtsvollen Fahrer haben. Castelmora ist eine mittelalterliche Burgruine, die auf die Normannen zurückgeht. Ein Außenlift verheißt einen bequemen Aufstieg. Alles Lüge und falscher Schein! Man muss schon selbst über ganz, ganz viele Stufen hochsteigen, um zur Burgruine zu gelangen. Ein wirklich grandioser Ausblick auf Taormina und das Meer ist Belohnung! Fitnessaufbau ist der zweite Teil der Belohnung! Stiegensteigen ist unglaublich gesund und sollte ohnehin viel öfter praktiziert werden!

Am Ende des Tages gab es das obligate „Rosi-Hoppala“ in einer Pizzeria. Ich wollte einen Salat und man hat mit Bedauern gesagt, dass es keinen Salat gäbe, nur Pizza. Das konnte ich nicht glauben, da ich doch ein Gericht mit allerlei Meeresfrüchten auf der Karte sah und deshalb begeistert bestellte. Was ich bekam, zeigt das folgende Foto. Ich kann nur so viel sagen: es war eine große Anstrengung, alle Muscheln auszulösen, die Shrimps zu pulen, die Gambaretti auszupacken usw. Aber lecker war es trotzdem ;-))

Ein Muttertag am Ätna

Heute haben wir das Weihnachtsgeschenk unseres lieben Sohnes eingelöst und eine geführte Tour auf den ÄTNA unternommen. Schon die Fahrt durch verschiedene Vegetationszonen zu den Abfahrtsplätzen der geführten Touren war ein Erlebnis. So viel schöne, interessante Landschaft! Die Tour startete auf 1.800 Meter Seehöhe und führt mit etlichen Stopps zum Herumgehen bis auf 2.800 Meter. Da oben ist die Luft schon ziemlich dünn (ungefähr so dünn wie in Cusco/Peru) und ich war dankbar dafür, nicht mehr arg viele Höhenmeter aufsteigen zu müssen. Ein bisserl hochwandern mußten wir trotzdem, aber das war – schwer atmend – schaffbar.

2002 war ein sehr intensiver Ausbuch, der große Zerstörung ausgelöst hatte. Man sieht heute noch deutlich die Spuren, die die glühend heiße Lava hinterlassen hat. Auf den Fotos sieht man ein Hotel, das dem Lavastrom zum Opfer fiel.

Aber Vulkanausbrüche bringen nicht nur Tod und Verwüstung. Die Lava ist extrem nährstoffreich und fruchtbarer Boden für Gemüse, Obst und Wein. Das ist auch der Grund dafür, dass sich Menschen seit Urzeiten den Gefahren eines Vulkanausbruchs ausgesetzt haben und auch heute noch aussetzen.

Hungrig sind wir nach der spannenden Exkursion ins Restaurant oberhalb der Parkplätze eingekehrt und promt durften wir uns beim Bezahlen der Rechnung über einen anderen Preis für ein Glas Wein als auf der Speisekarte angeführt, wundern. Wieder mal „Idiotensteuer“ bezahlt. Der Wirt gab als Erklärung an, dass er mehr als 1/4 l eingeschenkt hätte und ich verabschiedete mich mit „Ciao Mafiosi“, weil das natürlich nicht der Wahrheit entsprach. Also, hiermit Lernerfahrung 3: Niemals in der Nähe einer Touristenattraktion einkehren.

Dafür war das Frühstück vom besten Gastgeber ever (ein Italofranzose bzw. Frankoitaliener = das Beste aus beiden Welten!!!) im MAR DEI POETY – LUXERY SUITES wieder göttlich! Diese Unterkunft ist sehr, sehr empfehlenswert!

Catania: Ein Tag, wie ein Feuerwerk

Dieser abwechslungsreiche Tag begann mit einem überaus köstlichen, energiereichen Frühstück. Unser Gastgeber verwöhnte uns mit einer Parmegiana al Melanzane und wieder mit den von uns so geliebten Involtini aus Melanzani, Speck und Mozarella. Der Mann kann kochen, wie kein Zweiter! Wir haben tatsächlich den ganzen Tag sonst nichts mehr essen können und wollen. Morgen beim Frühstück geht, vielleicht (???) wieder was.

Dermaßen gestärkt haben wir uns in CATANIA (UNESCO Kulturwelterbestadt) einem ausgiebigen (16.500 Schritte) Sightseeing hingegeben. Zuerst mussten wir allerding noch zu der Garage im Zentrum finden und vor allem IN die Garage kommen. Die Einfahrt ist so schmal, dass die Breite unseres Peugeot fast die gesamte Einfahrt eingenommen hat und lediglich pro Seite Platz von ca. 12 cm blieb. Ein Nervenkitzel für mich, den ich später mit einem Grappa beruhigen mußte. Der Grappe war auch für meinen vollen Magen ein Segen!

Besichtigt haben wir die imposante CATHEDRALE DI SANT’AGATA im Barockstil und natürlich gab es gleich davor auch das Wahrzeichen von Catania zu sehen, den FONTANA DELL‘ ELEFANTE.

Gleich um’s Eck, ebenfalls im historischen Zentrum, befindet sich auf der Piazza Carlo Alberto der eindrucksvolle und geruchsintensive Fischmarkt LA PESCHERIE, der nahtlos in den täglichen Wochenmarkt übergeht. Ein Rausch an Farben und Gerüchen. Ewig schade, dass wir keinen Bissen runterbringen konnten und deshalb nur ein wenig Haltbares als Souvernier eingekauft haben. Interessant auch das AMPHIETEATRO ROMANO.

Über die beliebte Flaniermeilen VIA ETNEA und VIA CROCIFERI haben wir uns noch an prächtigen barocken Bauwerken hochgeschleppt zum PARK VILLA BELLINI. Dort war ein sehr angenehmes Klima und auch Schatten. Aber wir wollen natürlich noch weiter hoch zum BOTANISCHEN GARTEN. Seit 1980 haben wir noch keinen einzigen Botanischen Garten ausgelassen, der auf unserer Route war. Und auch dieser Botanische Garten hat uns für Bergauftour belohnt. Ein absolutes Muss für jeden Liebhaber (und -in) von Sukkulenten. Eine Pracht ohnegleichen!

Erschöpft, aber tatendurstig, ging es weiter zur CHIESA SAN NICOLO, der geräumigsten Kirche Siziliens mit einer wuchtigen Fassade. In dem Kirchenraum hätten einige Kirchen Platz. Mit der Fassade konnten wir zwei Architektur-Banausen wenig anfangen. Sie war halt schon anders und mächtig…wahrscheinlich müßte man was von Architektur verstehen, um sie schätzen zu können.

Der Rückweg zum Auto geht bergab. So versprach es mir mio grande Amore Walter. Meinen Hinweis, dass es doch immer noch bergauf gehe, konterte er mit einem trockenen „das schaut nur so verzerrt aus“.

Unser Quartier für die nächsten drei Nächte befindet sich in einem kleinen Dorf am Meer, ABOLA. Es ist eine nette, einfache kleine Wohnung in einem ruhigen Wohnviertel wenige Meter vom Meer entfernt.

Ein gemütlicher Tag in Syrakus

Es war ein gemütlicher Tag in SYRAKUS geplant und es wurde auch ein definitiv gemütlicher Tag in Syrakus, der ältesten Stadt Siziliens (734 vor Christus). Gemeinsam mit Bekannten, die zufällig auch gerade eine Rundreise durch Sizilien unternehmen, haben wir uns am Vormittag ausführlich den PARCO ARCHEOLOGICO NEAPOLIS angesehen. Das Amphietheater hat uns jetzt nicht wirklich beeindruckt, aber das berühmte Ohr ORECCHIO DI DIONISIO hat es uns angetan. Immer wieder trafen Schülergruppen ein und brüllten sich begeistert die Seele aus dem Leib.

Auch die vielen modernen Skulpturen eines regionalen Künstlers MITORAJ haben uns gut gefallen.

Da uns heiß war wir schon ein wenig müde Füße hatten, stiegen wir kurzentschlossen in ein Boot für eine 1stündige Rundfahrt (€ 40,–) um die Altstadt ORTYGIA. Das war ein absoluter Gewinn, denn wir sind bei schönstem Wetter und einer leichten, kühlen Brise einmal rundherum geschippert und bekamen alles erklärt – so gut es die rudimentären Englischkenntnisse des Bootsführers halt zuließen.

Witzig war eine 5köpfige Gruppe junger Italienerinnen (ca. 18-20 Jahre alt) die an Bord die komplette Stunde mit Selfies für Instagram beschäftigt war. So hübsche junge Dinger mit so schöner Haut und so viel Freude und Lachen zu erleben, war eine Bereicherung.

Von der Rundfahrt neugierig gemacht, haben wir uns gleich darauf beim TEMPIO DI APOLLO eine Elektro-Rikscha mit einem lieben Guide für eine weitere 1stündige Rundfahrt (€50,–) engagiert. Der junge Mann mit marokkanischen Wurzeln hat sich extrem bemüht und uns alle Sehenswürdigkeiten genau erklärt. Am besten gefallen hat uns die CHIESA DI SANTALUCIA ALLA BADIA. Die Heilige Lucia ist die Schutzheilige von Syrakus. Der DOM bzw. der komplette Domplatz ist faszinierend. Vom Domplatz geht ein Eingang zu einem Bunker aus dem WW2, der beim Meer seinen Ausgang hat.

FONTANA DI DIANA auf der PIAZZA ARCHIMEDE gilt auch als einer der Schönsten.

Auch beim FONTE ARETUSA (natürliche Süßwasserquelle neben der Küste und einer von drei Orten in Europa, wo Papyrus wächst! ) und beim CASTELLO MANIACE machten wir natürlich Halt.

Nach mehr als 14.000 Schritten hatten wir dann endgültig genug erlebt und sind in unser gemütliches Appartment gefahren. Morgen wollen wir ja für neue Abenteuer frisch sein.

Noto, spätbarockes Städtchen

und UNESCO-Welterbe, stand heute am Programm. Durch die engen Gassen zu flanieren, immer wieder auf einem der schönen Piazzas bei Gelati oder Capuccino zu rasten, hat uns viel Freude gemacht. NOTO ist das schönste sizilianische Beispiel einer barocken Planstadt. Nach einem verheerenden Erdbeben 1693 konnte die Stadt nach allen Regeln der Baukunst und Ästhetik angelegt werden.

Die herrlichen Barockfassaden, besonders die des PALAZZO VILLADORATA, mit den besonders interessanten Balkonen und den unter den Balkonen befindlichen Konsolen haben meine Nackenmuskulatur ganz schön beansprucht. Gelohnt hat es sich unbedingt.

Eigentlich sind wir ein paar Tage zu früh hier, denn vom 16.-20.5.25 gibt es die jährliche INFIORATA von NOTO. Bei unserer Reiseplanung war der Termin noch nicht bekannt gegeben worden. Macht nichts, denn wir haben trotzdem viel Schönes gesehen. Bemalte Treppenaufgänge und Vorbereitungen für die Infiorata haben uns entschädigt. Weiterer Vorteil: es war nicht so voll von Menschen!

Besichtigt haben wir u.a.: CHIESA DI MONTEVERGINE, CATTEDRALE DI SAN NICOLO und den PALAZZO DUCEZIO.

Nach so viel Kultur und Stadt brauchten wir zum Ausgleich wieder Natur pur. Deshalb haben wir noch einen Ausflug zum Sizilianischen Grand Canyon unternommen, dem CAVA GRANDE.

Der Nabel Siziliens

befindet sich in ENNA und hatte heute „Waschtag“, das heißt, es hat in Strömen gerechnet. Sintflutartig hat es geregnet und an die Toskana erinnernde Landschaft verschwamm völlig im Nebel. Wir wollten eigentlich die Burgen sehen und durch die Altstadt bummeln. Aber es sollte wohl nicht sein und so sind wir flugs weitergefahren.

In der VILLA ROMANA DEL CASALE dann reich entschädigt! Nichts Schlechtes, das nicht auch sein Gutes hat. Häufig von mir zitierte weise Worte meiner lieben Mami! Durch das Regenwetter ließen sich viele Besucher abschrecken und blieben dieser Top-Sehenswürdigkeit fern. Statt in einer Endlosschlangenreihe durch die Villa geschoben zu werden, hatten wir die Gelegenheit zu einem entspannten Rundgang in aller Ruhe! Der Eintritt war mit € 14,– pro Person fair und wir konnten uns überzeugen, dass man wirklich viel in die behutsame Renovierung investiert.

Herrliche Mosaike und vor allem die berühmten BIKINI MÄDCHEN hatten es uns angetan. Auffallend, dass diese sportlichen Frauen nicht tätowiert waren und dass sie wenig Oberweite hatten. So war damals wohl das Schönheitsideal. Bei den WOLKENMÄDCHEN in Sri Lanka hat der Künstler bei der Restauration seinem persönlichen Geschmack folgend, den Damen Größe DD Oberweiten verpasst, was nicht dem Original entsprach. Hier, in Sizilien, nimmt man es wohl ernster und die Damen dürfen Größe A behalten ;-))

Das Tempeltal liegt auf den Hügeln

Heute am Vormittag sind wir die Küste entlang gefahren. Baden war nicht wegen stürmischer See. Kite Sufer haben das ausgenutzt und das gab uns einen schönen Anblick.

Nach einer kleinen Siesta auf der Terasse unseres Appartments haben wir uns mit festem Schuhwerk zum VALLE DEI TEMPLI begeben. Das Tal der Tempel liegt überraschenderweise auf den Hügeln von AGRIGENTO. Der Eintrittspreis von € 14,– pro Person ist hier gut investiert. Wir haben mehr oder weniger erhaltene Tempel bzw. Tempelruinen gesehen und fotografiert. Problematisch finde ich persönlich, dass die hässlichsten (oder von mir aus auch wenig attraktiven) Menschen die meiste Zeit mit Selfies zubringen und damit dem ambitionierten Fotografen (als mio Amore Walter und mir!!) im Weg bzw. im Bild stehen. Ich bitte dann immer höflich, aber meiner Bitte wird oft nur widerwillig und zeitverzögert entsprochen und schon ist der/die nächste „Frankenstein“ im Bild ;-((

Für uns interessant waren der HERA-TEMPEL, der HERAKLES-TEMPEL und der TEMPEL DES OLYMPISCHEN ZEUS und der CASTOR UND POLLUX TEMPEL. Außerdem gibt es interessante Felder mit diversen „Steinresten“ und ein wiederzusammengesetzte Figur eines TELAMONEN (gefallener Ritter) sowie eine recht gut erhaltene NEKROPOLE.

Endlich ein Strandtag

Nach so viel Kultur und Unternehmungen haben wir uns heute einen Strandtag gegönnt. Der Weg zum Strand unserer Wahl zeigte uns, dass die SizilianerInnen am Samstag die Bettwäsche waschen. Alle, wirklich alle Balkone hatten Bettzeug auf den Wäscheleinen hängen. Ein fröhlicher Anblick!

Am Strand „Lido Sabbia D’Oro“ in Cala Manbru waren wir die einzigen Gäste, die sich (für € 15,–) zwei Strandliegen und einen Sonnenschirm gemietet hatten. Das Strandrestaurant war auch mit Köstlichkeiten für unseren Komfort vorhanden. Mit anderen Worten, es war ein sehr entspannter Tag bei wundervollem Wetter. Es war zwar extrem windig, aber dafür war das Meeresrauschen ungeheuer stark und ließ uns die Kraft des Meeres erahnen!

Auf der Heimfahrt bot sich noch ein kleiner Umweg zu den SCALA DEI TURCHI (Türkentreppe) an. Meine Erwartungen an diese Mergelfelsen (hoher Kalkgehalt und diverse Ablagerungen) waren gering und umso angenehmer war die Überraschung. Die Scala dei Turchi sind bestechend schön und der Kontrast zum türkisblauen Meer blendet direkt.

Behördenweg am Morgen – Erleichterung am Abend

Beim Einpacken unserer Habseligkeiten hat „mio grande Amore“ Walter seine Geldbörse vermisst. Alles hat er auf den Kopf gestellt und gesucht, ehe er sich unglücklich zu den Carabinieri aufmachte, um (auf Italienisch, gelobt sei der Lateinunterricht als Knabe) Verlustanzeige (alle Karten und Ausweise außer Pass) zu erstatten. Was mußte ich den ganzen Tag über den verzweifelten Mann trösten auf aufzubauen versuchen ;-)) Abends, im nächsten Hotel, fand sich die Börse in einem seiner drei Rucksäcke wieder. Alles gut!

Weil wir gut drei Stunden Reisezeit verloren hatten, wurde unsere Bucketlist für den heutigen gekürzt und schon hatten wir einen gemütlichen Tag mit einem sensationellen Mittagessen in einem gehobenen Einheimischenlokal und Visite bei der SALINE DELLO STAGNONE und außerdem konnten wir fasziniert die Kite Surfer nächst der Salinen bewundern. Wie gesagt, es war extrem entspannt und gemütlich.

Abends waren wir vom wunderbaren Mittagessen immer noch satt und ein Spaziergang auf der Strandpromenade von CASTELAMMARE DEL GOLFO bildete einen harmonischen Abschluß.

Erice: unzählige Kirchen und eine Festung

Gleich nach Passage der Porta Trapani, erschließt sich dem staunenden Blick rechter Hand die Chiesa di Sant’Isodoro mit dem massiven Campanile della Chiesa Madre. So begann eine irre „Hatscherei“ über eine extrem schöne, aber holprige Steinpflasterung. Was abgetreten ist, wird im gleichen Stil neu gemacht und so macht die gesamte kleine Stadt ERICE ein hübsches und einheitliches Bild.

Wir schlendern die Via Vittorio Emanuelle (wie könnte eine Flaniermeile in Italien anders heißen) hinauf. Die Infrastruktur setzte sich zu je einem Drittel aus alten Wohnhäusern, einem Drittel aus Kirchen/religiösen Gebäuden und einem Drittel aus (natürlich) Touristenläden zusammen.

Die wieder einmal sehr enge Gasse öffnet sich zur Piazza della Loggia, von der aus es zum höchsten Punkt des Städchens führt, der als Höhepunkt einen phänomenalen Blick auf das CASTELLO del BALIO, TORRETTA PEPOLI und natürlich ins Tal auf die Stadt TRAPANI bietet.

Erice hat uns positiv überrascht. Das Städtchen hat Charme und nette kleine (überteuerte) Läden und auch angenehm gute Touristenrestaurants.

Den Besuch von TRAPANI haben wir nach einer Stunde abgebrochen. Die Stadt hat uns nicht angesprochen. Da sind wir doch lieber ins Hotel gefahren und haben uns ein wirklich gutes und typisch sizilianisches Abendessen gegönnt.

Ich war faul

Ich gestehe, dass ich die letzten Tage keine Lust auf mein kleines Reisetagebuch hatte. Ein kleines Highlight war allerdings ein Ausflug um DRACHENFEST in SAN VITO LO DAPO. Kleine und große Flugdrachen, wunderschön bunt und mit phantasievollem Design kurvten, teilweise sogar im Formationsflug, durch die Lüfte.

Faule Strandtage und dann die Reise von CASTELLAMMARE DEL GOLFO zum Flughafen Punta Raisi zur Retournierung unseres braven und schönen Mietwagens schienen mir nicht erwähnenswert. Auch die Fahrt mit der Bahn nach MILAZZO, von wo wir nach einer Übernachtung mit der Fähre nach LIPARI übersetzten, gaben mir die Ausrede vor mir selbst, nichts zu schreiben.

Wir sind überall sehr nett aufgenommen worden. Gestern sind wir im verschlafenen CANETTO auf Lipari nur ein wenig auf der Strandpromenade spazieren gewesen, haben mit Blick auf den menschenleeren Strand kühlen Campari Soda und Cinotto geschlürft und einfach nur entspannt.

In CANETTO wollen wir eine Woche lang bleiben. Ich hoffe, dass dieser Ort es schafft, dass uns langweilig wird. So richtig gelangweilt und erholt möchte ich die Heimreise nämlich antreten ;-))

Heute sind wir allerdings mit dem Bus in die „Inselhauptstadt“ Lipari gefahren und sind dort durch die Gassen gezogen. Die schöne Burg CASTELLO DI LIPARI wollte von Walter besucht werden. Ich habe auf einer Piazza den Möwen zugesehen, wie sie um Futter kämpfen. Ich arbeite hart daran, in die ersehnte Langeweile zu kommen 😉

Inselrundfahrt auf Lipari

Eigentlich hatte mein Süßer Vespas für die ganze Woche gebucht. Ich hatte allerdings Bedenken ob des wilden Fahrverhaltens hier. Rasch war entschieden, dass wir für uns ein kleines Mietauto nur für zwei Tage nehmen. Für € 30,– Tagesmiete bekamen wir ein altes, rotes Fiat Punto Cabrio.

LIPARI lässt sich in 4 Stunden (viele, viele Pausen inbegriffen!!!) leicht umrunden. Die Ausblicke auf die Küste nahmen uns gefangen. Der Blick auf die Nachbarinseln lässt Vorfreude auf die bevorstehenden Ausflüge aufkommen! PANAREA, STROMBOLI und VULKANO werden wir in den kommenden Tagen noch besuchen.

Der stetig wehende Inselwind um die Ohren, ein himmelblau strahlender Himmel und ein tiefblaues Meer vor Augen – das ist das Rezept für einen unbeschwerten, glücklichen Urlaubstag!

Lipari ist ca. 7,5 km lang und ca. 5 km breit. Gemessen an den engen Gässchen in Sizilien sind die Bergstraßen hier wunderbar komfortabel. Trotzdem musste mein Schatz einmal im Retourgang zurück fahren, weil plötzlich die Straße endete und zum Wenden kein Platz war 😉

Mit einem schönen Sonnenuntergang nach sättigender Pasta klingt auch dieser Tag harmonisch aus.

Zweite Inselrundfahrt auf Lipari

Wenige Reisende übernachten auf den AEOLISCHEN INSELN und wenn, dann meistens nur eine Nacht. Mein Süßer und ich bilden hier eine Ausnahme mit acht Übernachtungen. Das gibt uns die Zeit, uns über den duftenden Ginster zu freuen, der hier verschwenderisch vorhanden ist und derzeit in voller Blüte steht.

Die Tagesbesucher erkunden die Insel entweder per Taxi, Inselbus oder einem Mietfahrzeug. Viele Tagesbesucher sind mit mittleren bis großen Bussen unterwegs. Da gibt es die Wandergruppen, die in der stärksten Mittagssonne mit roten, erhitzten Gesichtern schwitzend auf glühendem Asphalt am Straßenrand wandern. Dann gibt es noch die geführten Radgruppen (E-Bikes meistens), die im „Gänsemarsch“ brav hintereinander radeln.

Wir sind heute den zweiten Tag als Individualreisende mit unserem liebgewonnenen roten Cabrio unterwegs und genießen wieder die wunderbare Landschaft. Heute hatten wir auch mehr Muße als gestern und konnten daher entdecken, dass VULCANO raucht. In ein paar Tagen werden wir dort sein und uns die Sache näher betrachten.

Bei einem unserer zahlreichen Stopps sind wir in eine Touristenfalle geraten, wo man uns für einen simplen Campari Soda stolze 15€ verrechnet hat. Bisher haben wir zwischen 2,50 – 8 € berappt. Gut, dieses Lokal wird uns nicht als Stammgäste gewinnen!

Aber wir haben ja schon unser Lieblingslokal gefunden. Direkt am Meer mit der Meeresbrandung im Ohr und den gesunden Meerwasseraerosolen in den Bronchien haben wir heute wiederum ein ausgesprochen gutes und gesundes (spätes) Mittagessen (oder frühes Abendessen) bekommen.

Übrigens sind die Sizilianer wesentlich besser als ihr Ruf!!!!! Mio Amore hat bereits mehrfach seinen Tagesrucksack (mit all seinen Ausweisen und Karten) liegen lassen UND SIE WURDEN IHM NACHGETRAGEN!!! Ich sag’s ja immer: Gute gibt’s überall und Schlechte gibt’s auch überall. Es ist keine Frage der Nationalität.

Stromboli – wie eine Fackel im Meer

Gestern hatten wir einen Tag „wie aus dem Bilderbuch“. Nach dem Frühstück schwammen wir im angenehmen Meer, dann bummelten wir gemütlich bis zur Abfahrt unseres Ausflugsbootes durch Lipari. Um 14 Uhr startete unsere Bootsfahrt „Stromboli by night“.

Der erste Halt wurde auf der kleinen Insel PANAREA gemacht. Nur rund 300 Menschen leben auf diesem kleinen Eiland. Es war recht entspannend, im kleinen Hafen zu promenieren und gleich mal einen gesunden Salat zu schmausen. Das hatte ich mir nach dem steilen Aufstieg zum Kirchlein der Insel auch verdient.

Auf STROMBOLI (ca. 500 Einwohner und schon immer bewohnt) hatten wir fast 3 Stunden Zeit für Erkundungen und natürlich gab es auch hier wieder eine kleine Kirche zu besuchen, die es über steile Wege von der Uferpromenade aus zu erklimmen galt. Je höher wir stiegen, desto tiefer sank meine Stimmung ;-( Als Belohnung gab es dann in einem netten Lokal wirklich gutes Essen. Das haben wir nicht erwartet. Normalerweise sind bei solchen Attraktionen ja typische „Touristenfallen“ zu finden. Hier war die Qualität von Service und Speisen hervorragend!

Der VULKAN STROMBOLI, vor ungefähr 200.000 Jahren entstanden, gab den ganzen Tag über kleine Gasexplosionen von sich. Bei wolkenlos blauem Himmel sah das sehr interessant aus! Wir waren großer Hoffnung, später, in der Dunkelheit, auch eine kleine Erruptionen sehen zu können. Versprach doch der Bootssprecher „Stromboli, eine Fackel im Meer“…. Leider haben sich durch die vielen und heftigen Gastexplosionen zu viele Wolken gebildet, sodass Explosionen nicht sichtbar waren.

Es war trotzdem ein empfehlenswerter Ausflug, den wir ungemein genossen haben! Auch der kleine STROMBOLITO mit dem (mittlerweile mit Solarkraft betriebenen) Leuchtturm bot im Sonnenuntergang gute Fotomotive.

Rasch mit dem Taxi zum Hotel und dort für 10 Minuten in den Rooftop-Pool, natürlich mit Thermalwasser, zum Abschluss eines gelungenen Ferientages.

Heute wird es nichts zu berichten geben, denn wir planen für heute einen letzten, oder vorletzten, Strandtag. Am Samstag beginnt die leider etwas umständliche Heimreise.

Insel VULCANO

Im charmanten, kleinen Hotel LA SETTIMA LUNA im verschlafenen CANETTO haben wir uns bis zum frühen Nachmittag einfach nur erholt. Unser Programm: 150 Schritte zum Meer zum Baden, dann ein wenig im warmen Rooftop-Pool plantschen und sonst auf einer komfortablen Doppelliege träumen.

In Canetto gibt es einen öffentlichen Kleinbus, der mit einer Frequenz von 15 Minuten an (oftmals nicht gekennzeichneten, aber das ist Italien 😉 Busstopps hält. Nach kurzer Fahrt ist man in LIPARI City. Es ist faszinierend in Zeiten des Overtourism, dass hier sogar die Flaniermeile Vittorio Emanuele fast menschenleer ist. Es ist eben noch Vorsaison. Wir genießen es, dass fast ausschließlich Italienisch zu hören ist und freuen uns über die entspannte, gelöste Stimmung.

Die Überfahrt nach VULCANO dauert ungefähr 10 Minuten mit der Fähre. Gleich bei der Ankunft am Fährhafen empfängt uns der geschäftstüchtige Taxifahrer Marinaro mit dem Angebot, uns für € 60,– eine Stunde lang durch Vulcano zu fahren. Deal!

Auf Vulcano gibt es vier Vulkane, wovon 3 inaktiv sind und nur einer fast ständig qualmt. Überall dampft es und auch der Schwefelgeruch ist allgegenwärtig. Gelbe Ablagerungen oder terrakottafarbene Hänge zeugen von den Mineralien des Vulkans. Überall finden wir interessante Formationen und tolle Blicke auf die riesige Caldera und die Vulkankegel für unsere Fotos für den Multimedia-Reisevortrag! Die Insel ist äußerst fruchtbar und blühende Sträucher und Blumen bestimmen das Bild. Frei laufende Ziegen naschen sich durch die Wiesen und Felder und scheinen sehr zufrieden mit ihrer Existenz zu sein. Mit köstlichem Ricotta und diversen Käseprodukten werden Sie es uns danken, dass sie so frei leben und fressen dürfen.

Nach der Fährfahrt zurück nach Lipari beenden wir den schönen Ausflug mit einem netten Abendessen am Hafen und werden wieder einmal von der ausgezeichneten Qualität positiv überrascht.

Heute ist unser letzter Tag in Canetto, denn morgen beginnt unsere Weiterreise mit Fähre und Bahn nach Palermo. Übermorgen fliegen wir dann nach Hause.

Wieder daheim angekommen

Es war eine sehr schöne Reise mit unendlich vielen Eindrücken. Mit dem Auto haben wir 2.320 km zurückgelegt. Zu Fuß sind wir etwas mehr als 200 km gegangen, und zwar etliche Kilometer über Treppen rauf und runter ;-))

Auf der Rückreise konnten wir uns noch über sehr interessante und teilweise lustige Begegnungen freuen. Unser letzter Vermieter, er heißt Marco, war ein besonders fröhlicher Sizilianer, der mich geprüft hat, ob ich auch tatsächlich richtig Pasta kochen kann. Natürlich habe ich die Prüfung bestanden!

Beim Boarding war dann die Mitarbeiterin der Billigfluglinie „Ryan Air“ sehr, sehr streng und hat fast alle Passagiere das Handgepäck in die Testbox legen lassen. Das Ergebnis war, dass jede/r Dritte einen Aufpeis von € 70,– zu zahlen hatte. Das hat das Boarding natürlich entsprechend verlangsamt. Als sich dann eine Frau lautstark weigerte, die € 70,– zu bezahlen, eskalierte die Situation schnell. Security kam an, die Frau versuchte vergeblich die Flucht ins Flugzeug und wurde abgeführt. Nach Bezahlung durfte sie dann doch mit.

Weil die Flugzeugbesatzung vehement nach einem schnelleren Boarding verlangte, wurde ein zweiter Mitarbeiter für die Fahrgastkontrolle abgestellt. Der Mann war gnädig und hat uns alle – ohne Gepäckscheck – durchgewunken. Hallelujah!!

Mit einem Delay von 10 Minuten konnten wir dann doch starten.

Jetzt sind wir 2 Tage wieder daheim. Alles ist gereinigt, gewaschen und weggeräumt. Die Mitbringsel sind verteilt. Und wir freuen uns bereits auf unsere nächste Reise.

Einmal Rundherum

Die Koffer sind gepackt, der Neffe wohnt während unserer Abwesenheit in unserer Wohnung und hütet den Labrador und wir machen uns auf den Weg zu einer grünen (etwas verrückten?) Insel. Schauen wir mal, was von den vielen Klischees über Irland tatsächlich stimmt.
● Gibt es tatsächlich dauernd Nieselregen?
● Trinken die Iren tatsächlich sehr viel Alkohol?
● Laufen tatsächlich überall Schafe auf saftig grünen Wiesen frei herum?
● Ist Irlands Küstenlinie tatsächlich so unglaublich beeindruckend?
Unsere Reiseroute:

Das Abenteuer Mietwagen-Rundreise auf der „falschen Straßenseite“ im Linksverkehr mit dem Rechtsgesteuerten kann beginnen!

Raus aus der Komfort Zone …

… und hinein mit dem rechtsgesteuerten Auto in den Linksverkehr.

Unsere Reisen sind selten Erholungsurlaube, sondern meistens springen wir einfach neugierig und tatendurstig ins Geschehen, um fremde Länder, Kulturen und Menschen kennenzulernen. Erholt wird dann daheim, wenn wir die Erlebnisse langsam verarbeiten und begreifen.

Der Flug mit Air Lingus war angenehm, die Mietwagenübernahme in Dublin zügig und schon saßen wir im VW T-Cross, auf der falschen Autoseite, wie gesagt ;-))

Bereits auf der 2stündigen Fahrt nach Belfast in unser erstes Hotel TARA LODGE gab es viel zu sehen und wir kamen auch schon in einem entzückenden kleinen Dorf namens CARLINGFORD in den Genuss unserer geliebten „Fish & Chips“. Die Portion war riesig und deshalb teilten wir uns unser Einstiegsmahl.

Heute durften wir uns bei einem ausgiebigen Spaziergang durch MOUNT STEWARD, vom herrlichen Landschaftsgarten und Familiensitz der Marquessen von Londonderry Mount Steward House bezaubern lassen.

Beeindruckt von dem mystischen Anblick der GREY ABBEY ging es am späten Nachmittag zurück nach BELFAST, um noch einen Blick auf die QUEENS UNIVERSITY OF BELFAST und den wunderbaren BOTANISCHEN GARTEN zu werfen.

Das Licht war heute sehr schön weich und die Luft war wie Seide. Ich weiß, das klingt jetzt schon ziemlich romantisch und verträumt. ABER es ist einfach so, dass diese grüne Insel mich schon völlig verzaubert hat! Ich gestehe es.

So, jetzt heißt es noch kurz „schön machen“ und dann werden sich mein lieber Mann und ich ins Nachtleben stürzen und in einem PUB erstmals auf dieser Reise IRISCHE LIVE-MUSIC hören. Mehr davon vielleicht morgen!

Cheerio, meine Lieben

Ich sag’s gleich zu Beginn: mit dem angekündigten Besuch in einem Pub wurde es gestern nichts ;-(( Der hübsche Jüngling (dezent geschminkt, mit Gladdachring am rechten Zeigefinger) hat uns einen Pub empfohlen, der sich als Szenenlokal für die LGBTIQ-Community herausgestellt hat. Nun sind wir ja grundsätzlich weltoffen und Dragqueens hätten wir durchaus interessant gefunden. Dass es aber kein Essen gab, das war inakzeptabel! Und so kamen wir weder in den Genuss von irischer Live-Musik, noch guten irischen Pub-Essens.

Kurz und bündig der heutige Bericht, denn heute waren wir 9 Stunden unterwegs, bis wir unsere Unterkunft CROWFIELD COUNTRY HOUSE erreichten und im BROWN TROUT PUB ein gutes Abendessen bekamen.

In Belfast war die BELFAST CATHEDRAL leider wegen eines privaten Events gesperrt, dafür konnten wir die wunderbare ST. PATRICKS CHURCH besichtigen und Kerzerln für unsere Lieben spenden.

Zu sehen gab es heute auf der CAUSEWAY COASTAL ROUTE unter anderem das historisch interessante CARRICKFERGUS CASTLE und für die für mich unerlässliche Bewegungseinheit Spaziergänge zum GLENOE WATERFALL sowie zu den DARK HEDGES.

Der weite Blick über die sanfte Hügellandschaft, die in allen erdenklichen Grünschattierungen leuchtet, die vielen weißen Farbtupfer der Schafe im satten Grün, unglaublich interessantes Wolkenspiel machten mich vergessen, dass wir auf der falschen Straßenseite unterwegs sind.

Nur ein einziges Mal musste ich vor Schreck quietschen. Sofort hat mein Süßer aufgehört, mein Süßer zu sein und hat fürchterlich geschimpft mit mir. Dann habe ich halt nichts mehr gesagt und schon hätte es uns fast das Leben gekostet, weil Schatzi mit Karacho eine Stopptafel übersehen hat. Für die Zukunft: lieber geschimpft bekommen, als unsere Kinder zu Vollwaisen machen !! Trotzdem ist festzuhalten, dass Walter souverän wie ein Weltmeister fährt!

Volles Programm …

war heute zwar eigentlich nicht geplant, sondern nur ein ausgedehnter Strandspaziergang bei CASTLE ROCKS. Verrückt, dass wir dort tatsächlich auf Badende trafen, obwohl der Atlantik eher „frisch“ ist. Die Lufttemperatur von 17 Grad Celsius hingegen waren sehr okay!

Die Landschaft war wieder überwältigend schön und die überbordende Blumenpracht (Palmen, wie an der Riviera inklusive) bezaubert ebenso, wie die unendlich vielen Grünschattierungen. Nicht umsonst hat Johnny Cash nach einem Urlaub 1959 den Songtext „40 Shades of Green“ geschrieben.

In BUSHMILL ist es quasi Pflicht, die älteste Whiskey-Distellerie der Welt zu besuchen und ein paar Kostproben später war ich auch tatsächlich sehr beschwingt und mit mir und der Welt zufrieden. So einfach und entspannt kann das Leben sein!

Jetzt hatte mich mein Süßer, der Schelm, soweit, dass ich zu weiteren Ausflügen bereit war und nicht nach Hause zum Ausruhen wollte. Flugs ging es durch DOWNHILL DEMESNE und MUSENDER TEMPLE. Historisch sehr interessant!

Zum „Drüberstreuen“ noch flugs zum pittoresken BALLINTOY HAVEN (die Fotos erklären alles) und, weil noch Zeit dafür war, zur ROPEBRIDGE von Carrick-a-Rede.

Derry/Londonderry

Wer erinnert sich nicht an die schockierenden Bilder in den 70er Jahren? Die blutigen Kämpfe sind bis heute im Stadtbild präsent. Ich möchte mir hierzu keine Meinung zu äußen anmaßen; tragisch ist es allemal!

Die PEACE BRIDGE wurde 2011 vom österreichischen EU-Kommisar Johannes Hahn eröffnet. Na bitte, wir Österreicher sind doch wirklich überall aktiv.

„Vote here“ sieht man flächendeckend auf den Mülleimern der Stadt. Eine Wahlempfehlung?

In der wunderschönen GUILD HALL entdeckten wir ein globales interaktives Kunstprojekt mit dem Titel „Before I die, I want to do ….“ und es ist hochinteressant, dass die meisten Menschen die gleichen Wünsche äußern. Man wünscht sich eine gute Partnerschaft, Weltfrieden, Glück und Gesundheit für Kinder und Enkelkinder, auffallend viele wünschen sich, zu reisen und manche Menschen, wollen einfach nur alle Eissorten durchprobieren. CompassionateCommunitiesNI.com/BeforeIDie

Was wir sonst noch gesehen haben?

Mit der Unterkunft haben wir diesmal „ins Klo gegriffen“. So toll unsere ersten beiden Quartiere waren, so trist schaut unser Appartement aus. ABER die Aussicht ist wunderschön und entspricht tatsächlich dem Werbematerial. Egal, wir werden das Beste daraus machen und uns halt oft in Pubs aufhalten ;-))

Doch lasst m ich noch von gestern etwas Lustiges berichten. Wir fragen grundsätzlich nach Seniorenrabatt und sparen so immer wieder Geld. Gestern bei der Ropebridge gab es keinen Seniorentarif und weil mein Süßer den jungen Mann an der Kassa so treuherzig anblickte, durften wir mit Kindertickets rein ;-)) Seniorentickets gab es nicht, weil man für diese Tour fit sein muss. Allerdings hatte ich tatsächlich oft das Gefühl, in einer Rehabilitationsklinik zu sein, so alt und schwerfällig war so mancher und Defibrilatoren waren auch reichlich vorhanden ;-))

County Donegal: Tory Island & traditionelle, echte Irish Music

Nach einer unbequemen Nacht im teuren Elendsquartier haben wir uns vom heutigen Tag nicht unbedingt so viele Highlights erwartet. Wir waren nur froh, dass wir wieder ins Freie, ins Grüne, ins Blaue dürfen!

TORY ISLAND stand heute auf unserer Bucketlist. Nur 127 Seelen, die großteils mit dem Schiff oder bei zu rauer See im Winter mit dem Helikopter auf’s Festland zur Arbeit pendeln, zählt diese winzige Insel (4,3 km x 1,5 km mit 83 HM).

Dieser Ruhetag (Walter 17.000 Schritte, ich bloß 13.000 Schritte) war ein Geschenk, war Balsam für die Nerven und die Seele, bot er doch Gelegenheit zu interessanten Gesprächen mit den Inselbewohnern. So erfahren wir auch, dass gleich neben dem Inselhotel sogar der „König von Tory Island“ wohnt – ein ehrenamtlicher „König“, der sich auf die ausgeschriebene Stelle als einziger beworben hatte und jetzt bei diversen Anlässen seinen königlichen Aufgaben nachzukommen hat.

Gestern waren in wirklich allen Pubs in DUNFANAGHY von Blues und Jazz von verschiedenen Bands Grund für Tanz, Guinesskonsum und überbordende Lebensfreude.

Das heutige Abendprogramm im PATSY DAN’S mit traditioneller irischer Live Music hat die gestrige Pub-Party-Nacht sogar noch getoppt. So ein Glück, dass wir einen Abend erwischt haben, an denen keine professionelle Musikgruppe aufspielte, sondern die Leute aus dem Dorf und Umgebung. Es waren Alte und Junge, Arbeiter, Bauern, PensionistInnen, Verkäuferinnen, Hausfrauen usw. im Pub. 15 Personen hatten die unterschiedlichen Instrumente mit und schon wurde gefiddelt und getrommelt und vor allem gesungen, was das Zeug hält! Beeindruckende Textsicherheit, ungeniertes, lautes Singen unabhängig von der Stimmqualität schufen eine von uns noch nie erlebte Stimmung. Das Schönste waren die leuchtenden Augen und die Lebenslust der DorfbewohnerInnen! Ja, und GUINNESS floss in Ströhmen in die durstigen Kehlen ;-))

County Donegal: Bade- und Wandertag

Da es im Dorf DUNFANAGHY erst ab 10 Uhr Frühstück gibt, sind wir heute wieder in den Nachbarort zum Spar gefahren und haben dort wieder köstlich und preiswert gefrühstückt. Alle Produkte frisch und das Personal äußerst zuvorkommend.

Walter war derartig gestärkt und tatendurstig, dass er sich bei unserem morgendlichen Strandspaziergang am KILLAHOEY BEACH übermütig in den immerhin 13 Grad warmen Atlantik stürzen musste ;-)) Als verantwortungsvolle Partnerin erwartete ich ihn mit Badetuch und blieb draußen, um ihn notfalls retten zu können. Jedenfalls ist klar, von wem unser großartiger Sohn den unwiderstehlichen Drang zum Eisbaden geerbt hat. Tochter Principessa steht den Männern in nichts nach ;-))

Sonst war der Tag wieder sehr gemütlich. Zuerst ein kleiner Ausflug zu den Mönchen in ARDS FRIARY, die leider, leider das Cafe schon geschlossen haben. Es ist die Hochsaison eben schon vorbei. Was wir ja so wollten. Die wunderbare Lage konnten wir auch ohne Capuccino & Kuchen genießen.

Der bisherige Höhepunkt des Tages war allerdings der Besuch des GLENVEAGH NATIONALPARKS mit dem gleichnamigen Schloss GLENVEAGH und einem traumhaft schönen Garten. Die Wanderung führte uns unter anderem entlang des LOUGH BEAGH. Bewegung kommt auf dieser Reise nicht zu kurz und das lieben wir besonders.

Jetzt sitzen wir immer noch mit kurzen Ärmeln und auch sonst leicht bekleidet an der Strandpromenade in der Sonne und schreiben den Blog. Bald werden wir wieder in einem Pub sitzen und der Live Musik lauschen. Es hat auch etwas Gutes, dass unser Appartement so schrecklich ist, denn sonst würden wir nicht so früh raus und dann lange in Pubs rumhängen ;-)) Noch eine Nacht müssen wir durchhalten, dann geht es zum Glück in ein (hoffentlich sehr schönes) 4* Hotel.

Raues Land, liebliche Strände, der Weg von Donegal -> Sligo

Halleluja, wir verlassen das schlechteste Quartier in einer der schönsten Gegenden Irlands und fahren nach STRANDHILL bei SLIGO im gleichnamigen County! Der Vermieter hat uns doch tatsächlich eine weitere Nacht angeboten, und zwar gratis. Nicht gratis und nicht mal für viel Geld wäre ich geblieben!

DONEGAL ist eine entzückende Stadt und als wir das County verlassen, schauen wir uns natürlich die Stadt noch genauer an. DONEGAL CASTLE fanden wir recht interessant, zumal sich dort der schönste Kamin Irlands mit besonders reichen Steinschnitzerein befindet. Der DONEGAL TOWER (errichtet von Red Hugh O’Donnel) feiert heuer übrigens sein 550-Jahres-Jubiläum. Die Wendeltreppe wurde absichtlich als „Stolperstein-Treppe“ angelegt, damit Eindringlinge mit Schwertern zu Sturz kommen mussten und so das Castle besser verteidigt werden konnte.

Die Fahrtstrecke war wieder von Naturschönheiten gepflastert. Kleine, verwunschene Forstwege wechselten sich mit kleinen, kaum befahrenen Straßen ab. Auf einem kleinen Friedhof, CALDRAGH CEMETERY , finden wir eine ZWEIGESICHTIGE GOTTHEIT, die ein wenig an Janus erinnert, aber nicht ist, sondern eine keltische Gottheit.

Überall 100 Shades of Green, nicht nur 40, sanfte Hügel, überall Schafe und glückliche Kühe (ich werde ab nun gern Kerry-Gold-Butter kaufen, wenn sie im Angebot im Supermarkt ist!) und natürlich sagenhaft schöne weite Strände. Iren baden gerne ihre makellos weißen Körper (haben Iren Pigmente??) im Atlantik. In BUNDORAN machten wir eher zufällig Rast und entdeckten, dass dieser Ort tatsächlich ein PREMIUM SEA SIDE RESORT ist. Hier entdecken wir Badende in einem uns aus Südafrika, den Azoren und Madeira bekannten „Granny’s Pool“.

Und so brauchen wir für eine Distanz, die in zwei Stunden locker zu bewältigen ist, einen ganzen Tag. In SLIGO bummeln wir noch genussvoll durch die Stadt und den Fluss entlang. Die ABBEY besichtigen wir bei dieser Gelegenheit selbstverständlich und diese Ruine beeindruckt uns ebenfalls sehr.

Ein schöner Tag geht am Strand von STRANDHILL mit einem stimmungsvollen Sonnenuntergang zu Ende. Heute und morgen dürfen wir unsere müden Glieder in einem schönen Zimmer in einem schönen Hotel, dem STRANDHILL LODGE AND SUITES BOUTIQUE HOTEL, betten. Halleluja (schon wieder) ;-))

Entschleunigung und Relax

Klar haben wir uns auch heute wieder ein wenig in der Gegend herumgetrieben, ABER sehr entspannt, sehr relaxed. Die Luft ist wieder glasklar und schmeckt nach Meer, also nach Salz, Jod und Freiheit.

Unser erster Halt war der malerische Ort ROSSES POINT.

Walter konnte heute endlich etliche Drohnenflüge absolvieren, weil es windstill war. Milde 21 Grad bei strahlend blauem Himmel sind wirklich himmlisch (Wortwiederholung ist Absicht). Die folgenden Bilder sind vom PARKES CASTLE und von MANORHAMILTON CASTLE (das ist die Ruine).

Der GLENCAR WATERFALL liegt sehr hübsch und ist für die Iren eine Sehenswürdigkeit, kann aber natürlich mit den uns bekannten Wasserfällen nicht mit.

Gut finde ich, dass es das Programm LOBSTER ALERT gibt und die Menschen aufmerksam gemacht werden, dass man die Ressourcen der Meere schonen und nicht ausbeuten soll!

Ursula van der Leyen würde uns ja liebend gerne ab 60 das Autofahren verbieten. Ich bin der lebende Beweis, dass man/frau (das Gendern bringt mich noch um den Verstand!) auch im zarten 69. Lebensjahr im Linksverkehr ein rechtsgesteuertes Auto zu lenken lernen kann. Und es macht sogar Spaß und weitere Synapsen im Gehirn werden auch gebildet! Gewöhnungsbedürftig ist es, mit der linken Hand zu schalten, was mir als umgelernte Linkshänderin (ich bin dadurch mit beiden Händen ziemlich gleich geschickt) eigentlich leicht fallen sollte. Nichtsdestotrotz passiert es mir pro Stunde 2-3mal, dass die rechte Hand den Schalthebel rechts sucht. Gewohnheit ist ein Luder.

Es fällt auf, dass in Irland wesentlich mehr Rothaarige leben, nämlich 13 % der Bevölkerung, während weltweit nur 2 % rotes Haar haben. Logisch, wenn man nur an Afrika und Asien denkt! Es sieht auf dieser grünen Insel jedenfalls hübsch aus in allen möglichen Schattierungen und Färbungen lebendiges Rot zu sehen.

Heute wird nicht mehr gefahren, daher ist ein GUINNESS als Schlummertrunk erlaubt ;-))

Faszinierende Landschaften in Connemara

(Anmerkung: Wie immer sind die FETT geschriebenen Worte mit einem Link hinterlegt, sodass ihr bei tieferem Interesse nähere Informationen abfragen könnt.)

Einmal mehr hat uns heute die Sonne geweckt und in dieser Stimmung sind wir vom schönen Hotel im schönen STRANDHILL ins farbenprächtige County CONNEMARA aufgebrochen. Der Tag war nicht reich an „Action“, aber mit einer Fülle herrlicher Impressionen und viel Lachen beschenkt.

Eigentlich wollten wir zuerst einen Schrein in der KILLASPUGBRONE CHURCH mit einem abgebrochenen Zahn von St. PATRICK aufsuchen. Dann hat sich allerdings herausgestellt, dass es sich hierbei bloß um eine Replik handelt und sich das Original in Dublin befindet. Das war uns dann doch zu wenig, zumal wir ja auch beim echten Zahn Buddha’s in Kandy/Bali waren. Keine halben Sachen für die Wasis!

Reisetipp des Tages: Niemals auf Turnübungen zwischendurch verzichten! Ein wenig Stretching, Kraftübungen und Mobilisation erspart Verspannungen und Schmerzen.

Dieser kleine Umweg hat uns allerdings zu einem hübschen Fluss und zu den BALLYSODARE FALLS geführt, wo Walter wieder mit seine Drohne fliegen konnte. Er liebt es so sehr.

Da wir schon 2x mit Hausboot auf Flüssen unterwegs waren, musste der Abstecher nach CARRICK-ON-SHANNON unbedingt sein. Es wäre doch bestimmt sehr schön, den SHANNON bzw. ERNE mit einem Hausboot gemütlich zu befahren. Jedenfalls ist es ratsam, vor und nach der Flussfahrt einen Tag in Carrick-on-Shannon einzuplanen, denn der Ort ist entzückend und voller Leben. Unzählige Bars und Pubs bieten täglich Live-Music!

Die Landschaft hat sich verändert. Aus Hügeln wurden Berge und die vielen wunderschönen Loughs begleiten uns auf der Fahrt schon fast inflationär. Scherz! Natürlich können wir davon gar nicht genug sehen! Walter wollte unbedingt noch ASHFORD CASTLE besichtigen. Das hat sich dann aber leider als eines der weltbesten 5* Hotel erwiesen und hätte damit den Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten in diesem Urlaub gesprengt :-((

Von der Fahrt bereichert, aber kein bisschen müde, erreichen wir unsere bezahlbare Unterkunft in CLIFDEN für die kommenden zwei Nächte. THE POTTERS COTTAGE liegt sehr ruhig und ist genauso, wie wir es uns vorgestellt hatten. Morgen erwarten uns aufregende Überraschungen !!

Was für ein vergnüglicher Tag!

Heute haben wir auf der CONNEMARA OYSTER FARM ganz viel über Austern und über Austernzucht gelernt. Diese Farm ist besonders privilegiert, weil durch den CONNEMARA NATIONALPARK geschützt. Im Preis für die Führung war auch eine Austernverkostung inklusive und mein Süßer, der bisher Austern stets verweigert hatte, ließ sich heute zur Verkostung hinreißen. Mein Walter ist jetzt „angefixt“, so sehr hat er den Geschmack genossen ;-)) Mit Austern ist es wie mit Wein: jedes Terrain entwickelt seinen speziellen Geschmack. Hier schmecken die Austern ein wenig nach Gurke. Wer also Kosten sparen will und dem vor lebendige Tiere zu essen graust, kann demnach einfach von einer Gurke abbeißen :-))

Kurz zusammengefasst, damit ihr auch was durch unsere Bildungsreiche (!!) lernt:

Jede Auster filtert 200 Liter Wasser pro Stunde, es braucht 3 Jahre vom Austernsamen bis zur Austernernte, die Samen kommen aus der Bretagne, die Arbeit auf dieser Austernfarm wird von nur 5 Mitarbeitern sowie natürlich vom Meer und Gezeiten/Strömung selbst gemacht. Die Mitarbeiter brauchen nicht ins Fitness Studio zu gehen, denn jeder Austernkorb wiegt 15 kg! Diese Farm exportiert weltweit pro Jahr 60 Tonnen, was ca. 720.000 Austern entspricht.

Der Besuch der KYLEMORE ABBEY hat mich tief beeindruckt. Ein prachtvolles Gebäude, von seinen Besitzern geschmackvoll, luxuriös gestaltet, ohne protzig zu sein. Scheinbar waren die Henry’s sehr liebenswerte Menschen, jedenfalls hatten sie Geschmack und waren bei der Bevölkerung auch als faire Arbeitgeber beliebt. Leider sind die glücklichen Beziehungen durch den tragischen Tod von zwei der Damen des Hauses beendet worden. Briefe eines Witwers „I am heartbroken….“ und der Umstand, dass der andere Witwer nie wieder geheiratet hat, lassen auf echte Lovestorys schließen. Tragisch, aber auch sehr romantisch. Später haben Nonnen auf KYLEMORE eine Schule betrieben und als Kloster verwendet, daher ABBEY.

Herrlich auch der Viktorianische Garten und auch hier dominiert der gute Geschmack!

Auch meine geliebten CONNEMARA PONYS durfte ich streicheln. Obwohl ich früher immer Pferde mit hohem Stockmaß ritt, weil eine große Frau auf einem kleinen Pferd einfach blöd aussieht, hat mein Herz immer den kleinen Rassen gehört (von denen man auch nicht so weit runterfällt !!) : Connemara, Island Pferde, Haflinger, Appaloosa.

Es gäbe noch viel zu berichten, aber das hebe ich mir für die kommenden Tage auf. Zum Abschluss noch ein kurzer Blick auf die bunte Landschaft von Connemara mit Stechginster, Fuchsien, Erika, Gräsern und Farnen.

Halbzeit ist’s

Schnell ist die erste Hälfte unserer Genussreise durch Irland vergangen. Bei unserem ersten Besuch im Jahr 2000 standen uns lediglich 10 Urlaubstage zur Verfügung, heuer sind es 24. Hurra!!!

Dass Halbzeit ist, lässt sich nicht nur am Inhalt meiner (aus medizinischen Gründen zur Vorbeugung von Reflux etc. erstandenen) Flasche BUSHMILLS WHISKEY zu erkennen. Dass wir heute Waschtag hatten, ist ein weiteres Indiz dafür. Man will ja nicht 60 kg an Gepäck herumschleppen, also wird ein Waschsalon frequentiert. Wobei es diesmal gar kein Waschsalon war, sondern Wasch-+Trockenmaschinen beim Supermarkt. Das ist hier sehr verbreitet.

Unser heutiges Programm war die Fahrt über die sensationelle SKY ROAD. Wenn der Reiseführer „eine unvergessliche Straße entlang eines eindrucksvollen Küstenstreifens“ verspricht, bin ich ja von Natur aus skeptisch. Die SKY ROAD hat allerdings das Versprechen mehr als gehalten. Die Straße hat ein Versprechen GEhalten, wir haben gefühlte 200x ANGEhalten. Jedenfalls hat mein Süßer alle, wirklich alle Akkus leer fotografiert/gefilmt. Und der Mann besitzt unzählige Akkus, das ist eine Tatsache!

Wortwiederholungen waren heute unser Sprachmodell. „Wahnsinn, diese Landschaft“, „Schau, Wahnsinn…“ Aber wenn Fuchsien als Hecken baumhoch den Weg säumen, wie bei uns vielleicht Liguster oder Thujen, wenn die Heide in allen erdenklichen Farben erstrahlt, als wäre sie photogeshopped, dann können auch Redseligen die Worte versagen ;-))

Überall, rechts, links, mitten auf der Straße: Schafe, Schafe, Hammel, Schafe… An einem speziellen Punkt war um 1€ sogar schafmagenverträgliches Futter zu kaufen und da war ich (in einem Shirt, dass schon 2000 mit mir in Irland war – das ist Nachhaltigkeit ;-)) natürlich erste Reihe fußfrei bei meiner Lieblings-Grill-Zutat. Sorry für diese rohen Worte, aber es ist die Wahrheit, dass ein saftiges Lammkotelett für mich der Himmel auf Erden ist – es können ja nicht immer Austern sein.

Es wird hier noch TORF gestochen. Das sieht interessant aus, war früher bestimmt sinnvoll und notwendig. Ich glaube allerdings, dass das heutzutage für die Umwelt eher ungünstig ist, bindet Torf doch viel CO2. Also, ich bin ja keine Ökologin und möchte deshalb keine Meinung äußern, wovon ich keine Ahnung habe….

Gestern am Abend hat es uns noch in die MULLARKEY’S BAR verschlagen, wo uns um 8:30-ish pm die Band THE HOUSCATS mit qualitativ hochwertiger Musik erfreute. Da war wirklich ALLES dabei, sogar guter Jazz, Folk, Funk usw. Die Iren schreiben zur Uhrzeit für Verabredungen und Beginn eines Auftrittes oft ein „ish“ nach der Uhrzeit. Das bedeutet zum Beispiel : 8-ish pm. so ungefähr um 20 Uhr. Eine halbe Stunde später ist noch keine Verspätung.

So ein PUB ist mehr als bloß ein Pub oder eine Bar; es ist ein erstklassiges Kommunikationszentrum! Die Iren lernen wir als extrem gesellige Menschen kennen. Ohne jegliche Scheu wird man angesprochen, in Gespräche und Diskussionen verwickelt und alle, vom Barkeeper bis zu den Gästen, sind gut drauf, gut gelaunt und sehr, sehr auf Annäherung bedacht. Und weil sich immer so viele Menschen auf engstem Raum zusammendrängen, wird Irish-Dance auch getanzt, wie er eben getanzt wird. Das werden wir hoffentlich auch noch sehen!

Heute wohnen wir im hervorragenden CONNEMARA SANDS HOTEL & SPA. Durch ein Upgrade residieren wir in einem Palast mit Blick auf eine der schönsten Buchten, die sogar ausgezeichnet wurde mit einem Preis.

The weather has changed now

Heute morgen zeigte der herrliche Blick vom Schlafzimmerfenster zum Meeresstrand endlich gutes irisches Wetter bei 14,5 Grad Celsius, aber weiterhin trocken. Ich persönlich mag es ja, wenn der Horizont mit den Wolken verschwimmt und der blaue Himmel nicht von den Farben der Natur ablenkt. Und die Farben sind auch heute tatsächlich noch so, als wäre der Photoshop drüber gegangen, dabei sind es nach wie vor hauptsächlich meine schlichten Handyfotos, die ich hier poste.

Gleich beim Morgenspaziergang wurden uns magische Momente mit einer Schafherde, dem Schäfer und seinem Hirtenhund geschenkt. Walter hatte den Fernblick (no na, er ist immerhin auch ein begnadeter Schwammerlfinder und nicht -sucher) und am Horizont die Bewegung der Schafe in unsere Richtung wahrgenommen. Und da waren sie plötzlich, die knuddeligen, süßen Schafe samt emsigem Hirtenhund (Border Collie) und typisch irisch kontaktfreudigem Schäfer. Man nahm sich Zeit für ein ausführliches Gespräch über das Wetter, die Schafe, besprach die kommenden Urlaubspläne und versprach sich Freundschaft und Kontakt bis zum nächsten Treffen :-))

Die Fahrt nach GALWAY führte wieder am WILD ATLANTIC HIGHWAY entlang und verwöhnte uns mit grandiosen Szenerien!

Unsere Unterkunft für die kommenden zwei Nächte ist PRAICINS SEAFOOD LODGE B&B und nur 13 km von Galway entfernt. Unser komfortables Zimmer bietet auf zwei Seiten Meerblick und die Küche des Restaurants ist rundherum völlig zurecht bekannt und beliebt. Wir haben schon heute köstlich geschmaust und wissen auch bereits, was wir morgen zum Dinner bestellen werden. Die Gastro-Szene ist in Irland tatsächlich in irischer Hand!

Einen kleinen Schock habe ich Sparmeisterin heute erlitten, als ich zwei Briefmarken kaufte. 2,20 € für eine Briefmarke von Irland ins Ausland ist doch Wucher, oder nicht? Aber was soll’s, ich brauchte zwei Stück für meine sehr liebe Nachbarin und meinen Sohn, der mir auch immer und von jeder Reise eine Postkarte schreibt. Mit dem Töchterchen Principessa kommunizieren wir ganz modern per WhatsApp ;-))

Gut gestärkt wagen wir uns jetzt ins Nachtleben von Galway und schauen, was uns hier erwartet!

Ein genussvoller Tag in Galway

Heute hat uns die Sonne schon früh auf der Nase gekitzelt und damit wachgeküsst. Der Himmel wieder blau, wir ausgeschlafen, also nix wie auf nach Galway für einen gemütlichen Bummeltag!

Wir haben gestern am Abend noch das Nachtleben ausspioniert. Unvorstellbar, dass so viele, ja unzählige, Pubs und Bars nebeneinander existieren können! Aber es waren alle brechend voll und das erklärt es vielleicht. Wobei die Stimmung hier von der in den Pubs und Bars in Clifden abweicht, irgendwie nicht so inbrünstig ist. In Galway sind eindeutig mehr deutsche Touristen unterwegs, als in Clifden, wo mehr Briten und Irländer in den Pubs waren. Überhaupt hören wir hier zum ersten Mal wieder Deutsch.

Unsere Souvenirs haben wir heute auch erstanden. Walter bekam einen keltischen Ring und ich einen sehr dezenten CLADDAGH RING. Damit werden wir keine Gewichtsprobleme mit dem Koffer haben ;-)) Der Claddagh Ring war der Ring der Fischer für ihre Bräute/Frauen und es gibt eine wunderschöne LEGENDE dazu. In der ältesten Version verweist sogar auf eine keltische Mythologie.

Natürlich macht ein Einkaufsbummel hungrig und so haben wir uns als leichten Lunch in einem Pub ein paar Austern gegönnt. Wegen der, der Gesundheit zuträglichen Inhaltsstoffe ;-))

So gestärkt ging es in die größte (1320 errichtet), noch ständig benutzte Gemeindekirche Irlands, die SAINT NICHOLAS CHURCH (geht auf den auch bei uns noch populären Hl. Nikolaus zurück).

Alles was NICHOLAS heißt, erinnert uns an unseren lieben Enkel Niklas und wird besucht :-)) Zum Glück! Die GALWAY CATHEDRAL ist nämlich „Die Kathedrale zur Mariä Himmelfahrt und Sankt Nikolaus. Diese Kathedrale ist ein Leckerbissen für das Auge. Viele Elemente sind im Renaissance-Stil, aber auch andere architektonischen Merkmale sind in Rosetten und Mosaike sowie romanischen Bogen zu bestaunen. Wir kennen uns diesbezüglich nicht so gut aus, aber es ist auch für Laien gut erkennbar.

Von langer Hand bei der Reiseplanung vorbereitet, haben wir Tickets für TRAD ON THE PROM für heute Abend gekauft. Was es damit auf sich hat und, falls erlaubt, Fotos kommen morgen.

Typisch „gutes irisches Wetter“

8,5 – 9,5 Grad Celsius, stetiger Regen sanft aus grauem Himmel und die Wiesen auf den Hügeln wie frisch gewaschen. So typisch, so irisch, so beruhigend, wie ich Irland in Erinnerung in meinem Herzen hatte. Gutes Reisewetter und auch ideale Stimmungen für unsere Fotos hatten wir heute jedenfalls! Immer blauer Himmel ist auf Fotos ja auch fad.

Eine kurze Replik noch zu gestern Abend zu TRAD ON THE PROM: alle unsere Erwartungen wurden haushoch übertroffen. Die KünstlerInnen waren ausnahmslos Weltmeister sowie vom Ensemble von LORD OF THE DANCE; es war auch der Chefdramaturg und Komponist von LORD OF THE DANCE sowie ein ehemaliger, erfolgreicher Songcontest Teilnehmer auf der Bühne. Ausschnitte werden im Vortrag von Walter gezeigt. Wir konnten uns nach der Show sogar mit den sympatisch nahbaren KünstlerInnen unterhalten und auch Erinnerungsfotos schießen.

Kleines „Wasinger-Hoppala“ am Rande: am Vorabend trafen wir in einem versteckten Pub in Galway in einem versteckten Hinterzimmer auf einige Musiker, die phantastisch spielten, aber so gar nicht auf Stimmung machen aus waren. Sie probierten, unterbrachen, besprachen, spielten usw. Wir waren die einzigen Gäste in dem Hinterzimmer und sind dann nach ca. 20 Minuten gegangen, nicht ohne 5 € Trinkgeld generös zu deren offensichtlichem Erstaunen auf den Tisch zu legen. Tja, diese Musiker waren von TRAD OF THE PROM und wollten wohl eigentlich nur für sich sein :-)) Peinlich! (Ich habe allerdings auch schon einmal in Prag einem verdutzten Pianisten 2 € hingelegt, weil ich ihn für den WC-Wart hielt; warum steht er auch vor dem Klo herum…)

Das nächste „Wasinger-Hoppala“ ist uns dann in einer Hazel Mountain Chocolate & SHOP, die ich zufällig beim Vorbeifahren entdeckte und meinen Süßen sofort davon überzeugen konnte, dass wir unbedingt und sofort eine Pause brauchen. Im Shop fand ich toll aussehende Pralinen mit dem Preisschild € 2,50 und nahm natürlich an, dass sich der Preis auf 100 g bezieht. Weit gefehlt – € 2,50 kostete 1 einziges Stück! Für 8 Stück Pralinen und eine 75 g Tafel Schokolade bezahlte mein verdatterter Walter € 28,– und damit bloß 1 € weniger als gestern für die Austern ;-))

Der heutige Reisetag war jedenfalls wieder – nicht nur schokoladenmäßig – ein Genuss, denn es gab natürlich auch wieder viele interessanten Gebäude zu sehen, wie z.B. DRUMACOO CHURCH, DUNGUAIRE CASTEL und die CORCOMROE ABBEY. Fotos siehe folgend.

THE BURREN ist eine karge Landschaft und vermittelt sehr gut das Gefühl, wie hart das Leben für die Menschen hier immer schon gewesen sein muss. Heute mit den Einnahmen aus dem Tourismus hat man es wohl leichter. Immerhin reiht sich eine Bar an den nächsten Pub, es gibt Unterkünfte, Surfschulen, Tauchbasen usw.

In den BURREN finden wir auch die berühmte PORTAL TOMB, die wir schon 2000 fotografiert haben und die einzigartige Atmosphäre auf dieser Steinwüste aufgesogen hatten.

Heute haben wir wieder für zwei Tage Quartier bezogen, diesmal in der COAST LODGE in einem hübschen Zimmer mit direktem Blick auf den goldfarbenen Strand und das sanft bewegte Meer. Hier werden wir bestimmt gut schlafen, damit wir uns morgen unseren nächsten Reisehighlight ausgeruht zuwenden können. Mehr davon morgen.

Wenn das Abenteuer Pause macht,

weil es plötzlich doch ziemlich kalt (9 Grad Celsius) und nass und windig wurde, dann ist es noch lange nicht langweilig!

Ein Blick aus dem Fenster zeigt uns 6 Badende im Meer. Wir wollen überleben und entscheiden uns dagegen und für ausreichend warme Kleidung. Am Vormittag stehen die beeindruckenden und stets von heftigen Winden umwehten CLIFFS OF MOHER am Programm. Selbst ein Wollpullover, 3 Fleecejacken, 1 Softshelljacke und mein Regencape sowie 1 Kapuze vom Hoody, 1 Buff und zwei weite Kapuzen schützen mich unzureichend und ich friere nämlich ganz erbärmlich. Walter, mein Waldviertler, steht natürlich über den Dingen und versteht mich nicht.

Die CLIFFS OF MOHER zeigen sich heute von ihrer mystischen Seite mit ein wenig Nebel in der Ferne und dicken Wolken. Die Wiesen rundherum leuchten dadurch umso grüner. An der höchsten Stelle sind die steil ins Meer fallenden Klippen 214 Meter hoch. Mehr dazu findet ihr über den Link oben zu wikipedia.

Besonders gespannt war ich auf das MATCHMAKING FESTIVAL im kleinen Ort LISDOONVARNA. Seit 160 Jahren finden sich hier Menschen auf der Suche nach einem Partner/einer Partnerin ein. Es ist also quasi der Vorgänger von PARSHIP und ähnlichen Partnersuchplattformen. Der findige Pub-Inhaber Willy hatte die grandiose Idee, in seinem Pub eine Heiratsvermittlung zu betreiben.

Diese Idee hat sich durchgesetzt und wir wurden heute – ziemlich verblüffte – Zeugen, wie sich durchwegs ältere Damen und Herren neugierig beäugten und dann das Tanzbein schwingend annäherten.

Damen saßen brav aufgereiht auf Stühlen auf einer Seite des Lokals, während die Herren lässig an der Bar saßen.

In allen Hotels des kleinen Städtchens Lisdoonvarna gibt es ab Mittag Tanzmusik. Wir haben ein besonders arriviertes Traditionshotel für unseren Besuch gewählt, das RATHBAUN HOTEL. Irgendwie waren die Räumlichkeiten wie aus der Zeit gefallen und in manchen Bereichen fast ein bisserl gruselig. Im Tanzsaal war allerdings was los! Ein Alleinunterhalter spielte die Musik und die „einsamen Herzen“, Damen und Herren, kamen sich näher. Dass manch‘ Schlitzohr vorher den Ehering abgenommen hat, kann und will ich nicht glauben!!!

Von einer Kellnerin erfuhren wir, dass sich die Pärchen an den Tischen wohl in den vergangenen Tagen hier gefunden haben werden. So viel Hoffnung auf ein paar schöne Momente, so viel Sehnsucht nach Nähe, so viel Angst vor der Einsamkeit im Alter. Das Matchmaking-Festival in Lisdoovarna wird wohl niemals an Bedeutung verlieren. Und schließlich verlangt sogar im kleinen Österreich ein kleiner Politiker das Recht auf ein analoges Leben!

Am Abend wollen wir noch versuchen, in ENNIS ein wenig in die irische Atmospähre in KNOX’S PUB zu genießen, morgen geht es schließlich wieder weiter.

Tag 17. Ich bin heute im Krankenstand

Das hat sich ausgezahlt! Wir haben bei den CLIFFS OF MOHER wirklich gefroren und schon am Abend wurde genießt und geschnupft. Heute habe ich mich mit Gliederschmerzen und Kopfschmerzen und kranken Äuglein gerade noch ins Auto geschleppt. Mein Süßer ist deutlich robuster und vor allem unendlich tapfer.

Ich habe heute, am Beifahrersitz liegend und fest eingepackt, nur den Himmel gesehen. Ein zartes Blau, wie der Mantel der Muttergottes, und weiße Wölkchen und manchmal hellgraue Wolkenbänder. Die Sonne (12 Grad) hat meinen VapoRub gesalbten Brustkorb gewärmt und mehr habe ich nicht zu berichten und gebe hiermit an Walter weiter, der heute ausnahmsweise den Blog schreiben wird.

Zum Glück sind wir nun für 3 Nächte in einem sehr angenehmen Hotel, dem LOCH LEIN COUNTRY HOUSE untergebracht, wo wir sicherlich genesen werden.

So schnell wird man vom Fotografen und technischen Support zum Autor befördert! Nun denn, heute waren wir rund 200km meist auf kaum befahrenen Nebenstraßen unterwegs. Alleine das ist schon ein Abenteuer, denn die Straßen sind unglaublich eng. Richtig schwierig wird es bei Gegenverkehr, aber die meisten Autofahrer hier sind sehr geduldig und man findet immer einen Weg um sich aneinander – möglichst ohne Fahrzeugkontakt – vorbei zu schmiegen.

Die Landschaft hat sich auch verändert, keine Berge mehr und auch keine steinigen Hochebenen, sondern sanft hügelige Landschaften, fast wie im Weinviertel – halt Schafe statt Wein!

Erster Halt BUNRATTY CASTLE, erbaut im 15. Jhdt. Endlich einmal eine vollständig erhaltene Burg, die man auch besichtigen kann. Die meisten sind nämlich entweder in Privatbesitz, oder, die größeren Anwesen, wurden einfach zu Hotel umgebaut, was leider unser Reisebudget sprengen würde.

Auch für die Inneneinrichtung hat man versucht mit mit Möbeln, Kunstwerken und Alltagsgegenständen aus der Zeit zu füllen, was, meiner Ansicht nach, recht gut gelungen ist.

Im Park des Schlosses hat man dann eine Dorfstraße aus dem Ende des 19. Jahrhunderts nachgebildet. Sehr interessant z.B. das Schulgebäude oder auch die Arztpraxis (da wird dir Angst und Bang). Sämtliche Guides, die durch das Schloss führen, sind außerdem in mittelalterliche Kleidung gehüllt, was das Ambiente natürlich noch authentischer erscheinen lässt.

Nächster kurzer Zwischenstopp war dann bei der St. Brendan Cathedral in Ardfert. Dort habe ich allerdings nur mit der Drohne gefilmt. Wenn ihr diese Aufnahmen sehen wollt, müsst ihr schon zu meiner Reiseshow kommen (wann und wo wird im Blog rechtzeitig bekannt gegeben).

Letzter Halt war dann am berühmten Banna Strand, angeblich der schönste Sandstrand Irlands – war auch wirklich beeindruckend und kann mit so manchem Strand in der Karibik locker mithalten – aber Wassertemperatur halt, nach wir vor, um die 13 Grad.

Zweiter Tag ohne „Chefin“

Leider geht es meiner Liebsten noch immer nicht besser und so hat sie beschlossen wie Dornröschen den Tag im Bett zu verbringen.

Bis dann am späten Nachmittag der Frosch sie wieder wach küsste – äh,… oder nein -ich glaube es war der Prinz. Na ja, wie auch immer, mache ich mich gegen Mittag auf, um den Killarney National Park auf eher abgelegenen, fern der touristischen, Routen, zu erkunden.

Den Ring of Kerry (übrigens, mit dem PKW immer gegen den Uhrzeigersinn fahren – im Uhrzeigersinn fahren die großen Reisebusse und dann zockelst du stundenlang hinter denen her. Überholen wäre lebensgefährlich) heben wir uns für morgen auf. Heute gibt es Natur pur, wie es in der Werbung so schön heißt. Keine Burgen, Schlösser, Klöster, Kirchen, sondern nur Landschaft, Landschaft, Landschaft,…… und natürlich ein paar Schafe und Ziegen. Das heißt aber auch, es gibt wenig zu erzählen, außer, dass die Straßen abenteuerlich und sehr schmal sind und die Landschaft wunderschön.

Der ganze Park lädt mit traumhaften Wanderwegen zu größeren und kleineren Touren ein, wobei viele den Park auch in einer Pferdekutsche erkunden – gibt es hier an jeder Ecke zu mieten. So, und jetzt genießt die Fotos, ich lege mich hin – der Tag war anstrengend!

Ring of Kerry

und das nicht bei gutem (da würde der Regen ja ab und zu nachlassen oder sogar kurzzeitig aussetzen) sondern bei richtig grausigem irischem Wetter.

Übrigens meine Liebste kränkelt noch immer und so mache ich mich heute alleine auf den langen Weg auf dem berühmten Ring of Kerry. Es ist eine 179 km lange Panoramaküstenstraße im County Kerry im Südwesten Irlands. Viele Sehenswürdigkeiten, fantastische Landschaften und keltische Kultstätten befinden sich entlang der Strecke. Ich fahre natürlich, wie gestern schon empfohlen, gegen den Uhrzeigersinn. Den ersten Teil durch den Killarney National Park hatten wir gestern schon, deshalb beginne ich mit dem Kenmare Stone Circle. In der Mitte ein eindrucksvoller Dolmen wird von 15 Felsbrocken umkreist.

Weiter geht es durch liebliche – aber verregnete – Landschaften zum Staigue Fort. Leider wirkt aus der normalen Perspektive recht unspektakulär. Wäre ideal mit der Drohne aufzunehmen, aber leider regnet es und meine Fluggerät ist nicht wasserfest.

Langsam wird das Wasser auch in der Landschaft immer sichtbarer. Scheinbar ist auch diese Insel für die Aufnahme solche Regenmengen nicht geschaffen.

Nächstes Ziel sind die Cliffs of Kerry. Nach den wirklich spektakulären von Moher erwarte ich mir hier nicht allzu viel, werde aber ziemlich überrascht. Nicht nur, dass sie mit 300m wesentlich höher sind, zeigen sie sich mit vielen kleinen vorgelagerten, teilweise auch grünen, Inseln auch wesentlich farbenfroher. Noch dazu klart das Wetter auf und ich kann sogar ein paar Sonnenstrahlen auf meinen Bildern einfangen.

Bei der Weiterfahrt zeigt sich, als wollte sich Petrus bei mir für das Wetter entschuldigen, ein wunderschöner kräftiger, doppelter Regenbogen.

Durch den aussetzenden Regen und die herausblitzenden Sonnenstrahlen wird auch die Landschaft wieder farbenfroher.

Mein letztes Ziel heute ist das Cahergall Stone Ringfort. Das genaue Baudatum ließ sich bis heute nicht feststellen, es muss aber mindestens 1000 Jahre alt sein, Da sich mittlerweile die Sonne eingestellt und auch der Wind ziemlich nachgelassen hat, kann ich eine Runde mit der Drohne wagen und es gelingen tatsächlich fantastische Bilder, die man normalerweise – weil nur vom Boden aus – nicht zu sehen bekommt.

So, das wars für heute und jetzt muss ich schnell nach Hause, denn ich fürchte es gibt Schelte. Meine Frau ist allein zu Hause und hat nichts zu essen, auch keine Auto mit dem sie zu einem Restaurant fahren könnte – und mit Hunger kann meine Liebste ganz schlecht umgehen, da wird sie ganz schnell fuchtig.

Wild Atlantic Way

Bis um ca. 13 Uhr waschen uns immer wieder kurze „Sprühregen“ die staubige Windschutzscheibe sauber und schenken uns prächtige, opulente Regenbogen in Serie, weil gleich darauf wieder die Sonne hervorblitzt. Ab dann verwöhnt uns wieder die milde Spätsommersonne mit 14-17,5 Grad Celsius. Die vielen Seen und auch das Meer, jedes Gewässer zeigt sich strahlend blau. Wir genießen diese kitschige Pracht und auch den weiten Blick über sanfte, grüne Hügel vor dem Hintergrund höherer Berge.

Ich bin heute wieder fast ganz „die Alte“ und dafür sind wir beide dankbar. WaWa leidet ja immer fast mehr als ich, wenn ich nicht fit bin. Er hält das gar nicht aus ;-))

Ein netter Halt bei MOLLY GALLIVANS COTTAGE hat sich ausgezahlt, denn die Geschichte dieser tüchtigen Frau ist mehr als spannend und beeindruckend. Im Gespräch mit der reizenden Ladenbesitzerin erfahre ich, dass wir den richtigen Zeitpunkt für unseren Irland-Trip gewählt haben und ja nicht später hätten reisen sollen. Es wäre ab Mitte Oktober nämlich so ziemlich alles bzw. das meiste schon zugesperrt; Restaurants inbegriffen. Heute konnte mein Süßer noch seine keltische Musik für den Vortrag shoppen!

Ganz versteckt liegt der Steinkreis von DROMBEG. Walter war in seinem Element, weil er dort wieder Luftaufnahmen mit seiner geliebten Drohne machen konnte. Wir waren zuerst ganz alleine dort, später kam noch eine französische Familie dazu. Leider blockierten sie mit ihrem Picknick zum Lunch eine der Sehenswürdigkeiten dieser alten Kultstätte und so konnten wir davon mit der Nikon keine Aufnahmen machen. Ich habe aber schon während WaWa mit seiner Drohne flog, ein hübsches Foto aufgenommen. Die KELTEN haben ein Becken mit Wasser gefüllt, mit heißen Steinen das Wasser innerhalb von einer Viertelstunde zum Kochen gebracht und dann darin ihr Essen gekocht. Genial, nicht wahr? Der Steinkreis besteht aus 17 Steinen und wirkt wie ein sehr mystischer Kraftplatz. Ich bin in die Mitte und habe mich im Kreis gedreht und „gespürt“…

Wenn eine Küstenstraße schon den klangvollen Namen „WILD ATLANTIC WAY“ trägt, dann überrascht ein Strand, wie der INCHYDONEY BEACH nicht wirklich! Aber wenn man dann plötzlich davor steht, ist er schon atemberaubend! Traumhaft! Wahnsinn! Unglaublich! Dort könnte man gut und gerne eine ganze Woche verbringen und den Wellen und den Wellenreitern zusehen – oder einfach nur da sitzen und schauen!

Am frühen Abend war dann unser Hotel für die kommenden zwei Nächte erreicht: KINSALE HOTEL & SPA Manchmal hat man Glück und bekommt um 30 € pro Nacht ein Upgrade auf ein superschönes Zimmer mit Meerblick. Wir sind begeistert, denn bis auf das eine schreckliche (und teure) Elendsappartement haben wir immer nur wundervolle Unterkünfte gehabt.

Da ich ja gestern fast verhungert wäre waren wir heute in KINSALE hübsch im DINO’S essen. Köstliche Seafood Chowder und die unvermeidlichen Fish & Chips. Das Essen war exzellent und das Personal bezaubernd: eine süße Chinesin, ein temperamentvoller Inder aus Goa und eine ältere Irin, die singend durch das Lokal tanzte und dabei bediente. Großartig! DAS nenne ich Diversität vom Feinsten! Gute Nacht jetzt, ich muss noch ein bisserl arbeiten und morgen geht es mit neuen Highlights weiter auf unserer Reise.

BLARNEY CASTLE & GARDENS & THE STONE OF ELOQUENCE

Es hat durchaus einige Vorteile, alt zu sein:

1.) Wir zahlen für das Ticket pro Person statt 22 € nur 17 € und können die so ersparten 10 € hinterher im Burg-Cafe in Kaffee und einen winzigen Brownie investieren.

2.) Wir verfügen über die Zeit-Hoheit unseres Lebens und können uns erlauben, einen ganzen Tag im BLARNEY CASTLE verbringen. Bei einer Kurzreise wäre das undenkbar, leider.

Wie vor 24 Jahren haben wir den mühevollen Weg über viele ungleichen und unebenen Stufen bis zur Burgspitze auf uns genommen, um den BLARNEY STONE zu küssen. Dieser Stein wird auch „Stone of Eloquence“ genannt, weil er dem Küsser die Gabe der Sprachgewandtheit verleiht; das ist Fakt ;-)) Uns können somit ab sofort nicht mehr „die Worte fehlen“ !

Lehrreich bzw. tief beeindruckend die unterschiedlichen Gärten! So haben wir zum Beispiel im „Giftgarten“ erfahren, dass die Blätter des Rhabarbers tödlich giftig sind. Gut zu wissen in Zeiten, wo No-Waste-Cooking modern ist!! Man hört, dass man von Erdbeeren die Stiele noch für Tee verwenden kann usw. Im 2. Weltkrieg sind viele Menschen ums Leben gekommen, weil sie (wohl aus Hunger und Not) gutgemeintem Rat zufolge, den Rhabarber samt Blättern verzehrten.

Im Farngarten hingegen wähnt man sich im Dschungel. Der Vorteil hier ist allerdings die fehlende Luftfeuchtigkeit sowie der Umstand, dass es in Irland keine Schlangen gibt, seit St. Patrick alle aus Irland vertrieben hat!

Der Weg um den BLARNEY LAKE (oder auch Lough) bietet zauberhafte, romantische Perspektiven. Der See selbst ist ein Juwel des Gartens und bietet zahlreichen Tieren und Insekten ein sicheres Habitat.

Andere Länder, andere Sitten! Vor 24 Jahren waren wir anlässlich eines Kinobesuches ziemlich erstaunt, dass das Publikum bei Kuss-Szenen freudig applaudierte und den Bösewicht ausbuhten. In Österreich geht das Publikum bei weitem nicht so mit der Handlung mit. Heute stammt unsere Lernerfahrung aus dem Bereich SAUNA/DAMPFBAD/SCHWIMMBAD/JACUZZI und es ist eine eher unerfreuliche. In Irland setzt man sich in Badekleidung in Sauna und Dampfbad. Das ist für mich an sich schon ekelig genug, aber es kommt hinzu, dass es im Dampfbad keinen Wasserschlauch zum Abspritzen der gekachelten Bänke gibt und man sich tatsächlich in den Schweiß des Vorgastes setzen würde. Konjunktiv, weil wir das natürlich ausschließen!!! Das gleiche traurige Schauspiel in der Saunakabine, in der man sich in Badekleidung OHNE Handtuch auf die verschwitzte Holzbank setzten sollte! Der Jacuzzi glich einem Schaumbad, warum auch immer! Igitt!!! Im Hotelschwimmbad tummelten sich 30 Kinder einer Schwimmschule. Ich liebe Kinder, aber Schwimmkurse gehören nicht in den sogenannten Spa-Bereich eines 4* Hotels.

Das alles raubt mir nicht die Laune und in bester Stimmung freue ich mich auf morgen und auf die Weiterreise zu unserer vorletzten Etappe :-)) Mein Süßer freut sich ebenfalls :-))

Durch den Süden

Ein zauberhafter Sonnenaufgang, der uns im Bett anstrahlt, versöhnt uns mit dem merkwürdigen Spa-Bereich des an sich sehr schönen Hotels. Nichts hält uns mehr im Zimmer und schon sind wir unterwegs.

Der Tidenhub ist in Dungarvan beachtlich! So liegen die Schiffe auf dem Trockenen. So habe ich das noch nie gesehen.

DUNHILL, was für ein Ortsname! Während der Fahrt habe ich gewitzelt, dass wir hier wohl auf die Reste einer Zigarettenfabrik stoßen werden. Es gibt ja Zigaretten dieser Marke, nicht wahr? Entdeckt haben wir dann eine sehr mystische Ruine, die allen Klischees Irlands entspricht. Sehr romantisch!!

Ich habe an vieles gedacht, wenn ich an Irland dachte. Seebäder, Strandbäder und endlos lange Sandstrände kamen in meiner Gedankenwelt nicht vor. Auf dieser Reise wurde ich eines Besseren belehrt. Heute fanden wir unseren Traumstrand für einen ausgedehnten Strandspaziergang in TRAMORE. Sehr entspannend!!!

WATERFORD ist die älteste Stadt Irlands. Ich wünschte, es wäre so wie in Landshut gelungen, das alte Ensemble zu bewahren. Walter nannte es ein „Durcheinander“. Aber trotzdem war es sehr interessant, durch diese Stadt zu bummeln, die so sehr auf die VIKINGER hinweist. Sogar ein Langboot steht auf einer Ecke.

Wie auf Knopfdruck gab es um 18 Uhr wie jeden Tag das schönste Licht, die schönsten Sonnenreflexe. Auch heute wurden die weiten Wiesen von der Sonne „gefotoshoppt“ und strahlten im hellen Grün frischer, junger Erbsen.

Besinnlicher Ausklang in der Natur

Heute wollten wir noch einmal die wundervolle Natur des ländlichen Irlands in vollen Zügen genießen. Die märchenhafte Umgebung von GLENDALOUGH schien uns dafür bestens geeignet. Wir ließen uns ausgiebig Zeit für die ausführliche Besichtigung der über 1200 Jahre alten Klosteranlage GLENDALOUGH CATHEDRAL samt freistehendem Turm (die Eingangstür befindet sich übrigens im ersten Stock – da gab es früher wohl eine Leiter für den diensthabenden Mönch 😉

Der GLENDALOUGH FOREST PARK ist von einem sehr alten, historischen Friedhof umgeben, der auch in der Neuzeit noch genutzt wird. Wahrscheinlich müssen die Grabstätten nicht alle 10 Jahre nachgekauft werden, wie es bei uns üblich ist. Sind ja immerhin Historic Monuments.

Das gesamte Areal ist riesengroß mit Wäldern, Wiesen, Bachläufen, zwei Seen und kleineren Wasserfällen.

Unsere Rundreise führt uns sogar bis auf 450 HM über einen Pass namens SALLY GAP. Traumhafte, weite und grandiose Aussichten, so weit das Auge reicht, ist -außer der schmalen Straße- nichts von Menschenhand gemacht! Wir befinden uns quasi in der „irischen Pampa“ und finden das ziemlich gut!

Heute besuchen wir noch einen sehr netten und empfehlenswerten Pub, der für Wanderer auch Fremdenzimmer vermietet. Heute sind wir mitten in eine Hochzeitsfeier geraten. Man fand dennoch Zeit und vor allem hervorrangendes Essen für uns. Es hat göttlich geschmeckt und war preislich absolut fair!

Prähistorische Kultstätten und kultiges Nightlife

Die letzte Etappe von Rathdrum nach DUBLIN waren nur schlappe 50 km, aber diese 50 km haben wir zelebriert und genossen. Immerhin war die gesamte Reise ja als stressfreie Genusstour geplant und (!!) durchgeführt.

HILL OF TARA war bereits in prähistorischer Zeit eine Stätte von religiöser Bedeutung. Später wurde HILL OF TARA zum Nabel der irisch-keltischen Welt (600 VCHR bis 400 NCHR). Man sieht die Anlage heutzutage am besten aus der Luft, aber auch wenn man einfach über das Gelände schlendert, bekommt man einen guten Eindruck vom Ausmaß und von der Atmosphäre. Zentral ragt immer noch der sogenannte „Königsstein“ gen Himmel. Dieser STONE OF DESTINY (Stein des Schicksals) schrie der Legende nach, wenn er von einer Person berührt wurde, die würdig war, König von Tara zu werden. Da half eine königliche Geburt nichts, wenn der Stein still blieb, dann war’s das! Der König von Tara war auch automatisch der Hochkönig von ganz Irland. Bei uns blieb er stumm. Wir haben es wenigstens probiert….

Noch von den Winden um den Hill of Tara ein wenig erfroren, kamen wir schon bald nach MONASTERBOICE und dieser von außen unscheinbare Ort hat es tatsächlich „in sich“, aber Hallo! Hier fanden wir drei beeindruckende Kreuze aus Stein auf einem alten Friedhof rund um die Ruinen der Klosteranlage.

Das 3 Meter hohe Nordkreuz ist eines der älteste Steinkreuz Irlands und schlicht gehalten. Das MUIREADACH’s Kreuz (Ostseite + Westseite) ist 5,5 Meter hoch, am besten erhalten und mit den meisten Ornamenten gearbeitet. Das 7 Meter hohe Westkreuz steht direkt neben dem Rundturm und ist das höchste, stehende Kreuz in ganz Irland.

Weil aller Guten Dinge 3 sind, haben wir auch gleich BRU NA BIONNE besucht. 3500-2500 vor Christus erbaut, ist es eine Ansammlung prähistorischer Kultstätten. Heute sieht man noch den beeindruckenden mit großen Megalithen eingefassten Grabhügel. Alles natürlich in frischem Erbengrün, wie es in Irland halt so ist :-))

Die Fahrt war recht kurzweilig, weil immer wieder Schafe unseren Weg kreuzten und einmal – bitte das war eine Premiere – eine Herde von Jungrindern (jedenfalls schon größeren Kälbern) vor uns eine Straßensperre errichteten. Mein Gott, was waren die süß! Sie begannen unser Auto abzulecken und sahen mit ihren riesengroßen Augen so unschuldig beim Autofenster rein, dass man gar nicht hupen konnte. Irgendwann kam dann der Bauer mit einem Stock und trieb meine neuen besten Freunde wieder Richtung Weide.

Natürlich haben wir uns nach dem Check-in im ARIEL HOUSE (unsere Unterkunft für die letzten zwei Nächte unserer Reise) sofort nach Dublin aufgemacht, um ein paar Pubs zu besuchen. Das geht gut, weil man in irischen Pubs nichts konsumieren muss. An jeder Ecke finden sich Straßenmusiker, die sich die Seele aus dem Leib singen. Ein Nachwuchs-Ed-Sheeran war leider nicht dabei! Ein MUSS ist natürlich der Besuch der legendären TEMPLE BAR und da sind wir selbstverständlich gleich wieder mit den Einheimischen in Kontakt gekommen. Die Mädels auf dem Foto feiern einen runden Geburtstag und waren sehr guter Stimmung.

Der Kreis schließt sich

Unglaublich schnell sind unsere 26 Reisetage vergangen. Gestern haben wir es uns in Dublin zum Abschluss noch einmal so richtig gut gehen lassen. Ab 12:30 geht in den Pubs bereits „die Post ab“ und ausgezeichnete Musik heizt die Stimmung ein. Wir waren mittendrin und haben mitgesungen und getanzt.

Natürlich mussten wir uns noch die TRINITIY UNIVERSITY anschauen. Sie wurde 1592 gegründet und ist somit die erste Universität Irlands und auch eine der ältesten Universitäten Westeuropas. So richtig begeistert hat uns das Areal nicht, da fanden wir YALE und HARVARD beeindruckender. Dafür gibt es hier ein UNESCO Weltbucherbe, das berühmte BOOK OF SKELLS aus dem 8. Jahrhundert zu besichtigen. Geschrieben wurde es in Schottland im Kloster IONA, dann aber wegen kriegerischer Auseinandersetzungen nach Irland in Sicherheit gebracht. Und hier ist es dann auch geblieben.

Die Iren sind ein extrem freiheitsliebendes Volk. Rote Ampeln interessieren hier keinen Menschen, werden vielmehr als unnötige Empfehlung verstanden. Irgendwie überleben es dann scheinbar doch (meistens) die Passanten 😉

Für den Nachmittag haben wir eine IRISH DANCE PARTY gebucht und das war gut so! Klar, dass es eine rein touristische Party war. Internationale Gäste, quasi der gesamte Globus, schwangen hier nach Einführung und mit Anleitung das Tanzbein. Wir waren mittendrin und voll Enthusiasmus und, wie wir finden, durchaus begabt, dabei.

Ein paar Stunden später war es dann soweit und wir sind bei unserem Abschlussevent, der CELTIC NIGHT, angekommen. Ein ausgesprochen köstliches 3-Gang-Dinner und hervorragend gespielte Musik von Musikern, die wir in den Tagen davor bereits in diversen Pubs kennenlernen konnten. Höchstes Niveau! Es traten auch Tänzer und Tänzerinnen auf, wobei die Männer eindeutig bessere Tänzer waren. Vielleicht sind wir auch einfach schon zu verwöhnt, denn TRAD ON THE PROM war natürlich die allererste Liga des Irish Dance. Gelohnt hat es sich jedenfalls, dass wir am Nachmittag erste Tanzerfahrungen gesammelt hatten! Denn nach dem ersten Auftritt der Tänzer packte mich einer der beiden jungen Männer am Arm und schon fand ich mich auf der Bühne im Rampenlicht wieder ;-)) Zum Glück bin ich nicht schüchtern und er hat sehr deutlich angezeigt, was ich zu tanzen hatte. Ich bin es gewohnt, mich (von meinem Süßen normalerweise) führen zu lassen. Es hat Spaß gemacht! Und so ging unser letzter Abend nach vielen Tänzen und viel Gesang spät und glücklich zu Ende.

Heute fliegen wir wieder nach Hause in unser schönes Alltagsleben. Über das Datum des ersten Vortrages über Irland werde ich rechtzeitig informieren.

Ein kleiner Rückblick in Wehmut

Tja, die Zeit ist wieder einmal viel zu schnell vergangen.

  • 26 volle Reisetage liegen hinter uns, in denen wir die wunderschöne grüne Insel Irland umrundet hatten.
  • 3.458 km haben wir mit dem Mietwagen zurückgelegt
  • 250 km waren wir zu Fuß unterwegs (viele Stufen sind hier enthalten)
  • 22 Countys haben wir bereist

Heute möchte ich noch einmal ein paar Impressionen dieser Reise herzeigen und auch einige Beobachtungen in Erinnerung rufen.

Auffallend war für uns,

dass es kaum Kreuzungen gibt, sondern fast durchgängig Kreisverkehr, auch wenn dieser noch so klein und unscheinbar ist.

dass die Verkehrstafeln, Straßentafeln und Ortstafeln durchgängig zweisprachig (Irisch und Englisch) beschriftet sind. So wird das Irisch (Landessprache) gepflegt, obwohl Englisch die Amtssprache ist. Auch sonst war alles zweisprachig und nicht wie in Österreich, wo im öffentlichen Bereich oft mehr als 5 Sprachen verwendet werden (Deutsch, Türkisch, Serbisch-Bosnisch-Kroatisch, Farsi, Urdu, Englisch, Ukrainisch); das zwingt, Englisch zu verwenden und zu erlernen, was für alle ein Vorteil zu sein scheint.

dass die Parkgebühren deutlich billiger sind, als in Europa und den USA und Kanada. Oft kostete die Stunde 30 Cent oder 50 Cent oder war überhaupt kostenfrei!

dass die SchülerInnen durchwegs in den Schuluniformen ihrer Schule unterwegs sind. Die Röcke der Mädchen sind extrem kurz und die Burschen tragen dafür lange Hosen. Somit herrscht im Durchschnitt vom Stoffverbrauch Gleichstand ;-))

dass viele Iren mit Take-away-Packungen zu sehen waren. Wir hatten den Eindruck, dass in Irland nicht soooo viel daheim gekocht wird, wie bei uns in Österreich.

dass es überall extrem sauber war, obwohl Mülleimer im öffentlichen Raum von uns oft lange gesucht werden mussten.

dass abends im Pub bei viel Guiness, Ale, Lager und Cider besonders im ländlichen Bereich mehrheitlich Iren anzutreffen waren, während in Dublin ausländische Gäste in der Überzahl schienen.

dass die Iren ein außerordentlich freundliches und geselliges Volk sind, die extrem kommunikativ auch auf ausländische Gäste zugehen. Schön, fand ich, dass das irische Englisch für mich sehr leicht verständlich war. Wenn Iren irisch sprechen, ist es mit der Verständlichkeit allerdings komplett vorbei.

dass in den Pubs kein Konsumationszwang herrscht. Man holt sich sein Getränk von der Bar und steht oder sitzt, wo man möchte. Das fand ich sehr hilfreich, denn auf unseren abendlichen Touren waren wir oft in 3-5 Lokalen. Hätte ich überall auch nur ein kleines Glas Alkohol trinken müssen, wäre ich schon beim vierten Lokal vom Barhocker gefallen :-((

dass die Gastro/Pub-Szene fest in irischer Hand ist. Lediglich in Derry und vor allem in Dublin fanden wir auch häufig China-Restaurants, Kebap-Läden, Pizza-Buden, arabische Lokale und Fast Food Ketten. Schön war, dass wir eine echte italienische Bäckerei samt hervorragendem italienischen Kaffee fanden. Die Cannoli und der Cappuchino schmeckten sensationell gut!!!

Auf meine mir vor Reiseantritt gestellten Fragen fand ich folgende Antworten:

  • Es nieselt tatsächlich nahezu täglich ein wenig in Irland.
  • Die Iren trinken tatsächlich das Guiness nicht mehr lauwarm, sondern schön kalt.
  • Die Iren vertragen die Menge konsumierten Alkohols, denn wir haben kaum Betrunkene Iren wahrgenommen.
  • Es laufen tatsächlich überall Schafe auf saftig grünen Wiesen herum. Wir haben allerdings festgestellt, dass auch auf kleinen Landstraßen immer wieder Schafe frei auf der Straße unterwegs sind. Manchmal sind auch Kühe unterwegs.
  • Irlands Küstenlinie ist mehr als unglaublich beeindruckend. Irlands Küstenlinie ist atemberaubend schön! Es hat uns überrascht, dass es so viele karibisch anmutende Buchten und Sandstrände gibt. Es hat uns verwundert, dass so viele Menschen im 14 Grad kalten Meer baden!

Irland IST unbedingt eine Reise wert! Ich habe ein Stück Irland in meinem Herzen mitgenommen und ein Stückchen meines Herzens an Irland verloren.

Nicht nur Tulpen in Amsterdam

Nach einem relativ kurzen Flug von Bonaire (08:40 Stunden) sind wir müde, aber trotzdem tatendurstig in AMSTERDAM Schipol gelandet. Mit dem Zug kommen wir rasch, unkompliziert und kostengünstig um € 11,– für 2 Personen zum Bahnhof Central. Von hier noch ca. 600 Meter Fußweg und schon konnten wir im Hotel einchecken. Da die Hotelpreise in Amsterdam ziemlich deftig sind, haben wir uns für ein kleines 3* Hotel (Hotel Prins Hendrik) entschieden, das wir für zwei Nächte inkl. Frühstück für € 464,– über www.booking.com gefunden haben.

Ohne ein Programm geplant zu haben, einfach nur um uns die Füße zu vertreten und uns durch die Stadt treiben zu lassen, haben wir einen wunderbaren Tag erlebt.

Gesehen haben wir in erster Linie die sogenannten COFFEE SHOPS ( https://www.mr-amsterdam.de/infos-coffeeshop-amsterdam.htm), derer es mehr als 160 in Amsterdam gibt. Canabis ist hier legal, es wird sowohl CBD als auch THC-hältiges verkauft. Ich habe mir nur einen harmlosen CBD-Tee gekauft, der mit beim Einschlafen mit Jetlag helfen soll. Ich bin da eher feig und konservativ. Der Besuch im Coffee Shop hat auch ohne THC viel Spaß gemacht!

Was wir noch in großer Dichte gesehen haben, waren diverse Sex Shops. Davon gibt es keine Bilder, denn in den Schaufenstern waren Sachen ausgestellt, die zum Fürchten (oder möglicherweise für Außerirdische in Größe von Dinosauriern, Elefanten etc.) waren.

Eindeutig wohler gefühlt haben wir uns in den zahlreichen Käseläden (z.B. HENRI WILLIG), durch die wir uns gewissenhaft durchgekostet haben. Gekostet und reichlich eingekauft, wie ich gestehen muss ;-))

Zum Schluss sind wir noch über eine Gedenkstätte für Alexej Nawalni gestolpert und beinahe in eine politische Kundgebung geraten, der wir gerade noch ausweichen konnten.

Morgen machen wir einen Ausflug nach KEUKENHOF und lassen uns von der Farbenpracht der Tulpenblüten verzaubern; so viel sei heute schon verraten. Gute Nacht!

Tulpen & Windmühlen

Tag 2 mit einem klassischen, biederen, braven Touristenprogramm. Nachdem wir uns gestern die „sündigen“ Touristenmeilen in Amsterdam angeschaut haben, wollten wir heute lieber in der Natur sein.

Also fix in einen Bus gesetzt und raus nach KEUKENHOF in den 200 ha großen Blumenpark, auf dem rund 700 Tulpenarten präsentiert werden. Insgesamt sind 7 Millionen Blumen zu bestaunen. Es ist unbeschreiblich, wie gut diese Farbenpracht und die Schönheit der Blumen für die Seele ist!

Da jetzt gerade Hochsaison in Keukenhof ist, waren wir natürlich nicht alleine, sondern in Gesellschaft vieler gutgelaunter Blumenliebhaber ;-))

Da uns die Füße nach 4 Stunden bei den Blumen immer noch nicht weh genug taten, sind wir im Anschluss in den Zug gestiegen und zu den berühmten historischen Windmühlen nach ZAANSE SCHANS gefahren. Wirklich romantisch und sehenswert, entspannt und ebenfalls gut besucht. Offenbar waren doch nicht ALLE Touristen bei den Tulpen ;-))

Viel zu müde, viel zu sehr schmerzende Füße – großartig Essen gehen war heute nicht mehr möglich. Eine rasche RAMEN-Suppe im China Restaurant um’s Eck, unter die Dusche und ab ins Bettchen, um den Jetlag zu pflegen. Gute Nacht!